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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Vejle - Velazquez
als Vorposten der etruok. Htacht. Nach der Tra-
dition war nnter dell Kämpfen gegell die Repilblik,
deren erster der Wiedereinsetzung der Tarqllillier ge-
golten baden soll, von hervorragender Bedeutung
der .Krieg 485 -474 v. Ebr., in dem 477 die )><><;
^abier, die mit ibren Clienten aufzogen, um Rom
von dem lästigen (Gegner zu befreien, sielen und der
mit einem -Mjäbrigen Waffenstillstände endigle.
Weitere kriege folgten 4.!8-4^!4, 42<>, 425), endlich
der letzte 405-.;!>6, der nach lojäbriger Belage
rung der Stadt mit der Eroberung durch (5aluillil'>
endigte. Seitdelll blieb der 51 rt ode bis auf Inliuv
Eäsar, der dort Veteranen ansiedelte, linier Tibe-
rius erscheint V. al-> ^iunieipinm und e^ wird nocb
im 4. Jahrh, genannt, ^eltt sind, abgeseben von
der Grotta Eampana, eineln ill der N'etropole V.5
erbaltenen Grabe, wo wicbtige ,^-unde gemalt sind,
nnr noch spärlicke Überreste der Ummanerung deo
alten V. sowie anck der cäsarisch-augusteischen An-
siedelung bei Isola di ^varnese vorbanden.
Vejle, dän. Stadt, s. Veile.
Vela, Vincenzo, ital. Bildbauer, geb. l 82-2 zu
Ligornetto im Danton Tessin, ger.os; bei Eacciatori
in Mailand Unterricht in der Bildbauertuust uud
gewann 1840 den großen Preis der Atadelnie mit
dem Marmorrelief Erweckilng der Tockter des
Iairus. 1847 ging er nach Nom, wo er alsbald die
^ignr des Spartacuc' begann, die er I<^50 für deu
.Verzog Antonio ^itta in 'Niarlnor ausfübrte. Das
Werk, zuerst 185 l ill Mailand aufgestellt, machte
durch die Wucht der Darstellung einen nackbaltigen
Eindruck: ee staud bio 1574 auf der großen Treppe
des Palastes ^itta zu ^tailand und befindet sich jetzt
in Petersburg, 185 l sckuf er die 'Dtarmorstatue der
Betrübnis ltrauernde ^rall) für oa5 Grablllal der
Familie Ciani in Lugano <nn Part der Villa>. 1>>5)2
wandte sich der.Künstler nach Turiu. Zunächst lieferte
er Grabmäler; so da^T onizetti^ l init der ^igur der
Harmonie, 1855" in Sta. Maria Maggiore zu Ber-
gamo, de5 Pbilosopben Ant. ^io^nlini ikniend) in
Stresa ain ^ago '))taggiore, feruer al^ Gnlppe die
knienden Marmorfiguren der beiden 1855 gestorbe-
nen Königinnen von Sardinien, Marie Tberese iGe-
mablin Karl Alberto) und Marie Adelaide <Gemal)lin
Vietor Emanuel^ 1l.), 1^<'>l in der Kirche della Con-
solata zu Turin errichtet, ^m Auftrage der Kaiserin
Eugenie niodellierte V. dann die kolossale Bronze-
gruppe des Columbuv mit dein ^ndianermädchen
ida^ innge Amerika allegorisch darstellend; errichtet
in Veraeruz". Dell .yöbepllntt ulw den Abschluß
seiner küustlerischen Elitwictlnng bildet die 1^<>7 in
Paris aufgestellte sitzellde ^)larmorfigurNapoleonf l.
<"DieletztenTage^tapoleonf"); ^lapoleolilll.kaufte
das Werk und ließ ef liach Versailles iHistorischef
Musenm) bringen, eine Wiederbolung befindet sich
in der Coreorali-Art-Gallerv zu Wasbiligtoli. Von
seinen sonstigen Schöpfungen sind zu nennen: da^
Standbild Victor Emanuelf II. in der Vorballe de^
Stadthanses, daf de^ Cesare Balbo, das Monument
für Daniele Manin, das Monument für die Rubinen
tbaten des sardill. Heers vor dem Palast Madama
l1859), sänltlick in Tnrin; die sitzende Marlnorfigur
Cavours in der Vorballe der Börse zu Genua, dae>
Standbild l^orreggios für dessen Vaterstadt < !88(>",
endlich die rei;ende allegorische Statue de^ Frnb-
lings. V., der sich (5nde der sechziger Iabre nach
seinem Gebnrtsort Ligonretto zurückgezogen batte,
starb daselbst ^. Okt. 1891.
Vela de Eoro, Hafen bei (5oro ls. d.).
Velarium (lat., von veinm, d. i. Segel), die hori-
zontal ausgespannte Leinwanddecke, wie solche <M
Schutz gegen die Sonne oder zur Dämpfung des
Lichts über der Arena des röm. Cirkus ausgespamn
wnrde; dann die teppichartige Decke, wie sie beson-
ders im Zeitalter der Renaissance zum Schmuck der
Altane und Hänserfacaden bei festlichen Aufzügen
zur Anwendung gelangten. Neuerdings fckufen Hev-
den, Knille und A. von '^>erner präcktige V. zlir
Dekoratioli beilll (5'inzng der Truppen ill Berlin l>!7 l.
Velärlaute, f >iaut.
Vs1a.tkri, alter Name der Stadt Volterra (s. d.j.
Velazquez <spr. welästez), Diego Nodriguez de
Silva, span. Maler, geb. 6. Juni l5l>9 zu Sevilla,
stalnmte voir der aus Portugal eingewanderten
,vamilie der Silva. (5r lernte die Kunst erst bei dem
ältern Herrera, dann bei dem Schriftsteller nnd
Dickter ^ralicifco Pacheco, desseli Tochter Iuana er
beiratete. Seilieli eigentümlichen Stil schuf er sieb
jedoch autodidattisck, in Studiell nach der Natur,
die er sür das dort beliebte ^ach der Bodegones
tKückellstücke) nut Erfolg verweliden tonlite. Auch
ill seinen damaligen Kirchenbildern bielt er sieb all
das Modell, in der Art der ital. Naturalisten. ll;-22
begab er sich nach Madrid; bald erbielt er die Er-
nennung zum tönigl. Maler und die Gunst Pbi-
lippf IV., die er sich bis an sein Ende erbielt. beider
nötigte ibll seille Stelluug, eiue '))lellge ullillter-
essallter tölligl. Persouen zll lnalell nlld oft zu wie-
derholen; C5 giebt voll ihm nur wenige große Histo-
rienbilder und einige Sein
erster Stil ibio 1<^l>) ist voll plastischer Kraft mit
schroffen Gegensätzen der Beleucbtuug; da5 Halipt-
werk ist die Zechende Banerngesellscbaft "geuanllt
l.03 ^oi'in^Il"^; inl Pradomuseulll ul Madrid",
ferner silld bier zll nennen: Anbetung der Köuige
lebenda), Anbetnng der Hirtell l Natioilalgalerie ill
London). Der Besllch des ^tnbenf l N'"25i vramte
dell Plan einer ital. Reise ilil2l> - :l l" zur Ausfüh-
rung. Er studierte die Venetianer und malte unter
andern in Rom Die Schmiede de5 Vultan lMuseum
ill Madrid"; dort mackte er sich bereite von den
duntelil Schatten los, von da all gebt er auo auf
^)todellierullg im allverbreiteten Tageslicht. Dies
Bild eröffnet feinen zweiten Stil ll^ll ^48), dem
seille vier großell Neiterbilder ideo Königfpaares,
des Prinzen Balthasar, des Ministern Grafen von
Olivarez), die drei Jäger und sein großem histor.
Meisterstück, Die Übergabe von Breda "genannt!^
l^ln/.T8; inl Mnsenm zll Üiiadrid), angeboren; ferner
seille bestell religiösen Darstellungen, (5bristN5 am
Kreuz (ebenda". 1<;48 ging er wieder nach Italien,
diesmal mit dem Anftrag, Gelllälde und Abfornlun-
gell von Antiken zur Ausstattung der neuen Ge-
mächer im Palast anzuschaffen. Er malte da-> Bild-
nis des Papstes Innocenz X. < Palast Doria zu
Ronl; Wiederholung in Apsley-House zll London);
seine Art, mit den geringsten Mitteln den vollen
Lebenszauber hervorzubringen, setzt noch beute ill
Erstaunen. V.' Bildnisse zeichnen sich au5 durch
den Geist und die rücksichtslose Wabrbeit der Cba-
rakteristik, die Modellierung im vollen Licbt lmd dell
Ausdruck de^ nationalen Würdebegrifj^. Kein Htaler
bat sich wie er vom Konventionellen freigehalten.
In seinem dritten Stil (1651-60) bat er in einem
fast skizzenhaften, unverschmolzenen Vortrag seine
nnd schwierige räumlich-optische Pbänomene aus-
gedrückt, wie sie erst die neueste Malerei sich wieder
zur Aufgabe stellte. Dabin gehören: Die Spinnerin-