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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Villanellen - Villanueva y Geltru

Parga rechts zum Miño geht, in regenreicher, wenig fruchtbarer Gegend, wo nur Roggen-, Kartoffelbau und Viehzucht betrieben werden, hat (1887) 11 990 E.

Villanellen (ital., ursprünglich Villotte alla napolitana) oder Villanesken, die bei ländlichen Tänzen gesungenen Lieder, die im 16. Jahrh. zuerst in Italien aufkamen und von da aus in Frankreich eingebürgert wurden. Auch hieß man V. eine Art hausbackener, oft schlüpfriger Lieder, in welchen ital. Singmeister jener Zeit ihren Schülern die musikalischen Regeln beizubringen suchten.

Villani, Giovanni, ital. Geschichtschreiber aus Florenz, befand sich 1300 zur Jubelfeier in Rom, wo er den Entschluß faßte, durch ein den Alten nacheiferndes Werk etwas zur Ehre seiner Vaterstadt beizutragen. Er begann sofort die Abfassung einer Chronik von Florenz, die zugleich eine Weltchronik wurde. Nachdem er das Werk bis 1348 fortgeführt hatte, starb er an der Pest. V., der als Kaufmann längere Zeit in Frankreich und Flandern verweilte, hatte sich in verschiedenen bürgerlichen Ämtern um sein Vaterland verdient gemacht. Seine Chronik, das erste umfassende Werk dieser Gattung in der Vulgärsprache, verdient vollen Glauben, wo der Verfasser, der sich durchaus aufrichtig und wahrheitsliebend zeigt, als Augenzeuge spricht, während er in der ältern Geschichte kritiklos der Überlieferung folgt. Der guelfische Standpunkt, dem V. mit den meisten Florentinern anhängt, giebt der Erzählung wie dem Urteil allerdings eine bestimmte Färbung. Die Form ist einfach und durch Natürlichkeit anziehend, die Sprache ein schönes Muster des Trecento.

Sein Bruder, Matteo V., fügte der Chronik 11 Bücher hinzu, die bis 1363 reichen, in welchem Jahre auch er an der Pest starb. Da Matteo V. nur Begebenheiten erzählt, die er selbst erlebt hat, und wie sein Bruder wahrheitsliebend erscheint, ist seine Arbeit ebenfalls eine der bedeutendsten Quellen für die Kenntnis des 14. Jabrh.

Dessen Sohn, Filippo V., Rechtsgelehrter und Richter, vollendete das 11. Buch der Chronik seines Vaters und schrieb "De origine civitatis Florentinae et ejusdem civibus." Der erste Teil, nie gedruckt, enthält fast nichts als Fabeln; den zweiten Teil, "Liber de civitatis Florentinae famosis civibus", hat Galletti (Flor. 1847) lateinisch, Mazzuchelli (1747) in einer alten ital. Übersetzung herausgegeben. Dieses Werk war der erste Versuch einer vaterländischen Litteraturgeschichte.

Auf die ältern ungenügenden Ausgaben des Chronikwerkes der drei V., die Giuntinische (1562-87) und die Muratorische in den "Scriptores rerum italicarum" (25 Bde., Mail. 1723-51), folgte die korrektere, bei Magheri erschienene (14 Bde., Flor. 1823-26), die mich die Mazzuchellische Ausgabe der "Vite d'uomini illustri fiorentini" enthält. Ihr schließen sich die Ausgaben von Gherardi-Dragomanni (7 Bde., Flor. 1844) und von A. Racheli (2 Bde., Triest 1857-58) an.

Villa Nova de Gaja, portug. Stadt, s. Gaja, Villa Nova de.

Villa Nova de Portimão (spr. mānng), Hafenstadt im W. des portug. Distrikts Faro (Algarve), 3 km von der Südküste, am Südfuß der Serra de Monchique, rechts an der breiten Ria (Mündung) de5 Rio de Silves, deren Einfahrt von zwei Forts (Sta. Catharina im W., Sao João im O.) beschützt wird, ist ein moderner Ort, Sitz eines deutschen Vicekonsuls und hat (1890) 6812 E., sehr besuchten, großen Seeschiffen zugänglichen Hafen, bedeutende Orangenausfuhr; eine lange eiserne Brücke führt über den Silves.

Villanovakultur wird nach der hauptsächlichen Fundstätte, der Nekropole Villanova bei Bologna, das auf die Kultur der Terramaren (s. d.) folgende Stadium ital. Kunstentwicklung genannt. Sie ist auf das Gebiet östlich vom Apennin, auf Etrurien und die nördl. Gegend von Latium beschränkt und bezeichnet der Terramarekultur gegenüber einen erheblichen Fortschritt, der namentlich in der häufigern Verwendung und kunstfertigen Bearbeitung der Bronze hervortritt, die nicht mehr gegossen, sondern geschmiedet wird. Steinwerkzeuge sind außer Gebrauch, dagegen kommen in den Gräbern schon einzelne Geräte von Eisen vor. Die Topfware ist besser gearbeitet, und die Dekoration, die sich im ganzen auf geometr. Ornamente beschränkt, zeigt bereits ein bestimmtes System. Aus der Übereinstimmung gewisser Gegenstände, wie Heftnadeln, Rasiermesser, Lockenhalter u. a., mit solchen griech. Fundortes hat man schon für diese frühe Zeit (11. bis 8. Jahrh. v. Chr.) auf einen Verkehr zwischen Griechenland und Italien geschlossen.

Villanovanus, Arnoldus, eigentlich Arnoldo Bachuone, Alchimist, geb. 1235 in Villanova (Aragonien), studierte bei Joh. Casamila in Barcelona Philosophie und Arzneikunde und trat später dort selbst als Lehrer auf. Von der Geistlichkeit wegen Astrologie, Magie und Ketzerei verfolgt, flüchtete er nach Paris, wo er als Goldmacher in hohem Rufe stand, aber, des Bundes mit dem Teufel angeklagt, wieder entfliehen mußte. Er ging über Montpellier nach Italien, führte ein ruheloses Leben, wurde dann von dem aragonischen Könige Friedrich II. aufgenommen und von ihm 1312 nach Avignon geschickt, um den kranken Papst Clemens V. zu heilen. Auf der Überfahrt fand er den Tod durch Schiffbruch. V. ist der erste, welcher dem Steine der Weisen, ja schon dem trinkbar gemachten Golde (Aurum potabile) große Heilkraft zuschreibt. Er soll mehr als 20 alchimist. Schriften, unter denen der "Rosarius philosophorum" als Hauptwerk gilt, verfaßt haben.

Villanueva de Cordoba (spr willja-), Stadt im Bezirk Pozoblanco int NO. der span. Provinz Cordoba in Andalusien, in wenig fruchtbarer, den Nordwinden ausgesetzter Gegend der Sierra Morena, hat (1887) 6971 E.; Ackerbau und Viehzucht.

Villanueva de la Serena (spr willja-), Bezirksstadt in der span. Provinz Badajoz in Estremadura, 250 m ü. d. M., 4 km links vom Guadiana und von dessen Nebenfluß Zujar, an der Eisenbahn Ciudad-Real-Badajoz, ist Sitz des Tribunals der Landschaft La Serena (s. d.) und hat (1887) 12 024 E. V. d. l. S. wurde vom Ritterorden von Alcantara erbaut, dem das Gebiet von Ferdinand IV. geschenkt worden war.

Villanueva del Grao (spr. willja-), Hafenstadt und Seebad am Mittelmeer, in der span. Provinz und im Bezirk Valencia, links von der Turiamündung, liegt 5 km von Valencia (s. d.), mit dem sie durch Pappel- und Ulmenallee, Trambahn und Eisenbahn (6 km) verbunden ist, und hat (1887) 5619 E.

Villanueva y Geltru (spr. willja-), Bezirks- und Hafenstadt im S. der span. Provinz Barcelona in Catalonien, nahe dem Mittelmeer, an der Eisenbahn Barcelona-Picamoixons, hat (1887) 13 811 E., Museo Balaguer mit wertvoller Bibliothek, Fabriken und bedeutenden Weinbau.