Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

502

Wappenkönig – Warburg (Kreis und Stadt)

Wappenkönig, s. Herold und Wappen.

Wappenkunde, Wappenkunst, s. Wappen und Heraldik.

Wappenmantel, Wappenzelt, Thronzelt, in der Heraldik aus Purpur mit Hermelin gefütterte Mäntel, die, mit der entsprechenden Krone gekrönt, fürstl. Wappen zur Unterlage dienen.

Wappenschenkung, s. Fenstergeld.

Wappensteuer, eine Luxussteuer, die in England für das Recht, ein Wappen zu führen, erhoben wird. Sie ist in verschiedenen Sätzen abgestuft nach der Höhe der Wagensteuer (s. d.), die der Wappenführende bezahlt. 1892 brachte sie 75303 Pfd. St. ein.

Wappenzelt, s. Wappenmantel.

Wappers, Gustav, Baron, belg. Maler, geb. 23. Aug. 1803 zu Antwerpen, besuchte die Malerakademie daselbst. Später schloß er sich in Paris der romantischen Richtung an und trat dann nach der Rückkehr nach Belgien als erster Repräsentant derselben und als Stifter einer neuen Schule auf. 1840 wurde er zum Direktor der Akademie zu Antwerpen ernannt, wurde dann Präsident des belg. Nationalmuseums und lebte seit 1853 meist in Paris, wo er 6. Dez. 1874 starb. Schon sein erstes Werk, eine Scene aus der Belagerung von Leiden durch die Spanier 1574 (1830; Museum in Utrecht), erregte großen Beifall. Hier sah man statt der klassizistischen Kompositionen wieder individuelles Leben, Wahrheit, Charakter und ein warmes Kolorit, wiewohl sich W. weniger durch Farbenpracht und Effekt als durch Ernst, Würde und Tiefe auszeichnet. Was aber W. und die ganze belg. Schule auch von den franz. Romantikern unterscheidet, ist die Anlehnung an die großen nationalen Vorbilder, Rubens und van Dyck. Karl I. von England auf dem Wege zum Schafott (Museum in Brüssel; s. Tafel: Niederländische Kunst VII, Fig. 1), Karl IX. in der Bartholomäusnacht, Anna Boleyn vor der Hinrichtung sind Meisterwerke. Auch die Grablegung Christi in der Michaelskirche zu Löwen fand gerechte Würdigung. Ganz besonders aber wirkte das große Gemälde, welches den Anfang der Brüsseler Revolution im Sept. 1830 darstellt (Neues Museum in Brüssel).

Wapping (spr. wopp-), zur Grafschaft Middlesex gehörender östl. Stadtteil Londons, im S. der Docks, steht mit Rotherhithe durch den Themsetunnel in Verbindung.

Wara, ehemalige Hauptstadt von Wadai (s. d.).

Waradein, s. Wardein.

Waragal, wilder Hund, s. Dingo.

Waräger, s. Normannen.

Warane (Varanidae), eine aus 3 Gattungen und 30 Arten bestehende Familie der Spaltzüngler, die ganz Indien bis Australien und das kontinentale Afrika bis Ägypten bewohnt. Sie sind nach den Krokodilen die größten mit Extremitäten versehenen Reptilien, da sie bis 2 m lang werden. Sie wohnen vorzugsweise am Ufer der Gewässer, können ausgezeichnet schwimmen; ihr Fleisch und ihre Eier sind hoch geschätzte Nahrungsmittel. Ihr Name ist wohl ägypt. Ursprungs; man hat ihn aber deutsch in Warner oder Warneidechse verderbt und dieses Wort als Monitor ins Lateinische übersetzt. Die häufigste Art (Varanus [Monitor] niloticus Hassl., s. Tafel: Echsen III, Fig. 5), welche man auch regelmäßig in den zoolog. Gärten findet, ist gelbgrau mit großen schwarzen Flecken, gelben und grünen Tupfen und bewobnt fast ganz Afrika. <spaltenwechsel />

Waranger, s. Normannen.

Waras, Bandwurmmittel, s. Kamala.

Warasdin, Komitat in Kroatien-Slawonien, s. Varasdin.

Warasdin-Töplitz, kroat. Toplice Varaždinske, polit. Gemeinde im Komitat Varasdin in Kroatien-Slawonien, in dem Thal der zur Drau gehenden Bednja, an der Linie Agram-Csakathurn der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 6658 kath.-kroat. E. und ein berühmtes Schwefelbad (Quelle und Schwefelmoor), welches schon den Römern als Aquae jasae bekannt war. Verschieden davon ist Krapina-Töplitz (s. d.). – Vgl. Fodor, Warasdin-Töplitz (Agram 1883).

Warbeck, Perkin, Kronprätendent gegen Heinrich VII. von England, war etwa 1474 in Tournay geboren. Als er 1491 in Handelsgeschäften nach Cork in Irland kam, wurde er von Gegnern Heinrichs VII. bewogen, die Stelle Richards von York, des zweiten der gemordeten Söhne Eduards IV., zu übernehmen und unter dem Namen Richard IV. als Prätendent aufzutreten. Die Verschwörer knüpften mit Frankreich und Schottland Verbindungen an. W. ging nach Frankreich und dann zu Eduards IV. Schwester, der verwitweten Herzogin Margarete von Burgund. Von dieser unterstützt, machte er 1495 einen vergeblichen Landungsversuch in England und in Irland, wurde aber von Jakob IV. von Schottland freundlich aufgenommen, der ihm ein reiches Jahrgeld gab und ihn sogar mit einer Verwandten, der schönen Katharina Gordon, verheiratete. Als er jedoch bei einem Einfall in England (1496) keinen Anhang fand, verließ W. Schottland; erst 1497 landete er in England, wurde aber von Exeter zurückgeschlagen, und nachdem seine Haufen sich vor den nahenden königl. Truppen aufgelöst hatten, überlieferte er sich selbst seinem Gegner, der ihn in milder Hut halten ließ. Nach mehrmaligen mißglückten Fluchtversuchen endete er 1499 am Galgen. – Vgl. Gairdner, P. W., als Anhang seines Buches «Life and reign of Richard III.» (Lond. 1878); ders., Henry VII. (1889); Pauli, Geschichte von England, Bd. 5 (Gotha 1858); Busch, England unter den Tudors, Bd. 1 (Stuttg. 1892).

Warberg, Stadt an der schwed. Westküste in Hallands Län, an der Westküstbahn und Privatbahn W.-Borås, ist Seebad, führt Holz, Korn und Granit aus und hat (1893) 4537 E.; Steinhauerei, mechan. Werkstätte und Gießerei.

Warburg. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Minden, hat 513,17 qkm und (1895) 32308 (16078 männl., 16230 weibl.) E., 2 Städte, 47 Landgemeinden und 3 Gutsbezirke. – 2) Kreisstadt im Kreis W., an der Diemel, in der fruchtbaren Warburger Börde, an den Linien Bebra-Cassel-Schwerte, Altenbeken-W. (37,2 km) und der Nebenlinie W.-Korbach (43,7 km) der Preuß. Staatsbahnen (2 Bahnhöfe), Sitz des Landratsamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Paderborn), hat (1895) 5256 E., darunter 943 Evangelische und 280 Israeliten, Postamt erster Klasse mit Zweigstelle, Telegraph, 3 kath., 1 evang. Kirche, Gymnasium, höhere Mädchenschule, landwirtschaftliche Winterschule, Kreissparkasse,Wasserleitung, Schlachthaus; Papier-, Zuckerfabrik, Brauereien, bedeutenden Getreidebau und -Handel, Kram- und Viehmärkte. 5 km östlich von W. der Basaltkegel Desenberg (375 m). Bei W. besiegte 31. Juli 1760 der Herzog Ferdinand von Braunschweig die Franzosen.