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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Westpreußisch - Westvirginia

Marienwerder (s. d.) mit Ausschluß des dem Oberlandesgericht Posen zugewiesenen Kreises Deutsch-Krone. Handelskammern bestehen zu Danzig, Elbing, und Thorn; Oberpostdirektionen zu Danzig und Bromberg (für Teile des Reg.-Bez. Marienwerder). Militärisch bildet W. den Ersatz- und Garnisonbezirk des 17. Armeekorps (Generalkommando und Kommando der 36. Division in Danzig, der 35. in Graudenz). Das Wappen ist im silbernen Schilde ein schwarzer, goldbewehrter, rotbezungter Adler, dessen Hals mit einer goldenen Krone umgeben ist und zwischen dessen Halse und rechtem Flügel ein geharnischter Rechtarm hervorgeht, der ein goldbegrifftes Schwert horizontal über dem Haupte des Adlers schwingt. Die Landesfarben sind Schwarz-Weiß-Schwarz. Über die Geschichte s. Preußen (Königreich, Geschichte). - Vgl. H. Ölrichs, Der Regierungsbezirk Danzig seit 1816 (Danz. 1866); ders., Statist. Mitteilungen über den Regierungsbezirk Danzig (ebd. 1863 - 67); E. Jacobson, Topogr.-statist. Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder (ebd. 1868); Lohmeyer, Geschichte von Ost- und Westpreußen, Nd. 1 (2. Aufl., Gotha 1884); Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz W. (Heft 1-10, Danz. 1884-95); Vallentin, W. seit den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts (Tüb. 1893); Abhandlungen zur Landeskunde der Provinz W. (9 Hefte, Danz. 1890-95).

^[Abb.]

Westpreußisch, s. Deutsche Mundarten nebst Karte.

Westpreußische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft zu Danzig, s. Land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaften.

Westprignitz, Kreis im preuß. Reg.-Bez. Potsdam (s. Karte: Provinz Brandenburg u. s. w., beim Artikel Brandenburg), hat 1460,53 qkm und (1895) 75 616 (37 880 männl., 37 766 weibl.) E., 6 Städte, 111 Landgemeinden und 74 Gutsbezirke. Sitz des Landratsamtes ist Perleberg. (S. Prignitz.)

Westpunkt, s. Himmelsgegenden.

Westray (spr.-re), eine der Orkney-Inseln (s. d.).

West-Rhauderfehn, Fehnkolonie im Kreis Leer des preuß. Reg. Bez. Aurich, 20 km südöstlich von Leer, von mehrern schiffbaren Kanälen durchzogen, die sich zu einem in die Leda mündenden Hauptkanal vereinigen und hierdurch mit der Ems in Verbindung stehen, hat (1895) 2788 (5., darunter 613 Katholiken, Post, Telegraph, evang. und kath. Kirche, Navigationsvorschule, Seemannsamt und Musterungsbebörde; bedeutende Torfgräberei, Schiffswerfte, Ziegeleien und Schiffahrt. W. ward 1769 von einer Privatgesellschaft auf klösterlichem Hochmoor gegründet. (S. Fehn- und Moorkolonien, Tabelle und Textkarte.)

Westrich, der Hauptsache nach im westl. Teile der Rheinpfalz liegender Landstrich, der hauptsächlich von der Vlies, dem Erbach und Glan bewässert wird. (S. Karte: Elsaß-Lothringen u. s. w.) - Vgl. Westrich-Führer, hg. vom Westrich-Verein (Kaiserslautern 1897).

West-Riding (spr. reid-), der westl. industriellste Teil der engl. Grafschaft York (s. d.).

Weströmisches Reich, im Gegensatz zum Oströmischen oder Byzantinischen Reich, s. Rom (unter den Kaisern).

Westrußland, russ. Sapadnyj (Zapadnyj) kraj, mit Bezug auf das innere Rußland Bezeichnung für die von dem letztern nach Westen zu gelegenen russ. Gouvernements: Wilna, Kowno, Grodno, Minsk, Mohilew, Witebsk, Podolien, Volhynien und Kiew. Vorwiegend versteht man aber darunter, auch offiziell, die ersten sechs nordwestl. Gouvernements. (S. Karte: Westrußland und Ostseeprovinzen, beim Artikel Rußland.)

West-See, Si-bu, s. Hang-tschou-fu.

Westsibirische Eisenbahn, s. Sibirische Eisenbahn.

Westspitzbergen, s. Spitzbergen.

West-Springfield, Teil der Stadt Springfield (s. d.).

Weststedingen, s. Stedinger.

Weststernberg, Kreis im preuß. Reg.-Bez. Frankfurt (s. Karte: Provinz Brandenburg u. s. w., beim Artikel Brandenburg), hat 1141,89 qkm und (1895) 45 562 E., 3 Städte, 62 Landgemeinden und 40 Gutsbezirke. Sitz des Landratsamtes ist Drossen.

Westtibet, s. Baltistan.

West-Troy (spr. treu), Stadt im County Albany im nordamerik. Staate Neuyork, am Westufer ded Hudson, Troy (s. d.) gegenüber, mit dem Watervliet-Arsenal der Vereinigten Staaten, hat (1890) 12 967 E.; Shawl-, Thürangeln-, Ofenfabrikation.

Westturkestan, s. Turkestan.

Westvirginia, einer der Vereinigten Staaten von Amerika, zwischen 37° 5' und 40° 37' nördl. Br. und 77° 4' und 82° 40' westl. L., grenzt im N. an Pennsylvanien und Maryland, im O., SO. und S. an Virginia, im W. an Kentucky und Ohio und umfaßt 64 180 qkm (s. die Karten: Vereinigte Staaten von Amerika. III. Östlicher Teil und IV. Nördliche Atlantische Staaten). W. zählte 1870: 442 014, 1880: 618 457 E. und 1890: 762 794 (390 285 männl., 372 509 weibl.) E., darunter 32 690 Farbige und 18 852 im Ausland (7292 in Deutschland) Geborene. Anfang 1897 schätzte man die Einwohnerzahl auf 893 000. W. ist ein teils rauhes, teils von den fruchtbarsten Thälern durchschnittenes Gebirgsland. Parallel den Alleghanies, welche zugleich die Grenze gegen Virginia bilden, laufen von NO. nach SW. mehrere Gebirgszüge, wie die Greenbrier. Ihnen entströmen der Great- und Little-Kanawha, der Monongahela, der Cheat u. a., welche sämtlich in den die westl. Grenze bildenden Ohio fallen. Im O. des Staates entspringt der Potomac. Abgesehen von den archäischen Alleghanies, wird fast der ganze Staat von der Kohlenformation eingenommen. Die besten Gruben sind bei Fairmont und Clarksburg. 1895 produzierten 190 Minen mit 19 000 Angestellten 11,3 Mill. t Kohle im Werte von 7,7 Mill. Doll. Hiervon waren 50 Minen in Fayette County, 29 in McDowell und 26 in Kanawha. Die Koksgewinnung betrug 1,3 Mill. t im Werte von 1,7 Mill. Doll. Die Erdölregion Pennsylvaniens erstreckt sich durch W., 1895 wurden 8 120 000 Fässer Brennöl und 10 000 Fässer Schmieröl im Werte von zusammen 11 Mill. Doll. gewonnen. Das natürliche Gas der Region wird meist nach Pennsylvanien und Ohio durch Röhrenleitungen gefübrt; in W. selbst wurden 1895 für etwa 100 000 Doll. Verbraucht. Ferner wurden 1895 produziert 177 000 Fässer Salz und für 40 000 Doll. Sandstein.