Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

823
Wolframoxyd - Wolfstein
saurem Eisenorydul und wolframsaurem ^tangan-
orydul in schwankenden Verhältnissen, also x1'<;>V()4
> )^In^V(>4, weshalb eisenreiche und manganreicke
Varietäten unterschieden werden tonnen. Auch sel-
tenere Stoffe, wie Niobsüure, Tantalsäure, Indium
und Thallium, sind in geringer Menge in einigen
W. nachgewiesen worden. Der W. ist der stete Be-
gleiter des Zinnsteins im Erzgebirge (Zinnwald,
Gever, Ehrenfriedersdorf), in Böhmen (Schlaggen-
wald) und in Cornwall.
Wolframoxvd, Wolframfäure, s. Wolsram.
Wolframstahl, s. Stahl und Wolfram.
Wolfratshausen, Marktflecken im Bezirksamt
München II, links an der Loisach, turz vor ihrer
Mündung in die Isar, in 5<i3 m Höhe, an der Neben-
linie München-W. (27 km, Isarthalbahn), ^itz
eines Amtsgerichts (Landgericht ^tünchen), hat
(1395) 1764 E., darunter 5)3 Evangelische, Post-
erpedition, Telegraph, eine Burgruine; Glasfabrika-
tion, Brauerei, Dampfsägewert und Holzflößerei.
Wolfsanger, Bad, s. Cassel.
Wolfsauge, Mineral, s. Adular.
Wolfsberg. 1) Vezirkshauptmannfchaft in
tarnten, hat 998,92 ^lim und (1890) 42074 (21012
männl., 21062 weibl.) meist deutsche E. in 32 Ge-
meinden mit 233 Ortschaften und umfaßt die Gerichts-
bezirke St. Leonhard, Et. Paul und W. - 2) Stadt
und Sitz der Bezirksbauptmannschaft und eines Be-
zirksgcrichts (398,93 ^m, 19560 E.), in der Mitte
des Lavantthals, am Fuß der Koralpe (2141 m),
an der Linie Unterdrauburg-W. der Österr. Staats-
babnen, hat (1890) 2551, als Gemeinde 4255 E., in
Garnison eine Eskadron des 8. Dusarenregiments
"Graf Pälffy", roman. Kiuche, ein Schloß des Grafen
Henckel von Donnersmarck mit Mausoleum' Fach-
schule für Holzindustrie; Vleiweih-, Sensen-, Leder-,
Cellulose- und Wagensedernfabriken, bedeutenden
Holz- und Obsthandel. In der Umgebung von W.
die grüfl.Henckel von Tonnersmarckfchcn Eisenhütten
und das Braunkohlenbergwerk von St. Stefan.
Wolfsberglt, Mineral, s. Kupferantimonglanz.
Wolfsbohne, s. Lupine.
Wolfsche Lampe, s. Bergbau.
Wolfsegg, Markt im Gerichtsbezirk Schwanen-
stadt der österr. Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck
in Oberösterreich, an der Linie Steinach-Schärding
(Salzkammergutbahn) der Österr. Staatsbahnen
(Station Manning-W.), hat (1890) 1362, als Ge-
meinde 2669 E., Schloß des Grafen Saint-Iulien
und am.Hausruckgebirge in der Nabe bedeutenden
Braunkohlenbergbau, das sog. Wolfsegg-Traun-
thaler Becken. Bei W. siegte Pappenheim 30. Nov.
1626 über die aufständischen Bauern.
Wolfsfelle, die Felle des Wolfes (s. d.). Sie
sind nach Größe und Qualität sehr verschieden, messen
etwa 2 m bis zur Schwanzspitze und sind meistens
graubräunlich, doch giebt es unter den feinern Sorten
auch weiße, schwarze und graublaue. Die größten
und schönsten W. kommen aus dem nördl. Amerika
von der Labradorküste, dem East-Maine-Gebiet und
den von den Eskimos bewohnten Gegenden und aus
Sibirien. Die geringen Felle geben sehr warme
Pelze, die besonders in Ungarn verwendet werden;
die guten dienen zu Decken u. dgl. W. kosten 4^
bis 60 M. das Stück.
Wolfsgruben, im eigentlichen Sinne Erd-
gruben, die zum Wolfsfang dienen. In der Be-
^stMvugskunst benutzt man ähnliche Anlagen als
Hindermsmittel und zwar große und kleine W. von
1^2 und/.,'" Tiefe. Sie sind kegelförmig, auf der
Sohle wird ein oben zugespitzter Pfahl angebracht.
Man legt die W.
in mehrern Reihen
fcbachbrettförmig
hintereinander
an. (S.beistehende
Figur.) Neuer-
dings sind sie
wenig mebr ge-
brä'uchlicb.
Wolfsgürtel, Wolfshemd, s. Werwolf.
Wolfshunger, s. Heisibunger.
Wolfskirsche (Tollkirsche), s. XnoM und
Tafel: Giftpflanzen II, Fig. 1.
Wolfsklauen, Bezeichnung für die sunktions-
losen Zehen der Hunde, die an der Innenseite der
Hinterfüße oberhalb der übrigen Zehen vorkommen.
Wolfsmilch, s. N^noibili, und Tafel' Gift-
pflanzen I, Fig. 4.
Wolfsmilchschwärmer "Deii^inlii i'upilm'-
diae /^.), sehr bekannter, in den meisten Teilen
Deutschlands gemeiner Abendschmetterling, der biö
zu 70 mni spannt, sehr elegant rotgrau und oliv-
grün auf den vordern und rot uuo schwarz auf den
hintern Flügeln gezeichnet ist. Die sehr auffällig,
auf fchwarzgrünem Grunde weiß punktierte, mit
roten und gelben Längsstreifen und rotem Schwanz-
horn verzierte Naupe lebt im Hochsommer und Herbst
auf Wolfomilcharten, verpuppt sich in der Erde und
liefert im folgenden Mai oder Funi den Falter.
Wolfspilz (Nl)l6w8 Wpinu5 /'>.), in feuchteil
Wäldern im Herbst vorkommender Nöhrenpilz, mit
5-10 cin breitem, stark gewölbtem, anfangs bläu-
lichem, später gelbem Hut und sehr dickem, etwa
6-7 cm bohem, intensiv rot gefärbtem Stiel. Ta5
Fleisch erscheint beim Bruche erst gelblichwelß, nimmt
aber in Berührung mit der Lust sehr bald eine blaue
Färbung an. Der W. gebort zu den giftigen Pilzen,
kommt jedoch nicht febr häusig vor und fällt durch
die blutrote Farbe des Stiels sowie durch die gleich-
falls rote Färbung der Nöhrchenschicht leicht auf.
Wolfsrachen, s. Gaumenspalte.
Wolfsspinnen (l'jfiAi'ÄliHe), eine Unterord
nung der Spinnen (s. d.) mit in drei, seltener vier
Querreihen angeordneten Augen, stark gewölbtem
nnd nach vorn verschmä'lertem Kopfbruststück. Sie
spinnen keine Netze, sondern erhascben ihre Beute in
raschem Laufe. Das Weibcheu bewacht feine in ein
kugeliges Gespinst eingeschlossenen Eier oder tragt
sie bei sick. Man teilt die W. in Schar fangen
iOxvopiäas!) und eigentliche W. (I.vco8iäH<>).
Zu letztern gehören die bei uns in Wäldern lebende
höhlenbewohn e nde N olfsfpinne (I^co^ iu-
(luilwk l^., s. Tafel: Spinnentiere und Tau-
fendfüßer I, Fig. 2), die sich am Tage in selbst-
gegrabenen Höhlen verbirgt, und die Tarantel.
Wolfsspitz, s. Hunde.'
Wolfsstahl, s. Eisenerzeugung.
Wolfstein. 1) Bezirksamt im bayr. Neg.-Bez.
Niederbayern, bat 0(N,<i ^m und (1895) 29058
(14162 männl., 14896 weibl.) E. in 46 Gemeinden
imd 369 Ortschaften; Sitz des Bezirksamtes ist das
Vergschloft W. bei Freyung (s. d., Bd. 17),
auf einem vom Sausbach umflossenen Felsen. ^
2) Stadt im Bezirksamt Kusel des bayr. Neg.-Bez.
Pfalz, lintö an der Lauter, in 181 ni Höhe, am östl.
Fuß des Königsberges und all der Linie Kaisers-
lautern-Lauterecken (Lautertbalbahn) der Pfülz.