Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

124
Bamberg - Bánffy
C. Förster, Balneotherapie (Riga 1894); Gilbert,
Italiens Thermen (Wien 1894); Preyß, Siofok nnd
die Bäder Ungarns (Budapest 1894); ders. T)ie See-
bäder, deren Wirkung und Gebrauch (ebd. 1894);
Herrnheiser, Verzeichnis der Kurorte und Sommer-
frischen Deutsch-Böhmens (Prag 1895); Schücking,
Die Brunnen- und Badeorte in Deutschand, Oster-
reich-Ungarn, Schweiz u. s. w. (18. Aufl., Verl. 1895);
Monatsschrift für praktische Balneologie, offiziellem
Organ des Allgemeinen Deutschen Bäderverbandes
(1. Jahrg., Münch. 1895); Felir, 1.68 pwc>68 6t
168 8t^ti0ii8 inin6i-al68 ä6 1a. U6l3i<in6 ^Budapest
1895); Fricker, Wegweiser zu den Heilquellen und
Kurorten der Schweiz (2. Aufl., Zur. 1895); Reimer,
Klimatische Winterkurorte (4. Aufl., Verl. 1895).
^Bamberg ist Sitz eines Bezirkskommandos
und hat (1895) 38940 <19293männl.,19647 wcibl.)
E., darunter 5527 Evangelische und 1168 Israe-
liten, 3209 Wohngebäude und 8304 Daushaltungen,
d. i. eine Zunahme seit 1890 um 3125 Personen
oder 8,8 Proz. Die Zahl der Geburten betrug 1895:
1168, der Eheschließungen 311, der Sterbefälle (ein-
schließlich 31 Totgeburten) 799.
"Vamberg, Felix, starb 12. Febr. 1893 zu St.
Gratien bei Paris.
*Bamberger, Ludwig, schloß sich bei der Spal-
tung der Deut'schfreisinnigen Partei 1893 der Frei-
sinnigen Vereinigung an, bewarb sich aber bei der
Reichstagsneuwahl nicht wieder um ein Mandat.
Er schrieb noch: "Silber" (1. bis 3. Aufl., Verl. 1892),
"Die Etichworte der Silberleute>> (1. bis 5. Aufl.,
ebd. 1893). Von seinen "Gesammelten Schriften" er-
schienen zuerst Bd. 2: "Charakteristiken" (Berl. 1894),
Bd. 3: "Polit. Schriften von 1848 bis 1868" (ebd.
1895) und Bd. 4: "Polit. Schriften von 1868 bis
1878" (ebd. 1896).
Bambunüsse, im Handel Benennung der Sa-
men der Sagoweinpalme.
"a.noa. Ä'It2.1ia.. Diese Bank ist in Italien
laut Gesetz vom 10. Aug. 1893 an Stelle der üanc^
^2ionai6 11611x6M0 (1'IWÜH (s. d., Bd. 2) getreten,
und es sind mit ihr die zwei toscan. Notenbanken (die
Lancld national 6 ^<)8canH und die 15anca ^08caiia
61 O6(1ito) verschmolzen worden. Der Hauptsitz der
Bank ist in Rom; Hauptcomptoirs (866i) und Succur-
salen sollen in den bedeutendcrn Städten, Agenturen
<HA6"2i6) ^ h^ kleinern Ortschaften je nach Be-
dürfnis errichtet werden. Ursprünglich sollte das
Grundkapital der Bank aus 300 Mill. Lire in 300000
Stück Aktien zu je 1000 Lire bestehen, wovon 70 Proz.
einzuzahlen waren. 1895 wurde beschlossen, das
Kapital um 30 Mill. Lire, die einzelne Aktie also um
100 Lire, zu vermindern, durch weitere Einzahlung
von 10 Proz. auf die Aktie das Kapital aber wieder
auf 210 Mill. Lire zu bringen. Zufolge Art. 5 des
Vertrags mit der Regierung von 1894 darf die jähr-
liche Dividende höchstens 40 Lire auf die Aktie be-
tragen, der Mchrverdienst soll dem Reservefonds
gutgeschrieben werden. Das Recht der Notenaus-
gabe wurde der Bank in Gemeinschaft mit den nicht
aufgehobenen zwei andern Zettelbanken, lianco äi
Napoli in Neapel (Kapital 48,75 Mill. Lire) und
Lanco äi 8ici1w in Palermo (Kapital 12 Mitl. Lire),
auf 20 Jahre verliehen. Für die ersten 4 Jahre
wurde das Marimum der Notenausgabe auf 1097
Mill. Lire festgesetzt, wovon auf die Bank von Italien
800, auf die von Neapel 242 und auf die von Siei-
lien 55 Mill. Lire entfallen. Der Umlauf soll aber
stufenweise alle 2 Jahre derart erniedrigt werden,
daß er nach Ablauf von 14 Jahren nur noch 864
Mill. (630,190 und 44 Mill.) Lire beträgt. Durch
Finanzgesetz vom 8. Aug. 1895 wurden diese Perio-
den um je 1 Jahr verlängert. Die Überschreitung
der Maximalgrenze des Notenumlaufs soll nur gegen
metallische Volldcäung gestattet sein. Die Bar-
deckung der Noten in den Grenzen des Kontingents
soll 40 Proz. betragen, davon 33 Proz. in gesetz-
lichem Metallgeld und Goldbarren (drei Viertel in
Gold); die restlichen 7 Proz. können in guten Wech-
seln auf das Ausland und nach dem erwähnten Fi-
nanzgesetz von 1^95 in Kontokorrentdepositen bei
gewissen ausländischen Banken bestehen. Nach dem
ursprünglichen Gesetz sind die Banken zur Einlösung
der Noten, die gesetzliche Zahlungskraft haben, in
Metallgeld verpflichtet; ein späteres Gesetz von 1894
verpflichtet sie aber, 200 Mill. Lire GM zur Ver-
fügung der Staatskasse zu halten (sog. Immobili-
sierung) und stellt ihnen dafür 200 Mill. Lire in
Etaatspapiergeld zur Einlösung der Noten zur Ver-
fügung, was also, solange dieses Papiergeld unein-
löslich bleibt, den Zwangskurs der Noten bedeutet.
Die Stückelung der Noten ist 50,100, 500 und 100n
Lire. Nber den Auotausch der Noten zwischen den
Banken untereinander sind ebenfalls gesetzliche Be-
stimmnngen getroffen. Die Bankgeschäfte sind in der
Hauptsache beschränkt auf Wechseldiskontierung,
Lombarddarlehen, Kauf und Verkauf von ausländi-
schen Golddevisen, Annabme von verzinslichen De-
positen. Der Betrieb von Bodenkreditgeschüften ist
den Notenbanken untersagt; die Bank von Italien
bat aber die laufenden Geschäfte dieser Abteilung
((i'6äito lunäwi-io) der frühern Nationalbank abzu-
wickeln. Nach dem Finanzgesetz von 1895 ist die
Summe, welche die Banken in Staatspapieren an-
legen dürfen, auf 103 Mill. Lire befchränkt, davon
die U. ä'I. 75 Mill. Die Vorschüsse an den Staat
sind im Marimum auf 135 Mill. festgestellt, davon
bat die N. ä'I. 100 Mill. zu leisten; der Zinssatz für
solche Vorschüsse beträgt 1^2 Proz. Der Reserve-
fonds der Bank von Italien soll dem fünften Teil
des Nominalkapitals entfprechen und 20 Proz. des
Reingewinns für ihn verwendet werden. (S. Noten-
banken, Bd. 12.) - Vgl. Ferraris im 1. Supplement-
band des "Handwörterbuchs der Staatswissenschaf-
ten" (Jena 1895), S. 189 fg.; Supino, 8wi-m äellu
cii'co1a2i0N6 dancaria in Italic äi 1860 - 94 (Tur.
1895).
Banffy, Desider, Freiherr von, ungar. Staats-
mann, geb. 28. Okt. 1843 zu Klausenburg, studierte
in KlauMburg, Berlin und Leipzig die Rechte und
widmete sich dann der polit. Laufbabn. Als An-
hänger des von Koloman Tisza geführten linken
Centrums wurde er 1875 Obergespan des Komitats
Szolnok-Dobota und Schriftführer des Magnaten-
hauses. Alls dem Gebiet der Volkswirtschaft entfal
tcte er eine hervorragende Thätigkeit, organisiert
1879 in Tees eine großangelegte Ausstellung und
gründete 1881 die Szamosthalbahn. 1883 wurde
ihm auch dieWürde eines Obergespans desBesztercze-
Naszöder Komitats übertragen. B. bekleidet auch
das Ehrenamt eines Oberkurators der eoairg.-reform.
Kirche. 1891 legte er seine Stelle als Obergespan
nieder und wurde 1892 als Vertreter des Wahlbezirks
Szilägy-Somlö zum Präsidenten des Abgeordneten-
hauses gewählt. Nach dem Rücktritt des Kabinetts
Wekerle wurde V. im Jan. 1895 mit der Bildung des
neuen Ministeriums betraut. Was seinen Vorgän-
gern nicht gelingen wollte, die Durchführung der