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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Folia; Folie; Forellen; Foulards

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Folia - Foulards

beim Ätzen in Kupfer etc., die nicht anzuätzenden Stellen mit einem Deckfirnis geschützt sein müssen. Die Mattätzung ist am meisten im Gebrauch, da nicht nur alle Gradeinteilungen an Thermometer- und andern Skalen so erzeugt werden, sondern auch die jetzt so gebräuchlichen Glasscheiben in matten Musterungen. Hierbei werden durch ein Überdruckverfahren ähnlich wie bei der Verzierung von Steingutgeschirren die Stellen mit Deckfirnis versehen, welche hell bleiben sollen. Die F. wirkt in heftigster Weise zerstörend auf alle organischen Stoffe; ein Tropfen, auf die Haut gebracht, bewirkt ein bösartiges und gefährliches Geschwür. Als ein verwandter Gegenstand möge zugleich mit erwähnt werden die Kieselflußsäure (Siliciumfluorwasserstoff, acidum hydrofluorosilicicum, acidum hydrosilicicum fluoratum), welche, sonst nur als chemisches Reagens gebraucht, neuerdings auch in die Technik eingetreten und Handelsware geworden ist. Trifft man nämlich Veranstaltung, daß die Flußsäure gleich im Entstehen sich mit Silicium sättigen kann, indem man zu Flußspat und Schwefelsäure noch Quarzsand, Glaspulver u. dergl. mischt, so ist das entwickelte Gas Kieselfluorwasserstoff. Man leitet dasselbe in Wasser, wo es noch eine Umwandlung erleidet, indem sich ein Teil des Kiesels als Gallert wieder absondert, während das Wasser sich säuert und bei längerm Einleiten zu einer starken Säure wird. Man benutzt diesen Stoff als Ätzbeize in der Zeugdruckerei statt der teuren Weinsäure, ebenso statt des Weinsteins beim Verzinnen durch das sog. Weißsieden. Auch andre Benutzungsweisen sind in Vorschlag gebracht worden. Zollfrei.

Folia bedeutet Blätter, im Droguenhandel natürlich getrocknete. Die wichtigsten sind: F. aconiti, Eisenhutblätter; f. aurantii; f. althaeae, Eibischblätter; f. boldo, Boldoblätter; f. bucco, Buccoblätter; f. carobae, Carobablätter; f. coca, Cocablätter; f. digitalis, Fingerhutblätter; f. farfarae, Huflattichblätter; f. hyoscyami, Bilsenkrautblätter; f. Lauri, Lorbeerblätter; f. laurocerasi, Kirschlorbeerblätter; f. nicotianae, Tabakblätter; f. Salviae, Salbeiblätter; f. Toxicodendri, Giftsumachblätter; f. uvae ursi, Bärentraubenblätter. Die zum Gewerbe- und Medizinalgebrauch dienenden Blätter sind im allgemeinen zollfrei. Von den vorgenannten gehören nur Lorbeerblätter der Tarif-Nr. 25 p 2 und Tabakblätter der Nr. 25 v 1 an.

Folie; so nennt man aus verschiednen Metallen geschlagene oder gewalzte Blätter oder dünne Bleche zu verschiedner Verwendung. Aus Gold, Silber und Kupfer oder Tomback geschlagne, glänzende Folien, dienen bei Schmuckwaren zum Unterlegen von Edelsteinen und Glasflüssen, während die aus Zinn (Stanniol) gewalzten Blätter teils zur Herstellung der Spiegelbelegung, teils als Emballage für Schnupftabake, Schokoladen und andere Waren dienen und Bleifolien verschiedene Verwendung finden, aber als Emballage für Genußwaren nicht gebraucht werden dürfen. Da F. nichts weiter bedeutet als Blatt, so ist es auch statthaft das Wort auf andre Substanzen anzuwenden und z. B. Leimfolie statt Gelatine zu sagen. Zoll: F. aus echtem Gold oder Silber s. Tarif im Anh. Nr. 20 a, aus unechtem Nr. 20 c 1; aus unedlen Metallen vergoldet oder versilbert Nr. 20 b 1; aus Kupfer oder Tombak Nr. 19 d 2; aus Blei Nr. 3 d; aus Zinn Nr. 43 d.

Forellen (frz. truite, engl. trout grey). Diesen Namen führen einige zur Sippe der Edellachse gehörigen Fische, die sich durch ein nobles Äußere und schöne Färbungen, so auch durch ein vorzüglich wohlschmeckendes und nahrhaftes Fleisch und Fett auszeichnen. Es gehören hierher:

1) die in klaren Gebirgswässern und Waldbächen lebende Bachforelle (Trutta fario), mit ihrer bunten, augenförmigen Tüpfelung, die als Delikatesse immer noch ziemlich teuer bezahlt werden muß, in der Folge aber hoffentlich zugänglicher werden wird, da schon der Anfang gemacht ist, auch diesen schönen Fisch in angelegten Weihern künstlich zu vermehren, zu züchten und zu mästen, wobei derselbe eine Schwere bis zu 5 kg erreichen soll, während jetzt schon solche von 1 kg für sehr ansehnlich gelten und man sich meistens mit solchen von Heringsgröße und noch kleinern begnügen muß. Es dürfen jedoch F. unter 18 cm. Länge nicht mehr verkauft werden. Forelleneier werden jetzt, künstlich befruchtet, sehr viel in die Gebirgsbäche ausgesetzt. Während der Zeit vom September bis mit Dezember dürfen F. nicht gefangen und verkauft werden. Die Versendung dieser Fische geschieht entweder lebend durch Eilgelegenheit oder geschlachtet und zwischen Kohl- und dergl. Blätter gepackt.

2) Die Lachs- oder Grundforelle (Trutta lacustris), auch Seeforelle genannt, lebt in Süßwasserseen. Sie findet sich fast in allen schweizer Seen, namentlich im Genfer und Bodensee und wird zuweilen 20-25 kg schwer. Der schönste und delikateste dieser Süßseefische ist 3) der Ritter, Salbing, Saibling, Rotforelle (Salmo salvelinus), nicht schwerer als 5 kg werdend, aber mit köstlichem Fleisch, ein Bewohner der schweizer, bairischen und tiroler Seen. Andre verwandte Arten sind Äschen, Fölchen, Rheinlanken, Gangfische, die alle gute Gerichte und Handelsartikel geben. Die Lombardei hat eine besondre, marmorierte Forellenart. Von hier wie aus den schweizer Seen werden ansehnliche Mengen solcher Fische teils geräuchert; teils mariniert in den Handel gebracht; der stärkste Abnehmer ist Frankreich. 4) Die Meerforelle, zuweilen auch Lachsforelle genannt, (Trutta trutta) in der Ostsee und Nordsee, wird 12-15 kg schwer. Am großartigsten ist der Fang und Handel mit diesen Lachsforellen in Schottland, wo die Flüsse Tay, Tweed, Spey und Esk alljährlich ungeheure Mengen von Lachsforellen liefern, die aus dem Meere des Laichens wegen in die Flüsse kommen und eingesalzen weit und breit verschickt werden. Zoll s. Aal.

Foulards (Fulas) sind ursprünglich ostindische buntgedruckte seidne Hals- und Taschentücher. Gegenwärtig bezeichnet der Name meistens Kleiderstoffe aus ungezwirnter Rohseide mit floretseidnem Schuß oder auch ganz Seide gewebt, die sich schon länger in Gunst halten, dabei aber