Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Kupferoxyd; Kupfervitriol; Kürbisse

304

Kupferoxyd - Kürbisse

als Räuchermitel ^[richtig: Räuchermittel]. Es wird dazu (nebst Chloroform) in Spiritus gelöst und dieser angezündet, wobei sich das Chlorkupfer dampfförmig verbreitet. Die weingeistige Lösung des Chlorids brennt mit schön grüner Flamme und dient daher auch zu farbigen Feuereffekten. - Zollfrei.

Kupferoxyd (Kupfermonoxyd, Cuprum oxydatum, Kupfermohr), ein schwarzes, in Wasser unlösliches Pulver, das durch Auflösung in Säuren die betreffenden blauen oder grünen Kupfersalze gibt. Man kann es erhalten durch Glühen des Vitriols, bis alle Schwefelsäure ausgetrieben ist; leichter geht der Prozeß mit dem salpetersauren und kohlensauren Salz. Ferner durch Kochen einer Kupfervitriollösung mit Ätzkalilauge. Durch kalte Ätzkalilauge erhält man einen hellblauen Niederschlag von Kupferoxydhydrat oder Kupferhydroxyd. Das Oxyd dient bei chemischen Arbeiten als oxydierendes Mittel und zur Darstellung andrer Kupferpräparate. Ebenso leicht wie in Säuren löst sich das Kupferoxydhydrat in Salmiakgeist mit tiefblauer Farbe; die Flüssigkeit ist Kupferoxydammoniak, ausgezeichnet durch seine Fähigkeit, Pflanzenfaser aufzulösen, durch welche es zu einem Mittel zur Prüfung von Spinnstoffen und Geweben brauchbar ist. - Kupferoxydul (Kupfersemioxyd, Cuprum oxydulatum) wird am einfachsten aus dem Oxyd erhalten durch Glühen desselben mit metallischem Kupfer in geschlossenem Tiegel, sowie auch auf nassem Wege. Es ist ein braun- oder violettrotes Pulver und ist derjenige Stoff, welcher Glasflüssen die schöne an böhmischen Gläsern so häufig verwandte Rubinfarbe erteilt, die man früher nur durch Gold zu erzeugen vermochte. - Zollfrei.

Kupfervitriol (Blauer Vitriol, blauer Galitzenstein, Cyprischer Vitriol, schwefelsaures Kupferoxyd, Kupfersulfat, lat. Cuprum sulfuricum, frz. sulfate de cuivre, engl. blue vitriol); das wichtigste Kupfersalz wird in großen Mengen erzeugt und verbraucht; bildet das bekannte schön blaue, großkristallinische Salz, aus 31,80 Kupferoxyd, 32,14 Schwefelsäure und 36,06 Kristallwasser bestehend. In trockner Luft wittert letzteres allmählich aus, das Salz überrindet sich weiß und verwandelt sich endlich ganz in ein weißes Pulver; beim Erhitzen auf 200° C. findet diese Entwässerung sogleich statt und man hat nun den gebrannten K. Das Salz löst sich in 4 Teilen kaltem, in 1 Teil heißem Wasser auf, schmeckt ekelhaft metallisch und wirkt giftig, brechenerregend. Der Entstehung und Darstellung desselben sind wir zum Teil schon bei dem Ausbringen des Kupfers begegnet. Fertig gebildet findet es sich in Grubenwässern der Kupferbergwerke aufgelöst, auch mitunter, in trockenen Ländern, als Anflug oder Überzug auf Gestein, oder in derben nierenförmigen Massen. Die Grubenwässer, als sehr verdünnte Vitriollösungen können durch bloßes Eindampfen zugute gemacht werden, doch nur da, wo die Feuerung sehr wohlfeil zu haben ist. Durch direktes Auflösen von zerkleinertem metallischen Kupfer in Schwefelsäure wird das Salz nur da hergestellt, wo man die dabei entstehende schweflige Säure wieder verwerten kann, also in einigen Schwefelsäurefabriken. Die Säure muß dabei heiß und konzentriert sein; unter diesen Umständen entreißt das Metall einem Teile der Säure Sauerstoff um sich erst zu oxydieren; der beraubte Anteil ist dadurch zu schwefliger Säure geworden, welche gasförmig entweicht. Kupferhammerschlag, also bereits oxydiertes Kupfer löst sich leicht in schwächerer Säure und wird unter passenden Umständen gern zu Vitriol verarbeitet. Kupferhütten gewinnen das Salz durch Auslaugen der sog. Kupfersteine und gerösteten Schwefelerze und besonders wenn ein Silber- oder Goldgehalt der Erze auf nassem Wege abgeschieden wird. Enthalten die Kupfererze zugleich Schwefeleisen, so enthält das Röstgut auch Eisenvitriol, der mit in Lösung geht und entweder durch Kristallisationsarbeiten abgetrennt wird oder auch mit in die Kristallisation eingeht. Dies gibt dann einen unreinen, grünlich blauen Vitriol, der für manche Zwecke der Färberei gerade so gebraucht wird (Adlervitriol, s. d.). Übrigens ist selten ein käuflicher Vitriol ganz eisenfrei. Das reinste Salz kommt, und zwar in großer Menge, von den Affinier- oder Scheideanstalten, deren es sowohl in Münzateliers als auch selbständig in mehrern Städten gibt. Die hier nur kurz zu berührende Operation derselben besteht im Auflösen alter Gold- und Silbermünzen in heißer konzentrierter Schwefelsäure. Da alle Münzen Kupfer und die silbernen meistens auch eine Wenigkeit Gold enthalten, so hat man es in der Regel mit allen drei Metallen zu thun. Das Gold als unlöslich bleibt in Pulverform zurück, während Kupfer und Silber sich lösen. In diese Lauge werden Kupferplatten gelegt, bis alles Silber als Schlamm herausgefallen ist. Die Flüssigkeit enthält nun lauter K., teils den schon darin gewesenen, teils neu gebildeten, indem die das Silber verlassende Schwefelsäure immer gleich ebenso viel Kupfer aufgelöst hat. Das Salz wird sonach bei verschiednen Gelegenheiten und an mancherlei Örtlichkeiten gewonnen, unter andern auch in sehr guter Qualität auf den Kupferhütten des sächsischen Erzgebirges. Zu dem deutschen Erzeugnis kommt auch noch mehr oder weniger englische Ware, je nachdem die Preiskonjunkturen die Einfuhr begünstigen. - Unter den Verwendungen des blauen Vitriols ist wohl die so viel geübte Galvanoplastik in erster Stelle zu nennen; hier spielt das Salz die Rolle eines Erzes, aus welchen die elektrische Kraft das gediegene Metall ausbringt. Auch für andre Kupferpräparate bildet das schwefelsaure Salz den gewöhnlichen Ausgangspunkt. Häufig wird dasselbe gebraucht in der Färberei und im Kattundruck; zur Darstellung verschiedner grüner Farben; ferner zur Konservierung von Eisenbahnschwellen, zum Beizen von Saatgetreide etc. Medizinisch wird das gereinigte Salz nebst andern Kupferverbindungen in sehr kleinen Gaben innerlich verwendet, in größern als rasch wirkendes Brechmittel; äußerlich zum Ätzen, als Augenmittel. - Zollfrei.

Kürbisse zum Genuß der Frucht als Gemüse oder Brei oder zur Fütterung werden besonders zwischen Aschaffenburg, Darmstadt und Frankfurt bis Heidelberg im großen gebaut,