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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Pimpinellwurzel; Pinchbeck; Pincops; Piniolen; Pink colour; Pinksalz; Piperin

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Pimpinellwurzel - Piperin

spanischen oder großen mejikanischen P. von der Tabaksmyrte, Myrtus Tabasco Schlecht, grünlichgrau, groß, dickschalig, und den kleinen mejikanischen oder Kronpiment oder Craveiro, von den Amomisarten. Piment de Mozambique ist gelber spanischer Pfeffer aus Ostindien, die schönste Sorte. - Vgl. unter Pfeffer. - Zoll gem. Tarif im Anh. Nr. 25 i.

Pimpinellwurzel (radix pimpinellae), kommt von den zwei bei uns häufig wild wachsenden Arten des Geschlechts Pimpinella, zu welchem auch der Anis gehört, nämlich P. magna, der großen, und P. saxifraga, der gemeinen P. oder Bibernell. Die erste dieser Doldenpflanzen wächst auf Wiesen, unter Gebüsch, an Rändern und lichten Stellen der Wälder häufig, die andre nicht minder auf trocknem sandigem Boden, Triften, Hügeln, Wegrändern. Die Wurzeln dieser ausdauernden Gewächse sind im Frühjahr oder Spätherbst zu graben, wenn sie mehrjährig sind. Sie gehören zu den alten Volks- und teilweise auch noch zu den offizinellen Mitteln. Zuweilen wird nur die Wurzel der gemeinen P. als die wahre und richtige bezeichnet. Der Geruch ist stark, aber widerlich gewürzhaft, der Geschmack ähnlich, dabei scharf und brennend.

Die Wurzel wird in Form von Tinktur und Extrakt gegen Heiserkeit und Husten angewandt, volkstümlich auch wohl mit Branntwein angesetzt. Geruch und Geschmack haben ihren Grund in einem Gehalt an ätherischem Öl und scharf schmeckendem Weichharz. Mit dem Namen P. belegt die Volkssprache auch noch andre, ehedem auch medizinisch verwendete Pflanzen, nämlich den gemeinen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) und die ihm ähnliche Becherblume (Poterium Sanguisorba). - Zoll: P. ist zollfrei. Alkohol oder ätherhaltige Tinkturen oder Extrakte davon gem. Tarif im Anh. Nr. 5 a.

Pinchbeck ist eine der mancherlei Benennungen zur Bezeichnung goldähnlicher Kupfer-Zinklegierungen. Die dem P. am nächsten kommende, oder ganz mit ihm übereinstimmende Legierung ist Tombak. - Zoll: s. Britanniametall.

Pincops sind die von der Spinnmaschine fertig gelieferten Kötzer von baumwollenem Schußgarn, welche direkt in die Schütze des mechanischen Webstuhls eingelegt werden; vgl., auch über den Zoll, Baumwollengarn.

Piniolen (Pineolen, Pignolen); die sog. Piniennüsse, besser -Kerne aus den Zapfen der Pinie (Pinus Pinea), eines schönen, nur im Süden Europas, Italien, Spanien, Südfrankreich gedeihenden Nadelbaums mit schirmförmiger Krone. Die doppelt faustgroßen, eiförmigen, aufrechtstehenden und nicht unter zwei Jahren reifenden Zapfen bergen am Grunde ihrer Schuppen je zwei Samen, die im Verhältnis zur Frucht auch größer und inhaltreicher sind, als die in unsern Nadelholzzapfen. Sie sind etwa 1 cm lang, schmal und etwas gekrümmt, an beiden Enden zugerundet und haben unter der rotbraunen Oberhaut einen milchweißen, öligen Kern wie Nüsse und Mandeln; die Kerne schmecken auch so, nur mit Beigabe eines leisen, feinen Beigeschmacks nach Harz, der eine besondre Würze zum Genuß bildet.

Pinienwäldchen und -Pflanzungen gibt es in manchen Gegenden Italiens sehr häufig und es werden im ganzen dort bedeutende Massen von Kernen gewonnen, allerdings auch großenteils an Ort und Stelle verzehrt und ausgeführt, wozu man sie in geteerte Säcke verpackt. Sie werden außer von Italien, besonders Sizilien, noch von der Levante, Marseille, Barcelona aus in den Handel gebracht, finden sich bei uns in den Südfruchthandlungen und dienen hauptsächlich zu Dessert und Näscherei. Ihre Haltbarkeit ist indes keine große und man trifft daher nicht selten auch ranzig gewordene, die nicht mehr munden. - Zoll gem. Tarif im Anh. Nr. 25 p 2.

Pink colour (Nelkenfarbe) oder Minerallack ist ein mineralischer Farbstoff, ein feines, schweres Pulver von schön rosenroter Farbe, einem hellen Krapplack ähnlich. Er bildet eine schöne, dauerhafte Farbe zum Bemalen und Bedrucken von Porzellan und Fayence, wie zur Erzeugung farbiger Glasuren, die von dunkelviolett bis rosa herstellbar sind. Auch als Öl- und Wasserfarbe, wie zur Bereitung farbiger Papiere hat der Stoff Verwendung.

Derselbe ist seinem Wesen nach ein Glas aus Zinnoxyd, Quarz und Kalk, das durch chromsaures Zinnoxyd gefärbt ist. Die Ingredienzen der Masse sind demnach rotes chromsaures Kali, Quarz und Kreidepulver und Zinnoxyd, dargestellt durch Behandlung von metallischem Zinn mit heißer Salpetersäure. Die Mischung wird in einem hessischen Tiegel geglüht, dann gemahlen und nochmals unter Zusatz von Soda geglüht, bis die richtige Nüance erreicht ist, dann definitiv gemahlen, geschlämmt und getrocknet. - Zollfrei.

Pinksalz (frz. chloride d'étain ammoniacale; engl. pink-salt); eine zinnhaltige Komposition, welche in der Färberei in Fällen dient, wo das Zinn in völlig neutraler, die Gewebfaser nicht angreifender und gewisse Farben nicht verändernder Verbindung gebraucht wird. Dieselbe besteht aus einer Verbindung von Zinnchlorid (doppelt Chlorzinn) mit Salmiak und wird als Niederschlag erhalten, wenn eine konzentrierte heiße Lösung des erstern in eine solche des andern eingegossen wird. Es bildet trocken ein blendend weißes kristallinisches Pulver, das in Wasser leicht löslich ist, oder bei Arbeiten mit verdünntern Lösungen größere wasserhelle glänzende Kristalle. Man gebraucht die Lösungen dieses Doppelsalzes besonders als Beize beim Hellrotfärben, daher es auch Rosasalz genannt wird. Seine Wirkung besteht darin, daß sich aus der Lösung, wenn sie mit den Stoffen gekocht wird, Zinnoxyd festhaftend auf die Faser niederschlägt und als Grund für Aufnahme der Farbe dient. - Zollfrei.

Piperin (Piperinum). Eigentümlicher, im schwarzen und weißen Pfeffer, sowie auch im langen Pfeffer enthaltener Stoff, gehört zu den schwachen stickstoffhaltigen organischen Basen und erscheint in kleinen, farblosen, glasglänzenden Kristallnadeln, die in Wasser selbst in der Siedehitze nur wenig löslich sind, sich dagegen leicht in kochendem Weingeist lösen, ebenso in Benzol und in Chloroform. Das P. ist geruchlos