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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Hydrárgyrum oxydátum; Quecksilberoxyd

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Chemikalien unorganischen Ursprungs.

tropfbar flüssig gewonnen wird. In diesem Zustande ist es noch sehr unrein; es enthält Zinn, Blei, zuweilen auch Cadmium, selbst Spuren von Gold, Sand und sonstigen Unreinigkeiten. Von den gröbsten Beimengungen wird es dadurch befreit, dass man es durch weiches Leder presst. Soll es gänzlich gereinigt werden, so wird es entweder mit etwas verdünnter Salpetersäure oder mit Eisenchloridlösung tüchtig durchgeschüttelt und später mit reinem Wasser gewaschen. Schon auf empirische Weise kann man leicht erkennen, ob ein Quecksilber rein ist oder nicht. Unreines zeigt eine matte Oberfläche, bei anhaltendem Schütteln in halbgefüllter Flasche ein graues Häutchen auf der Oberfläche und an den Wandungen des Glases. Sehr unreines Qu. bildet, wenn man ein wenig davon auf Papier fliessen lässt, keine Kügelchen, sondern beim Bewegen Schwänzchen und Schmutzstreifen auf dem Papier.

Anwendung. Medizinisch nur äusserlich in Verreibung mit Fetten zu Salben und Pflastern; früher zuweilen auch innerlich. Selbst bei äusserlicher Anwendung kann bei dauerndem Gebrauch Quecksilbervergiftung eintreten. Technisch ist seine Verwendung eine sehr grosse, theils zur Bereitung der zahlreichen Quecksilbersalze, ferner zu Knallquecksilber; zur Darstellung von Spiegelamalgam; zur Gewinnung von metallischem Gold und Silber aus den Gesteinen (Amalgamirungsverfahren); zur Anfertigung von Barometern, Thermometern etc. Das Abwägen des Quecksilbers verlangt in doppelter Beziehung grosse Vorsicht. Einmal ist es bei der grossen Beweglichkeit und Schwere des Stoffes nicht ganz leicht genau zu wägen, anderntheils muss man sich sehr hüten, dasselbe zu verschütten, da es sofort in die Fugen des Fussbodens läuft und von dort nicht wieder zu entfernen ist. Immer wird man gut thun, einen kleinen Trichter beim Wägen zu benutzen.

Eine sehr praktische Art und Weise Quecksilber abzuwägen, ist nach der "Pharm. Ztg. " folgende: Man nimmt einen Gummi- oder Korkstöpsel und schiebt denselben in den Hals der Quecksilberflasche so tief hinein, dass derselbe die Flasche dicht verschliesst. Man macht an dieser Stelle einen Strich mit Bleistift, zieht den Kork aus dem Flaschenhals heraus und schneidet nun eine kleine, nicht zu tiefe Rinne in den Kork, die jedoch nicht bis zu dem Bleistiftzeichen reichen darf, sondern einige Millimeter unter demselben aufhören muss. Will man Quecksilber abwägen, so lüftet man den Kork so weit, dass die entstehende kleine Oeffnung das Ausfliessen des Quecksilbers in dünnem Strahle gestattet.

Verbindungen des Quecksilbers mit Sauerstoff.

Hydrárgyrum oxydátum. **+

Quecksilberoxyd.

HgO.

Von diesem Präparat sind zwei Arten im Gebrauch: H. oxydatum rubrum und H. oxydatum flavum oder praecipitatum, welche chemisch gleich, in der Wirkung aber verschieden sind.