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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Gelbschoten; Indicum; Indigo

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A. Farbwaaren für die Färberei.

dunkleren Adern. Als beste Sorte gilt Cuba-, weniger geschätzt sind Tampico- und Jamaica-Gelbholz, noch geringer Portorico- und Brasilien-G. Der Farbstoff besteht aus zwei Säuren, Morinsäure und Moringerbsäure, erstere ist an Kalk gebunden, letztere in heissem Wasser nicht löslich, wohl aber in Kalkwasser. Man benutzt das Gelbholz in der Färberei mit Alaunbeize zur Hervorbringung sehr dauerhafter, aber nicht sehr schöner gelber Farben, dann auch zu Mischfarben, wie braun und grün.

Ausser diesem echten Gelbholz kommt noch aus Ungarn und Südeuropa ein anderes,

Ungarisches, auch Jungfustik oder Fisetteholz genannt. Es stammt vom sog. Perrückenbaum, Rhus cotinus, aus der Familie der Anacardiaceen. Es bildet dünne Knüppel von hartem, festem Holz, aussen bräunlich, innen gelbgrün. Der Farbstoff wird Quercetin, von Anderen Fustin genannt; er ist wenig haltbar.

Gelbschoten (chinesische).

Es sind die getrockneten Früchte verschiedener Gardeniaarten, G. florida, G. radicans, G. grandiflóra; in China, Japan und Cochinchina heimisch. Sie sind 3-5 cm lang, mit 6 hervorstehenden Längsrippen, sehr zerbrechlich; im Innern mit zahlreichen, in gelbes Mark eingebetteten Samen versehen. Sie enthalten Crocin, dem Farbstoff des Crocus gleich.

Indigo.

Indicum.

Diese wichtigste aller blauen Farben ist schon seit dem Alterthum bekannt; schon in den Schriften der Römer und Griechen wird sie erwähnt, wenn auch über ihre Natur vielfach irrige Ansichten verbreitet waren. Man hielt sie lange Zeit für eine Erde, die bergmännisch gewonnen würde. Der Anbau von indigliefernden Pflanzen scheint von jeher in allen wärmeren Ländern gebräuchlich gewesen zu sein, denn auch in Amerika fanden die Spanier bei der Entdeckung dieses Welttheils die Indigkultur vor. Aller Indig des heutigen Handels stammt von Indigoferaarten aus der Familie der Papilionaceen; doch liefern auch andere Pflanzengattungen Indigo, wenn auch nur in geringer Menge. So wurde z. B. früher in Deutschland und anderen europäischen Ländern der Waid, Isatis tinctoria, zu diesem Zwecke angebaut, und in China verfertigte man Indigo aus Knöterigarten (Polygonum). Alle diese Pflanzen treten aber gänzlich zurück, seitdem die Engländer den Anbau der Indigoferaarten in ihren Kolonien in grossartiger und mehr rationeller Weise betrieben. Heute sind es vor Allem Ostindien und der indische Archipel, welche die weitaus grössten Mengen liefern. Die dortige Produktion beziffert sich auf jährlich 4-5 Millionen kg. Man kultivirt in den einzelnen Ländern eine grosse Reihe verschiedener Arten. Die hauptsächlichsten sind: I. tinctoria in Bengalen, Madagascar, Isle de France, St. Domingo (liefert die grösste