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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

Schlagworte auf dieser Seite: All sein; Allon; Allwissenheit

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Allon - Allwissenheit.

§. 3. Allmosen gutherzig zu geben, verbindet einen Jeden a) GOttes Befehl. 5 Mos. 15, 7. Sprw. 3, 27. Luc. 11, 41. 1 Tim. 6, 18. Ebr. 13. 16.

Brich dem Hungrigen dein Vrob, und die, so in Elend sind, führe ins Haus. So du einen nackend siehst, so kleide ihn, und entziehe dich nicht von deinem Fleisch, Esa. 58, 7. (Ezech. 18, 7. Tob. 4, 7. Matth. 25, 35.)

b) GOttes gnädiges Wohlgefallen an dem Allmosen geben. Sprw. 21, 3.

Einen fröhlichen Geber hat GOtt lieb, 2 Cor. 9. 7. 2 Mos. 25, 2. Sir. 35, 11.

Wohlzuthun und mitzutheilen vergeßt nicht, denn solche Opfer gefallen GOtt wohl, Ebr. 13, 16.

c) Der Nutzen, welchen das Geben der Allmosen nach sich zieht, Ps, 41, 3. 3. Ps. 112, 9. Sprw. 3, 9.10. c. 11, 25. nicht bloß leiblicher Segen, sondern himmlischer Segen, 2 Cor. 9, 6. und Erweckung der Herzen der Empfänger zum Preis GOttes und zum Zutrauen zn den Menschen, v. 12. 13.

Ein gutthätiges Auge wird gesegnet, denn er giebt seines Brods den Armen, Sprw. 22, 9. c. 28, 27. (Luc. 14, 12.)

d) Die schwere Strafe, welche harte Herzen betreffen wird, Hiob 24, 21. 22. Sprw. 21, 13. Sir. 4, 5. 6. Luc. 16, 19.

Wer seine Augen abwendet von den Armen, der wird sehr verderben (wird den Fluch wohl empfinden), Sprw. 28, 27.

§. 4. Daher wurde Sodom von GOtt heimgesucht, Ezech. 16, 49. und Nabal mit dem Tode gestraft, 1 Sam. 25, 10. 11. 38.

§. 5. Die heilige Schrift stellt uns einige heilige Männer znr Nachahmung vor.

Den Hauptmann Cornelius, A.G. 10, 2. 3.

Johanna, welche Christo von ihrer Habe Handreichung that. Luc. 8, 3.

Tabea, welche voll guter Werke und Allmosen war, A.G. 9, 36

Tobias, Tob. 1, 3. c. 4, 7 ff.

§. 6. Sie müssen aber a) in einfältiger Demuth, und nicht ehrsüchtig gereicht werden; denn dergleichen garende Hühner will GOtt nicht haben, Matth. 6, 2. b) willig und fröhlich. 2 Cor. 9, 7. Marc. 12, 42. Luc. 21, 3. Röm. 12, 8. Sir. 35, 10. 12. Röm. 15, 26. 2 Cor. 8, 3.

Man muß nicht mit der Hand geben, und ein mürrisch Gesicht dazu machen; c) barmherzig und mitleidig, 5 Mos. 15, 7 ff. Col. 3, 12. 1 Petr. 3, 8. wie der Samariter; bald und ohne Verzug; biss dat, qui cito dat; d) beständig, Gal. 6, 9. 2 Thess. 3, 13. wenn es auch nicht gebührend erkannt wird. Wir müssen dem himmlischen Vater nachfolgen, Luc. 6, 35. Hast du viel, so gieb reichlich; hast du wenig, so gieb doch das Wenige mit getreuem Herzen. Tob. 4, 9.

Allmofen erlösen von allen Sünden, auch vom Tode, und lassen nicht in Noth, Tob. 4, 11.

Allmosen ist ein großer Trost vor dem höchsten GOtt, ib. v. 12. 18.

Die Allmosen erlösen vom Tode, tilgen die Sünde, halten beim Leben, c. 12, 9.

Wie das Wasser ein brennendes Feuer löscht, also tilgt Allmosen die Sünde, Sir. 3, 32. 33.

Sei nicht laß, Allmosen zu geben, Sir. 7, 11.

Leg dem Allmosen an einen besondern Ort, dasselbe wird dich erretten aus allem Unglück, c. 29, 15. Habt acht auf eure Allmosen, daß ihr die nicht gebt vor den Leuten, Matth. 6, 1.

Wenn du nun Allmosen giebst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen, Matth. 6, 2.

Wenn du aber Allmosen giebst, fo laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte thut, ib. v. 3.

Verkauft, was ihr habt, und gebt Allmosen, Luc. 12, 33.

Dein Gebet und deine Allmosen sind hinauf gekommen ins Gedächtniß vor GOtt, A.G. 10, 4.

§. 7. Wenn es Tob. 4, 11. heißt: Allmosen erlösen vom Tode, Todesgefahr; so wiro damit nichts Anders ausgedrückt, als was Ps. 112, 5. 9. gesagt wird, und ist durchaus kein eigentliches Verdienst, sondern eine gnädige Vergeltung von dem grundgütigen GOtt, der an der Gutthätigkeit ein Wohlgefallen hat (§. 3. b.), zu verstehen. Und so sind alle Stellen, welche den Allmosen zuviel beizulegen scheinen, zu erklären.

Allon

Stärke oder Eiche. Ein Sohn Gedajas, und Vater Sephas. 1 Chr. 5, 37.

All sein

a) Ein Ende haben, das Ziel erreichen, b) umkommen, sterben, verderben, vertilgt werden.

a) Der Amoriter Missethat ist noch nicht alle, 1 Mos. 15, 16.

b) Bis daß eure Leiber alle werden in der Wüste, 4 Mos. 14, 33.

Durch Hunger alle werden, Ezech. 5, 12.

Allwissenheit

§. 1. Eine wesentliche Eigenschaft GOttes, vermöge deren er Alles auf das Allergenaueste weiß und kennt.

GOtt erkennt alle Dinge, 1 Joh. 3, 20.

Es ist keine Creatur vor ihm unsichtbar, es ist aber Alles bloß und entdeckt vor seinen Augen, von dem reden wir, Ebr. 4, 13.

§. 2. GOtt ist allwissend, denn er kennet a) Herzen und Nieren, 1 Sam. 16, 7. 1 Kön. 8, 39. Ps. 44, 22. Ps. 139, 1. 2. Jer. 11. 20. c. 17, 10. c. 20, 12. Luc. 16, 15. A.G. 1, 24. c. 15, 8. Offb. 2, 23. Sir. 42, 18. b) alle Thaten und Gänge der Menschen, wenn sie auch solche verbergen wollen. Hiob 34. 21. Ps. 139, 2. 3. Jer. 23, 23. 24. Sprw. 15, 3. Sir. 23, 28. c) er weiß, was zukünftig ist, 1 Mos. 18, 18. 19. 20. (Esa. 42, 9.) Esa. 43, 12. Die Bestreitung der göttlichen Präscienz der freien Handlungen ist etwas Altes: schon die Braminen in den Indischen Schastras thun es mit denselben Gründen, die man jetzt gebraucht, s. Holwell Nachrichten von Hindostan übersetzt v. Kleuker S. 217 f. Cicero de Divinat. l. II. init. Boethius de Consolat. philos. l. V., die Muhamedanische Secte der Jabojachiten, welche Maracci im Prodomus ad Alcoran. P. III. p. 85 so beschreibt: Hi Deum omni scientia expoliant, et mundum juxta occurrentes sibi occasiones illum gubernare affirmant, et neque per totam aeternitatem, neque ante rerum creationem illum scivisse, quid esse eventurum in casibus particularibus; sed usu et experentia practica eorum notitiam acquisivisse; - vorzüglich die Socinianer, deren Hauptstellen Baumgarten in der Polemik I. 91-93 anführt: Andere werden von Cotta zu Gerhard Loc. Th. I. 171. genannt: neuerdings Drobisch Religionsphilosopie L. 1840. S. 209. "Wenn ein Theil des Geschehenen bloß Zugelassenes, nicht Vorherbestimmtes ist, so kann es davon auch kein Vorauswissen, sondern nur ein Wahrnehmendes, mit dem Geschehen gleichzeitges Wissen geben. Die Allwissenheit kann wohl alles, was möglicher Weise geschehen kann, voraussehen, die einzelne Wahl des zur Sittlichkeit bestimmten Geschöpfes kann aber nicht vorausbestimmt gedacht werden, weil damit der Begriff der Wahl aufgehoben werden würde; das Wissen ist also hier nicht vor dem Geschehen möglich; es ist und bleibt, nach menschlicher Ausdrucksweise, ein empirisches, das nicht für die Gottheit zu gering erachtet werden darf.

Die wahre Religion, vor allem die christliche, kann sich unmöglich damit befreunden. Wenn die schon von Leibnitz und Baumgarten gegebene Antwort: