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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

Schlagworte auf dieser Seite: Baum des Erkenntnisses Gutes und Böses; Baum des Lebens

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Baum des Erkenntnisses - Baum des Lebens.

Freude gebe, gleichsam heiter anlächle, frohlockend zujauchze; wie nur der Erlöste mit der ganzen Natur in Harmonie und Sympathie trete und das volle Naturleben mit empfinde.)

§. 3. Ein Baum ist ein Bild eines Menschen, und können beide in verschiedenen Stücken verglichen werden. Nämlich in Ansehung 1) der Schöpfung. Jene sind aus der Erde gewachsen, 1 Mos. 1, 11. dieser aus Erde geschaffen, 1 Mos. 2, 7. c. 3, 19. 2) Der Größe und Höhe. Bäume sind klein und groß; Menschen vornehm und niedrig etc., Sir. 33, 1014. 3) Der Vortrefflichkeit, des Baums unter den Erdgewächsen; des Menschen unter allen lebendigen Thieren, 1 Mos. 1, 26. 27. 4) Der Früchte. Jene waren fruchtbar erschaffen; 1 Mos. 1, 11. diese nach GOttes Ebenbild, 1 Mos. 1, 26. Nach dem Fall wurde die Erde verflucht; 1 Mos. 3, 17. der Mensch verlor das Bild GOttes, 1 Mos. 6, 5. c. 8, 21. Wenn der Baum ausschlägt, muthmaßt man von seinen Früchten; die Jugend eines Menschen lehrt uns gleichsam seine zukünftige Aufführung. 5) Wie der Baum aus den Wurzeln Nahrung empfängt, so der Mensch, wenn er eingewurzelt ist in den Boden der christlichen Kirche: wie beim Baum von der Güte des Safts die Güte der Frucht abhängt, so beim Menschen von dem innern Geiste und Triebe sein Wirken. 6) Anderer Umstände, z. B. a) Ein Baum ist allen Stürmen des Wetters unterworfen; die Menschen haben Angst in der Welt, Joh. 16, 33. Ps. 38, 18. b) Ein Baum wird gefällt, und wo er hinfällt, bleibt er liegen; Pred. 11, 3. der Mensch muß sterben, 1 Mos. 3, 19. Ebr. 9, 27. wie er gelebt, so fährt er. c) Der Baum, wenn er gleich im Herbst entblättert wird, so schlägt er doch im Frühling wieder aus; also ein Mensch stirbt zwar, aber er wird erwecket zur Ewigkeit.

§. 4. Es sind auch Bäume ein Bild eines Regenten, Richt. 9, 8 ff. Ezech. 17, 24. c. 31, 418. Dan. 4, 7. 8. 9. Ein Baum erhebt sich über andere Gewächse: Obrigkeit ist über die Unterthanen erhaben. Jener giebt Schatten; diese soll die Unterthanen schützen: Ein Bild eines Lehrers, Judas v. 12 ff. Baum, aus einem Senfkorn gewachsen, Bild der christlichen Kirche, die den Menschen Schutz gegen die geistigen Feinde und Erquickung in allen Stürmen der Trübsal giebt.

Das Himmelreich ist gleich als ein Senfkorn, welches ein Baum wird, daß die Vögel unter dem Himmel kommen, und wohnen unter seinen Zweigen, Matth. 13, 32.

§. 5. Fruchtbare Bäume sind das Bild der Frommen; unfruchtbare aber das Bild der Gottlosen; welches besonders an beider Früchten zu erkennen.

Der ist wie ein Baum gepflanzet an den Wasserbuchen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit etc., Ps. 1, 3.

Wenn der Baum fällt, er falle gegen Mittag oder Mitternacht, auf welchen Ort er fällt, da wird er liegen, Pred. 11, 3. (d. i. Laßt uns also Gutes thun, so lange wir noch Zeit und dag Leben haben, Gal. 6, 10.)

Daß die übrigen Bäume seines Waldes (übrige Mannschaft von so großer Menge) mögen gezählt werden, und ein Knabe sie mag aufschreiben, Esa. 10, 19.

Daß sie genennet werden Bäume der Gerechtigkeit (die JEsus mit seiner Gerechtigkeit befeuchtet, belebt etc.), Pflanzen des HErrn zum Preise, Esa. 61, 3.

Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Welcher Baum nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen, Matth. 3, 10. c. 7, 19 f. Luc. 3, 9.

Denn es ist kein guter Baum, der faule Frucht trage; und kein fauler Baum, der gute Frucht trage, Luc. 6, 44. Matth. 12, 33. (Faule Bäume sind wilde, unveredelte, die nur wilde Früchte tragen: Bild von Menschen, die nicht durch die Gnade des h. Geistes veredelt sind, deren Werke daher auch nur Werke des natürlichen fleischlichen Triebes sind, ohne innern Werth, und ohne geistlichen Wohlgeschmack zu gewahren.)

Diese Unfläther -; kahle unfruchtbare Bäume, zweimal erstorben und ausgewurzelt, Judas 12.

Baum des Erkenntnisses Gutes und Böses

Dieses war ein natürlicher Baum (ob Apfelbaum? wissen wir nicht), welchen die Weisheit GOttes den ersten Eltern zur Prüfung gesetzt, daß sie ans der Erfahrung inne würden, wie es gut und heilsam sei, dem HErrn gehorchen, und wie es im Gegentheil böse und schädlich sei, dem höchsten Gesetzgeber ungehorsam zu werden. Ach! leider wurden sie, nachdem sie der Teufel, der Lügner, Joh. 8, 44. zur Sünde beschwatzt, 1 Tim. 2, 14. gewahr, was gut und böse; daß sie das Ebenbild GOttes verloren, und sich die Sünde und den Tod auf den Hals gezogen hätten, Röm. 5, 12. S. Augen aufthun §. 2. (Ein solches positives Gebot GOttes war sehr weise, da es diente, durch den concreten Fall die Menschen leicht und schnell zur scharfen Unterscheidung der Begriffe von Gut und Böse zu führen; da sie ohne ein solches höchstens nur erst zur Unterscheidung des Nützlichen und Schädlichen gelangt sein würden.)

Er stand mitten im Paradiese, 1 Mos. 2, 9.

Aber von dem Baum des Erkenntnisses Gutes und Böses sollst du nicht essen. Denn welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben, ib. v. 17.

Baum des Lebens

§. 1. Dieser natürliche Baum ist nicht deshalb so genannt worden, weil der Mensch sein Leben von ihm habe, sondern weil er gedient haben würde, des Menschen Leben vor dem Tode zu bewahren, bis es etwa GOtt gefallen, ihn in das himmlische Freudenleben, jedoch ohne Tod, zu versetzen. Von welcher Art Bäumen er gewesen, bleibt unbekannt, und ob er alle Monate Früchte getragen, läßt sich auch nicht erweisen, und noch weniger, daß er mit dem Baum des Erkenntnisses nur einen einzigen ausgemacht.

Er stand mitten im Paradiese, 1 Mos. 2, 9.

Und breche auch von dem Baume des Lebens, und esse und lebe ewiglich, 1 Mos. 3, 22. (in einem solchen Elende, das er sich über den Hals gezogen.)

§. 2. Dieser Baum des Lebens ist ein Vorbild Christi, Offb. 2, 7. c. 22, 2. 1) Es war nur Ein Baum des Lebens; also ist auch nur Ein Mittler zwischen GOtt und Menschen, 1 Tim. 2, 5. A.G. 4, 12. 2) Jener stand mitten im Garten; Christus ist mitten in seiner Gemeinde, Offb. 2, 7. vgl. Matth. 18, 20. 3) Jener war fruchtbar und sollte die ersten Eltern beim Leben erhalten; Christus giebt das ewige Leben.

§. 3. Die Hebräer haben die Gewohnheit, daß sie Alles, was lieblich, nützlich und herrlich, was das geistliche Leben von irgend einer Seite fördern kann, einen Baum des Lebens zu nennen pflegen; und daher finden wir diese Redensart von verschiedenen Sachen.

Sie (die Weisheit, die selbstständige und die geoffenbarte) ist ein Baum des Lebens Allen, die sie ergreifen; und selig sind, die sie halten, Sprw. 3, 18.

Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und ein Weiser nimmt sich der Leute herzlich an, Sprw. 11, 30.

Die Hoffnung, die sich verzieht, ängstet das Herz; wenns aber kommt, das man begehret, das ist ein Baum des Lebens, Sprw. 13, 12.

Eine heilsame (an sich haltende) Zunge, das ist ein Baum des Lebens; aber eine lügenhafte (verkehrte) macht Herzeleid, Sprw. 15, 4.