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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Aegypten

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Aegypten.

den Ausdruck der höchsten Majestät erhalten mußten. Die Gestalt saß auf einem Throne, die Hände ruhten auf den Knieen; der Kopf war erhoben, der Blick ist geradeaus in die Ferne gerichtet.

Kopf der Nefert. Beim Kopf der Prinzessin Nefert (von einem ähnlichen Standbilde) wurden, um den Ausdruck des Auges möglichst lebendig zu bekommen, die Augäpfel aus Quarz gebildet, die Augensterne, hinter welchen als Pupille ein Silberstift eingelassen war, aus Bergkrystall. Doch auch die Gesichtszüge verstand der Künstler so lebendig zu gestalten, daß uns der Kopf sofort als "Ebenbildnis" erscheint.

Der "Schreiber" des Louvre. Dasselbe gilt von dem Standbilde des Schreibers im Louvre. Im Gegensatz zu dem lieblicheren Frauenbilde haben wir hier das naturwahre Bild eines gespannt horchenden Mannes, dessen knochiges Gesicht wieder den vollen Schein des Lebens hat. Bei diesem ist auch die in der Ausführung des Körpers erstrebte möglichste Naturtreue zu beachten, besonders gut ist die rechte Hand ausgeführt; die Füße sind nachlässig und unrichtig gebildet. Die Augen wie beim vorigen Beispiele.

Der "Dorfschulze". Den Eindruck der vollsten "Porträtähnlichkeit" haben wir jedoch vom Kopfe des sogenannten Dorfschulzen, in welchem wir jedenfalls das beste Bildnis der ägyptischen Kunst besitzen. Die Körperhaltung ist hier freier, was auf einen geringeren Stand des Dargestellten schließen läßt; er war ein Oberaufseher, einer der "Frohnvögte", welcher die Arbeiter bei den Pyramidenbauten zu beaufsichtigen hatte. Auf den Namen "Dorfschulze" wurde er wegen seiner Aehnlichkeit mit dem Dorfoberhaupte der ihn ausgrabenden Fellachen von diesen getauft.

Der nackte Körper. Standbild des Renefer. Was die Aegypter in der Durchbildung des nackten männlichen

^[Abb.: Fig. 34. Tempelgerät (Wassereimer).

Aus Bronze mit Gravierungen und Flachbildschmuck. Spätzeit, etwa 700 v. Chr. Berliner Museum.]

^[Abb.: Fig. 35. Nilpferd

mit Sumpfblumen und -Tieren bemalt, aus dem mittleren Reich, 2200-1800 v. Chr. Grüner Thon. Berliner Museum. (Nach Photographie von Mertens.)]