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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die hellenische Kunst

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Die hellenische Kunst.

Mit den kaiserlichen Palästen und Villen wetteiferten jene der vornehmen Geschlechter; auch von solchen sind ansehnliche Reste erhalten.

Die Anlage und Einteilung des üblichen römischen Wohnhauses war im Allgemeinen auch für die Paläste maßgebend, nur sind Verhältnisse und Ausdehnung ins Gewaltige gesteigert und die späteren Palastanlagen stellen sich als eine Vereinigung verschiedener Baulichkeiten dar. Grabmäler. Zu den Bauten, die persönlichen Zwecken dienten, zählen auch die Grabmäler, welche verschiedene Formen aufweisen. In der älteren Zeit hatte man die altitalischen (etruskischen) Gepflogenheiten beibehalten und waren die Gräber gewöhnlich unterirdische gewölbte Kammern oder Felsengräber, welche eine geschmückte Schauseite hatten. Da die Grabgewölbe stets für die ganze Familie bestimmt waren, so besaßen sie eine ziemliche Ausdehnung; in den Wänden waren kleine Nischen ausgetieft, in welchen die Aschenurnen beigesetzt wurden. (Diese vielen Nischen machten die Grabkammern den Taubenhäusern ähnlich, daher hießen sie Kolumbarien.)

Später kam bei den Vornehmen immer mehr die Sitte auf, freistehende Grabmäler zu errichten, und zwar in Form kleiner Tempel oder turmähnlicher Aufbauten, mit Säulenstellungen; auch die Pyramiden wurden nachgeahmt.

Die bedeutendsten Werke bestanden jedoch aus einem mächtigen quadratischen Unterbau, in welchem die Grabkammer sich befand, mit einem hohen Rundbau - oft in mehreren Stufen - darüber, der mit Säulen und Bildwerken reich geschmückt wurde. Ein hervorragendes Beispiel dieser Art war das Mausoleum des Kaisers Hadrian, dessen untere Teile in der "Engelsburg" erhalten sind.

Die Form von Altarbauten und Nischen war gleichfalls beliebt, wie überhaupt die Grabmäler eine reiche Mannigfaltigkeit in der Gestaltung aufweisen. Bei der Prachtliebe der römischen Gesellschaft war der üppige Schmuck mit Säulen, Bildwerken und Malereien (in den Grabkammern) selbstverständlich.

Die öffentlichen Plätze. Von den öffentlichen Gebäuden wurde eine Gattung - die Basilika - bereits erwähnt. Diese kamen erst in der Kaiserzeit auf, in der älteren Zeit wurde auch Gericht auf "offenem Markt" gehalten. Der Marktplatz - forum - spielte bei den Römern wie auch bei den Griechen eine große Rolle, er war Mittelpunkt des ganzen staatlichen Lebens, hier versammelte sich das Volk und fanden die Beratungen statt. In dem Maße, als der Einfluß des Volkes auf das politische Leben sank, stieg die prächtige Ausstattung des Forums und die Kaiser ließen es sich angelegen sein, neue Forumanlagen zu schaffen. Die Plätze wurden mit Marmor gepflastert, mit prunkvollen Säulenhallen umzogen, mit Siegesthoren und Standbildern geschmückt. Ringsum von Tempeln,

^[Abb.: Fig. 191. Porta Nigra zu Trier.]