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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Altchristliche Kunst

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Altchristliche Kunst.

nen wir außer in Ravenna auch in Istrien (Parenzo) und auf den venezianischen Inseln (Murano, Torcello).

Vorhof. Die größeren Basiliken besaßen meist noch einen Vorhof (Atrium), der von Säulenhallen umgeben war und in dessen Mitte ein Brunnen (Cantharus - Reiniger) stand; mit dem Wasser desselben besprengten sich die Gläubigen vor dem Eintritt in das Gotteshaus. Der Vorhof diente auch den Büßenden zum Aufenthalt während des Gottesdienstes.

Glockentürme. Eine strittige Frage ist, wann die Glockentürme aufkamen. Die Sitte, die Gläubigen durch ein Glockenzeichen zusammenzurufen, mag allerdings in frühe Zeiten zurückreichen, soll ja schon Augustus bei dem Jupitertempel eine Glocke angebracht haben; doch dürfte die Verwendung großer Glocken und damit die Errichtung von eigenen Glockentürmen kaum vor dem 7. Jahrhundert stattgefunden haben. Erst aus dieser Zeit liegen sichere Nachrichten vor. Die Türme - Campanile - standen in keiner engeren Verbindung mit dem Hauptbau, sondern waren selbständige Bauten, meist viereckig, manchmal rund, oben mit Schallöffnungen versehen, welche mit Rundbogen überwölbt waren.

Rund- und Kuppelbauten. Wenn auch die Basilika auf weströmischem Boden die Hauptform blieb, so finden sich daneben immerhin zahlreiche Rundbauten mit Kuppeln. Diese Form fand ebenfalls im Abendlande ihre erste Entwicklung und nur die spätere Ausbildung vollzog sich in dem byzantinischen Kulturkreise.

Die Rundbauten wurden hauptsächlich für Taufkapellen (Baptisterium) angewendet. Ursprünglich wurde die Taufe durch Untertauchen des ganzen Körpers vollzogen, und dazu bedurfte man tiefer Becken, für welche die runde Form sich besonders eignete. Damit war auch die Anlage des ganzen Baues vorgezeichnet. Ebenso war der Rundbau für Grabmäler die von altersher gewohnte und auch entsprechendste Form. Schon unter

^[Abb.: Fig. 204. Basilika S. Apollinare in Classe bei Ravenna.]