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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

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Erklärung der technischen und fremden Ausdrücke.

Profil: Seitenansicht, auch senkrechter Durchschnitt eines Gegenstandes.

Profilierung: Gliederung.

Pronaos: Vorhalle, Eingangshalle.

Propyläen: Vorhalle, Thor der Akropolis.

Prospekt: Ansicht, Aufriß.

Prostylos: Tempel mit einer Vorhalle.

Prototyp: Urbild, erstes Muster.

Pseudo: Falsch, unecht; als Vorsilbe gebraucht.

Pseudodipteros: Ein Tempel in der Art des Dipteros (s. dort), der aber nur einen Säulenumgang und zwar mit doppeltem Abstand von der Cellawand hat.

Pseudoperipteros: Tempel mit freistehenden Säulen an der Vorder- und Rückseite und Halbsäulen an den Längsseiten.

Pultdach: Ein einseitiges, an eine senkrechte Wand angelehntes Dach.

Putten: Kinderfiguren.

Pylon: Thorbau des ägyptischen Tempels.

Pyramide: Drei-, vier- oder mehrseitige, sich nach oben zu einer Spitze verjüngende Figur. Grabkammer der ägyptischen Könige in dieser Form (S. 15 u. Fig 19).

Quadrant: Viertelkreis.

Quadriert: In gleichseitige Vierecke eingeteilt.

Quadriga: Viergespann.

Quergurten: Die in der Breite eines Gewölbes gezogenen Gurten.

Querschiff: Der zum Hauptschiff rechtwinklig angelegte Teil der Kirchen, durch den der Grundriß die Form des Kreuzes erhält.

Radfenster: Kreisförmiges, mit Stäben oder Maßwerk ausgefülltes Fenster.

Radial: Strahlenförmig.

Radien: Die Strahlen, die von der Mitte des Kreises zur Umfangslinie gehen, Halbmesser des Kreises.

Raute: Verschobenes Quadrat, auch ein dreiteiliges Blatt im Schmuckwerk.

Refektorium: Speisesaal in Klöstern.

Reflex: Die Rückstrahlung, auch der Lichtschein auf der Schattenseite der Körper, Widerschein.

Relief: Flachbild, mehr oder weniger sich aus der Fläche erhebende Darstellung. Man unterscheidet "Hautrelief", hoch erhabenes, und "Basrelief", wenig erhabenes Flachbild.

Reliquiarium: Reliquienbehälter.

Reliquie: Überrest; hauptsächlich von Gebeinen der Heiligen gebraucht.

Remter: Versammlungssaal, Speisesaal auf Ritterburgen.

Retouchieren: Ausbessern, nachhelfen, überarbeiten.

Revers: Rückseite der Münzen, Medaillen u. s. w.

Rhythmus: Ebenmäßige Wiederkehr von Bewegungen und des Linienspieles.

Riemchen: Dünne Plättchen zwischen Säulenhals und Wulst des dorischen Kapitäls.

Riese: Der pyramidenförmige Teil der Fiale.

Rinnleiste: Aufsatz auf dem Kranzgesimse zum Ableiten des Regenwassers.

Rippe s. Gewölberippen.

Risalit: Vorsprung, Vorbau.

Ritus: Kirchlicher Brauch, kirchliche Vorschrift.

Rituell: Auf den Ritus Bezug habend.

Rohbau: Aus Ziegeln oder ähnlichen Stoffen aufgeführter Bau ohne Verputz oder Verkleidung.

Rosenkranz: Gebetschnur der katholischen Kirche mit aufgereihten Perlen.

Rosette: Schmuckwerk in Kreisform mit rosenähnlicher Anordnung.

Rosso antico: Roter griechischer Marmor.

Rotunde: Rundbau.

Rundstab: Glied mit halbkreisförmig vorspringendem Querschnitt.

Runen: Schriftzeichen der alten germanischen Völker.

Rustika: Bossenwerk, Verkleidung mit wenig behauenen Quadern.

Sanktuarium: Das Heiligtum, der Raum um den Hauptaltar.

Sarkophag: Prachtsarg.

Satteldach: Das gewöhnliche zweiseitige, oben eine Schneide (First) bildende Dach.

Scarabäus: Dungkäfer, den Aegyptern heilig und deshalb oft in deren Schmuckwerk verwendet.

Schablone: Ausgeschnittene Form.

Schaft: Hauptteil der Säulen, Pfeiler, Kandelaber.

Scheidbogen: Der Bogen am östlichen Teil des Kirchenschiffes, der dieses vom Altarraum und den dahinter liegenden Teilen scheidet.

Scheitel: Der höchste Punkt einer Wölbung.

Schiff: Die Längs- und Querräume der Kirche, die zur Aufnahme der Gemeinde dienen. Hauptschiff: der mittlere Längsraum; an seinen Seiten in gleicher Länge die Seitenschiffe, auch Abseiten genannt; rechtwinklich dazu das Querschiff.

Schildbogen: Der Bogen an der Abschlußwand eines überwölbten Raumes.

Schlußstein: Keilförmiger Stein im Scheitel eines Bogens oder eines Gewölbes, welcher der Wölbung die Spannung verleiht.

Schmelz: Glasfluß, Email.

Schraffieren: Stricheln.

Schwelle: Wagerechtes Holz- oder Steinstück als Träger der Pfosten u. s. w.

Segment: Abschnitt, Kreisabschnitt.

Serpentine: Schlangenlinie.

Sgraffito: Beliebter Wandschmuck der italienischen Renaissance, der derart hergestellt wird, daß ein dunkelfarbiger Mörtelgrund mit einer hellfarbigen Kalkschicht überzogen und in dieser die Zeichnung eingekratzt wird, die dann dunkel auf hell sichtbar ist; Kratzmalerei.

Signatur: Bezeichnung.

Silhouette: Schattenriß, Umriß.

Sima: Rinnleiste, Aufsatz auf dem Kranzgesimse.

Sirenen: Meeresgöttinen.

Situla: Eimer.

Skizze: Erster Entwurf, schnelle Aufnahme, wenig ausgeführte Zeichnung.

Sockel: Fußgestell der Säulen, Pfeiler; Untersatz der Denkmäler; unterster vortretender Absatz eines Baues.

Sopraporta: Thüraufsatz.