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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Degeorge; Deger

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Degeorge - Deger.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Defregger'

Kinder gegen die auf die Musik lauschenden Tiroler. Ein größeres, wieder sehr durchschlagendes Bild war 1871 der durch die Mannigfaltigkeit des Ausdrucks der Sennerinnen und durch den harmlosen Humor (freilich nicht durch die Farbe) anziehende Ball auf der Alm, das sogen. Schuhplatt'ln, und die technisch vollendetere, aber weniger gemütvolle Rückkehr vom Münchener Oktoberfest (1873), in Beziehung auf die Ausführung wohl eine seiner vollendetsten Arbeiten. 1874 entstand in Bozen das berühmte letzte Aufgebot (Belvedere in Wien), welches mit großer Meisterschaft in der Zeichnung die ganze Schwere des Tiroler Volkskampfs in erschütternder Weise zeigt, aber im Kolorit einige Schwächen hat. Andre, kleinere Arbeiten übergehend, z. B.: die Hundetragödie, Besuch in der Sennhütte, Tischgebet (Museum in Leipzig), erwähnen wir aus den letzten Jahren als die bedeutendsten, in der Kunstwelt epochemachenden Bilder nur: die Rückkehr der Sieger (1876, Gegenstück zum letzten Aufgebot, Nationalgallerie in Berlin), die wiederum alle trefflichen Eigenschaften Defreggers in sich vereinigt; ferner die höchst humoristische Brautwerbung, das Faustschieben und den großartigen, ganz aufs historische Gebiet übergehenden Todesgang Andreas Hofers (Museum in Königsberg), wiederum ein Meisterwerk in der Charakteristik; endlich noch aus dem Jahr 1879 den dem österreichischen Kaiserpaar zu der silbernen Hochzeit geschenkten Andreas Hofer in der Burg zu Innsbruck, die Geschenke des Kaisers Franz empfangend, in viel kleinern Dimensionen als jener erste Hofer, und aus dem Jahr 1880 die Holzknechte und den unendlich einfachen, aber von Leben übersprudelnden Liebesbrief. Er ist Ehrenmitglied der Akademie in München.

Degeorge (spr. döschórsch), Charles Jean Marie, franz. Bildhauer und Medailleur, geb. 31. März 1837 zu Lyon, Schüler von Duret, Flandrin und Jouffroy, trug 1866 mit der Medaille: Algerien unter dem Schutz Frankreichs den großen römischen Preis davon, bildete sich in Rom weiter aus und brachte nachher auf die Ausstellungen zahlreiche geistvolle Porträt- ↔ und Idealbüsten, Medaillons und eine Marmorstatue des jugendlichen Aristoteles (1875). 1872 erhielt er eine Medaille zweiter und 1875 eine Medaille erster Klasse.

Deger, Ernst, einer der Hauptvertreter der ältern religiösen Historienmalerei in Düsseldorf, geb. 15. April 1809 zu Bockenem (Hannover), entschloß sich nach fünfjährigem Besuch des Gymnasiums in Hildesheim zum Malerberuf und ging 1828 nach Berlin auf die Akademie, wurde aber beim Anblick der nach Berlin gekommenen Bilder der Düsseldorfer Schule bewogen, 1829 die dortige Akademie zu beziehen. Hier widmete er sich nur der religiösen Historie und wußte durch eisernen Fleiß die Schwierigkeiten zu überwinden, die seine künstlerischen Anlagen der Darstellung seiner Gedanken entgegensetzten, weshalb seine Werke, die ebenso frei von strenger Asketik wie von Naturalismus sind, als die Ergebnisse seiner religiösen Begeisterung in ergreifender Weise zum Herzen sprechen. Bedeutende Bilder aus seiner ersten Zeit sind: der von Engeln umgebene, vom Kreuz abgenommene Heiland im Schoße seiner Mutter (1830), die Kreuztragung (1833), die Verkündigung (1834), die Auferstehung (1835), die Himmelskönigin (1837, Andreaskirche in Düsseldorf) und mehrere Madonnen. Sie veranlaßten den Grafen von Fürstenberg-Stammheim zu dem Auftrag an D., die damals neu erbaute Apollinariskirche bei Remagen mit Fresken zu schmücken, was er in Verbindung mit seinen Kunstgenossen Ittenbach (gest. 1879), Andreas und Karl Müller ausführte. Nachdem die Künstler zu diesem Zweck 1837-41 in Rom Studien gemacht hatten, kehrten sie mit Skizzen und Entwürfen zurück. D. übernahm die Chornische, deren Hauptbild in der Halbkuppel die kolossale Gestalt des Welterlösers ist, neben ihm die Himmelskönigin und Johannes der Täufer. Diese und die sich daran schließenden Scenen aus dem Leben Christi (entstanden von 1843-51) sind die vorzüglichsten des Cyklus und offenbaren uns nicht nur die ganze echt katholisch-christliche Frömmigkeit ihres Urhebers, sondern auch sein

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 129.