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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Gerry; Gervex; Geyer

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Gerry - Geyer.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Gérôme'

monie und meisterhafter Behandlung der Wirkungen des Lichts. Neuerdings versuchte er sich auch in der Skulptur und brachte auf die internationale Ausstellung von 1878 zwei Gruppen: Gladiatoren, und Anakreon, Venus und Amor. Zahlreiche Ehrenbezeigungen und Auszeichnungen wurden ihm zu teil. 1867 erhielt er das Offizier- und 1878 sogar das Kommandeurkreuz der Ehrenlegion.

Gerry (spr. dscherri), Samuel, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1813 zu Boston, studierte die Werke von Cole und Durand in New York und von Lambinet und Troyon in Paris, bildete sich aber ohne eigentlichen Lehrer in der Landschaftsmalerei aus. Drei Jahre brachte er auf Studienreisen in England, Frankreich, der Schweiz und Italien zu und ließ sich dann in Boston nieder. Neben den Landschaften malt er auch Porträte und Figurenbilder, unter den letztern z. B. des Künstlers Traum und amerikanische Touristen.

Gervex (spr. -wäh), ein erst in den letzten Jahren bekannt gewordener franz. Historien- und Genremaler, geboren zu Paris, Schüler von Cabanel, Brisset und Fromentin, brachte bis jetzt teils mythologische Stoffe auf recht poetische Weise, z. B. Satyr mit einer Bacchantin spielend (1874, im Luxembourg), Diana und Endymion (1875), teils moderne Genrebilder, wie die Leichenschau im Spital (1876), welche trotz des wenig anziehenden Gegenstands doch durch geschickte Lichteffekte einen poetischen Anstrich hat, ebenso eine Kommunion in der Kirche Ste. Trinité (1877), deren Komposition, Kostüme und Beleuchtung sehr gerühmt wurde.

Geyer, 1) Alexius, Landschaftsmaler, geb. 1826 zu Berlin, besuchte zwar die Akademien in Berlin, München und Dresden, bildete sich aber nach keinem bestimmten Lehrer. Dann ging er auf einige Jahre nach Rom und nach Paris, trat auf Veranlassung des Königs Otto von Griechenland eine zehnjährige Wanderung durch Italien, Sicilien und fast den ganzen Orient an und besuchte einen großen Teil von Deutschland, die Schweiz, Belgien und Holland. Von allen diesen später zum Teil wiederholten Reisen ↔ brachte er zahlreiche Studien zurück, die er teils für bestimmte Zwecke, teils für einzelne größere Bilder verwendete. So begleitete er auch eine englische Expedition nach Sicilien und lieferte für Fossatis »Aya Sophia in Constantinople« (Lond. 1852) die Detailstudien. Größere Bilderreihen brachte er für König Friedrich Wilhelm IV., für das archäologische Museum in Rom und für das »Buch der Kunst« sowie einige Cykloramen vom Bosporus und vom Nil. Unter seinen einzelnen Bildern, die von guter Luftperspektive und Beleuchtung und namentlich von trefflicher Behandlung der Vegetation und des Baumschlags sind, erwähnen wir nur: Termini auf Sicilien, Civita Lavigna im Volskergebirge, Landschaft mit Pinien, Palermo etc.

2) Konrad, Kupferstecher, geb. 15. Aug. 1816 zu Nürnberg, bildete sich unter dem dortigen Maler und Illustrator Peter Karl Geißler und später unter Neher und Jäger in Leipzig. 1851 ließ er sich in München nieder und stach dort die Kunstvereinsblätter: der Spaziergang, nach Arthur v. Ramberg, und Mutterfreude, nach Ph. Foltz; ferner die Blätter: Begegnung am See, nach Ramberg; schwerer Entschluß und Huldigung, beide nach Rob. Beyschlag; Stadt und Land, nach W. Marc. Gegenwärtig ist er mit dem Stich: Seb. Bach mit seiner Familie bei der Morgenandacht, nach Toby Rosenthal (Museum zu Leipzig), beschäftigt.

3) Karl Ludwig Otto, Bildhauer, geb. 8. Jan. 1843 zu Charlottenburg, bildete sich auf der Berliner Akademie und insbesondere unter Schievelbein, führte 1866 am Museum zu Gotha mehrere plastische Arbeiten aus und studierte 1869 in Kopenhagen das Thorwaldsen-Museum. Von seinen in Berlin bis jetzt ausgeführten Werken nennen wir mehrere der Reliefbildnisse hervorragender Künstler in der Eingangshalle der Nationalgallerie (in Stuck), den aus zehn Reliefs bestehenden Fries an der Hauptfront des Berliner Rathauses, der, mit der Darstellung eines Festes beginnend, das gewerbliche Treiben, den Marktverkehr, das Schulwesen, den Großhandel und die Übergabe

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 204.