Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Gifford; Gignoux; Gigoux

205

Gifford - Gigoux.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Gide'

tin Durward, Messe in der Umgegend von Neapel; aus den 60er Jahren: Probe einer musikalischen Messe, Besuch des Papstes Pius IX. in einem Nonnenkloster, das Refektorium der Grande Chartreuse, Chor des Klosters St. Barthélemy bei Nizza, und aus dem letzten Jahrzehnt: Le Sueur bei den Kartäusermönchen, der verwundete Coligny wird von Karl IX. und seinem Gefolge besucht und Karl IX. unterzeichnet wider Willen den Befehl zum Blutbad der Bartholomäusnacht. 1866 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Gifford (spr. ghífförd), Robert Swain, nordamerikan. Landschaftsmaler, geb. 1840, zog mit seinen Eltern schon in früher Jugend nach New Bedford, wo sein künstlerisches Talent sich zuerst entwickelte. Nachdem er unter dem holländischen Marinemaler Alb. van Beest sich ausgebildet hatte, ging er nach 1864 nach Boston und ließ sich 1866 in New York nieder, wo er 1878 Mitglied der Nationalakademie wurde. Von hier aus machte er große Reisen nach Oregon und Kalifornien, nach Europa, nach Algerien und in die Große Wüste (1874). Die Bilder, mit denen er seit 1865 auftrat, sind zum großen Teil Aquarelle, zum geringern Teil Ölbilder. Unter den letztern nennen wir: Scene in Manchester (Massachusetts), Cape Ann (1867), der Berg Hood in Oregon (1870), Kastell Sant' Elmo bei Neapel (1871), Eingang in ein maurisches Haus zu Tanger, Ansicht vom Großen Horn (1873), Passagierboote auf dem Nil (1874), Oktober an der Küste von Massachusetts, Cedern in Neuengland und zahlreiche andre in Öl und in Aquarell, die mit Naturwahrheit und getreuer Scenerie bald großartige Winterstürme, bald grüne friedliche Gegenden darstellen. - Auch seine Gattin Fannie Elliot G., geb. 1844 zu New Bedford, ist Landschaftsmalerin.

Gignoux, Regis, franz.-amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1806 zu Lyon, erhielt seine erste Ausbildung in Freiburg i. Br., trat dann in die Akademie seiner Vaterstadt, in die École des beaux-arts in Paris und wurde Schüler von Delaroche. 1844 ging er nach Amerika, wurde ↔ 1851 in New York Mitglied der Zeichenakademie und zog 1870 wieder nach Frankreich. Zu seinen besten Landschaften, namentlich den ihm am meisten gelingenden winterlichen, gehören: der Niagara im Winter, die vier Jahreszeiten in Amerika (beim Baron Rothschild in Paris), der Niagara im Mondschein, der trübe Sumpf, der Berg Washington und der Frühling. Besonders gelingt ihm die Darstellung der landschaftlichen Motive in der Vegetation wie im Farbenton je nach der Verschiedenheit der Jahreszeiten.

Gigoux (spr. schiguh), Jean François, franz. Historienmaler und Lithograph, geb. 8. Jan. 1806 zu Besançon, war 1828 kurze Zeit Schüler der École des beaux-arts in Paris und bildete sich nachher in Italien aus. Nachdem er mit Bleistiftzeichnungen und Lithographien begonnen hatte, ging er allmählich zur Ölmalerei über und brachte kirchliche und profane Bilder von korrekter Zeichnung, großer Naturwahrheit und kräftigem Kolorit. Die nennenswertesten unter den ältern sind: der Tod des Lionardo da Vinci (1833), Tod der Kleopatra (im Luxembourg), Martyrium der heil. Agathe, Kleopatra, die an ihren Sklaven Versuche mit Gift anstellt (1838), der Leichnam Christi von Engeln bewacht, die Taufe Chlodwigs (1844), Christus am Ölberg, das Manna in der Wüste (1856, in der Kirche Ste. Marguerite), der barmherzige Samariter (1857, im Museum des Luxembourg), der heil. Ludwig bestattet die Toten auf einem Schlachtfeld u. a.; sodann unter den spätern: Napoleon I. am Abend vor der Schlacht bei Austerlitz (Museum in Besançon), die Taufe Christi, die Poesie des Südens etc. Als Wandmalereien führte er in der Kirche St. Gervais die Flucht nach Ägypten, die Grablegung und die Auferstehung aus. Außerdem malte er eine große Menge von Bildnissen, z. B. des Socialisten Charles Fourier, des Königs Jérôme, des Marschalls Moncey, des Schriftstellers Arsène Houssaye, des Dichters Lamartine, der Künstler Delaroche, Delacroix, Sigalon, Johannot, machte für Dichter illustrierende Zeichnungen und erwarb sich um die Lithographie große Ver-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 206.