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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Gilbert; Gill

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Gilbert - Gill.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Gigoux'

dienste durch seine auch später fortgesetzten Steinzeichnungen, namentlich Porträte. Nachdem er mehrere Preise und Medaillen erlangt hatte, wurde er 1842 Ritter der Ehrenlegion.

Gilbert, 1) (spr. schilbähr) François Ambroise Germain, franz. Bildhauer, geb. 1816 zu Choisy le Roi (Seine), war Schüler von Cortot, führte bis 1837 eine Menge von künstlerischen Modellen für Goldschmiede und Bronzearbeiter aus, beschickte 1837-47 die Ausstellungen mit Büsten und Medaillons und stellte 1848 ein von der Stadt Rouen bestelltes größeres Relief aus. Bald nachher modellierte er für den Prinzen von Preußen einen großen Tafelaufsatz und 1850 einen zweiten noch bedeutendern für den Präsidenten der Republik sowie ein silbernes Tafelservice, beide erst 1854 vollendet. Seine beiden umfassendsten Arbeiten sind wohl die Restauration der sämtlichen Bildwerke an der Kathedrale von Reims und später (1858) der ganze plastische Schmuck (zum Teil aus der Geschichte der Stadt) im Hauptsaal der Börse von Marseille. 1856 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

2) (spr. gilbört) Sir John, engl. Maler und Illustrator, geb. 1817 zu Blackheath bei London, ein Künstler von reicher Phantasie, von großer Begabung für leichte und energische Behandlung seiner Stoffe. 1836 debütierte er als Autodidakt mit dem Aquarellbild der Verhaftung des Lords Hastings durch Richard, Herzog von Gloucester, und beschickt seitdem regelmäßig die Ausstellungen der Londoner Akademie mit Ölbildern, unter denen die bekanntesten sind: Don Quichotte, der dem Sancho Pansa einen Rat erteilt (und andre nach Cervantes), die Erziehung des Gil Blas, Ermordung des Thomas Becker, die Dramen Shakespeares, Reiterangriff in der Schlacht bei Naseby 1645, Rubens und Teniers, Rembrandt in seinem Atelier, Wolsey und der Herzog von Buckingham, der sehr großartige Einzug der Jeanne d'Arc in Orléans. Dazu kamen in den letzten Jahren: die Königin Margarete als Gefangene nach der Schlacht bei Tewkesbury 1471, die Kreuzfahrer, Richard II. verzichtet auf die Krone zu Gunsten Bolingbrokes (1861, ↔ Aquarell), der Kardinal Wolsey in der Abtei Leicester, Othello, Desdemona und Brabantio vor dem Dogen und dem Senat (Aquarell) und Mord Humphreys, Herzogs von Gloster (nach Shakespeares »Heinrich VI.«, 2. Teil). Außer zahlreichen Porträten, besonders von Kindern, brachte er viele Aquarelle auf die Ausstellungen der Aquarellisten; Mitglied derselben wurde er 1852 und Präsident 1877. Wohl noch bekannter als durch alle diese Bilder machte er sich durch seine Illustrationen zur »Illustrated London News« und andern Blättern, zu Don Quichotte Gil Blas, Tristram Shandy, Bunyan und durch eine Ausgabe des Shakespeare. 1872 wurde er in den Ritterstand erhoben und Genosse der Londoner Akademie, 1876 Mitglied derselben.

Gill, 1) (spr. ghill) Edmund, engl. Landschaftsmaler, geb. 29. Nov. 1820 zu London, zog mit seinem Vater, der ebenfalls Maler war, nach Ludlow (Shropshire), dessen malerische Umgebung ihn zur Landschaftsmalerei veranlaßte. 1841 kam er nach London und trat 1843 als Schüler in die Akademie. Seine zahlreichen Landschaften sind fast alle den gebirgigen Gegenden von Wales und Schottland entnommen; eine andre, höchst originelle Darstellung von ihm ist die Scheidung des Wassers vom trocknen Land, nach der Genesis.

2) (spr. schil) Louis Alexandre Gosset de Guinnes, genannt André G., franz. Karikaturist, geb. 17. Okt. 1840 zu Paris, Schüler von Leloir und der École des beaux-arts, zeichnete zunächst Karikaturen für kleinere Journale und machte sich dann durch sein humoristisches und satirisches Talent in dem Journal »La Lune« (1866, später »L'Éclipse«) noch bekannter. Anfangs beschränkte er sich hierin auf die Celebritäten der Litteratur und des Theaters und schritt nachher auch zu der politischen Karikatur, die der »Éclipse« manche Konfiskation zuzog. Auch nach dem Krieg von 1870 fuhr er in diesem Journal sowie in »La Lune rousse« und »La petite Lune« fort. Ähnliche Ölbilder stellte er in den letzten Jahren aus, z. B.: das Lied des Narren (mit dem Maler Baduel), ein lustiger Gesellschafter (1876),

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 207.