Schnellsuche:

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Mac Donald; Mac Whirter; Machard; Machold

346

Mac Donald - Mac Whirter.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Maccāri'

eine besonders in der Beleuchtung meisterhafte Kreuzabnahme, malte. Noch bekannter wurde er durch die im Auftrag des Königs Victor Emanuel gemalten Fresken in der Kapelle del Sudario in Rom und durch das Freskobild im Quirinal: Triumph der drei Grazien. Später schloß er sich, den höhern historischen Motiven entsagend, dem Realismus Fortunys an, von dem er sich erst in der letztern Zeit wieder losgemacht hat. Sein neuestes großes Bild, das in Turin Aufsehen machte, erhielt den großen italienischen Preis und wurde von der Stadt Turin angekauft. Er ist Professor an der Akademie von San Luca in Rom.

Mac Donald (spr. mäk-dónnäld), James Wilson Alexander, amerikan. Bildhauer, geboren zu Steubenville (Ohio), entschloß sich 1840 beim Anblick einer Büste des Generals Washington zur Bildhauerkunst, konnte aber in St. Louis, wo er in einem kaufmännischen Geschäft thätig war, nur dürftigen Unterricht hierin empfangen. Später studierte er Anatomie unter dem Bildhauer Mac Dowell, ging 1849 auf ein Jahr nach New York und stellte 1854 eine höchst ähnliche, allgemein bewunderte Porträtbüste des Staatsmanns Thomas Benton aus. Nachdem er dann noch eine ideale Büste der Jeanne d'Arc und eine Statue der Italia gemacht hatte, nahm er seinen bleibenden Wohnsitz in New York. Abgesehen von mehreren andern Porträtbüsten in natürlicher und kolossaler Größe, sind seine Hauptarbeiten die Statuen von Edward Bates (1876 in St. Louis), von Fitz-Greene Halleck (enthüllt 1877 in New York), die kolossale Reiterstatue des Generals Nathaniel Lyon (1878, Bronze) und die neueste, wohl kaum vollendete des Generals Custer. Er malte auch in Öl Porträte und Landschaften und schrieb kunstwissenschaftliche Aufsätze über amerikanische Künstler und über die Anatomie des menschlichen Körpers.

Machard (spr. mascháhr), Jules Louis, franz. Porträt- und Historienmaler, geb. 1839 zu Sampans (Jura), war Schüler von Picot und Signol, besuchte die École des beaux-arts und trug 1865 den großen römischen Preis davon. Zu seinen ↔ namhaftesten Bildern sehr verschiedenen Werts gehören die aus Rom gesandten Porträte von Tony Robert-Fleury (1867) und Lenepveu (1869) und Angelika an den Felsen geschmiedet sowie die nach seiner Rückkehr entstandenen: Narcissus und die Quelle, Selene, Amor und Psyche, Durchgang der Venus durch die Sonne (1877), die heil. Cäcilie und mehrere Porträte. 1878 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Machold, 1) Ernst, Bildhauer, geb. 1814 zu Koburg, erhielt seine erste künstlerische Ausbildung in Bamberg, dann 1832-35 unter dem Bildhauer Döll in Gotha, beteiligte sich 1835-37 bei der Restauration des Doms in Bamberg, arbeitete ein Jahr bei Schwanthaler in München und 1838-40 unter Heideloff bei den Bildhauer- und Bildschnitzerarbeiten der Feste Koburg. Durch letztern kam er nach Württemberg, wo er zahlreiche Restaurationsarbeiten in Kirchen und neue Dekorationsarbeiten für die St. Paulskirche in Eßlingen, für die Schloßkapelle in Stuttgart und eine Brunnenstatue für Besigheim ausführte.

2) Joseph, Historienmaler, geb. 1824 zu Benisch (Österreichisch-Schlesien), gelangte erst nach einem sturmbewegten Kriegsleben zur Kunst, wurde Schüler der Akademie in Wien und später Professor an der Militärakademie zu Wiener-Neustadt. Er ist eine scharf ausgeprägte, reich begabte Künstlernatur, dessen lebhafte Phantasie bisweilen Regel und Maß überschreitet. Er verfertigte mythologische Kompositionen zu Prachtschüsseln aus dem Mythus des Bacchus, der Ceres und der Venus, malte mehrere Aquarelle und zwei große Ölbilder aus Ariosts »Rasendem Roland«.

Mac Whirter (spr. mäk-wörrt'r), John, schott. Landschaftsmaler, geb. 27. März 1839 zu Colinton bei Edinburg, besuchte die dortige Akademie, wo er sich gleich anfangs der Landschaft widmete. Um die Natur gründlich kennen zu lernen und überall botanische Studien zu machen, bereiste er Norwegen, Belgien, Tirol und Italien. Seine Bilder, die besonders im Baumschlag und in der poetischen Stimmung ausgezeichnet sind, fanden so viel

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 347.