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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Rotta; Rottmann; Rouillard; Rousseau

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Rotta - Rousseau.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Röting'

seiner Vaterstadt und bildete sich in Düsseldorf weiter, wo er einen seinem Talent als Porträtmaler entsprechenden Wirkungskreis fand und Professor an der Akademie wurde. Unter seinen historischen Bildern, die zwar in geistiger Auffassung nicht auf gleicher Höhe wie seine Porträte stehen, aber koloristisch trefflich sind, nennen wir: Columbus vor dem Rat zu Salamanca (1851, Museum in Dresden), Christus am Kreuz und eine auch in Komposition und Charakteristik treffliche Grablegung Christi (1866). Schon in den 40er Jahren und noch mehr nachher malte er ausgezeichnete, trefflich modellierte und geistvoll durchgeführte Porträte, z. B.: die Maler Leutze (1847), Lessing und Schadow, Ernst Moritz Arndt (mehrmals wiederholt) und Johannes Ronge. Er ist Inhaber des Verdienstordens vom heil. Michael und Mitglied der Akademien in Berlin und Wien.

Rotta, Antonio, ital. Genremaler von slowenischer Herkunft, geb. 28. Febr. 1828 zu Görz, erhielt auf der Akademie in Venedig seine Ausbildung und ließ sich dort nieder. Er ist einer der hervorragendsten Vertreter derjenigen Richtung der italienischen Genremalerei, die nach dem Vorbild der Deutschen nach scharfer Charakteristik und sorgfältiger Behandlung der Details streben, weshalb seine Bilder auch in Deutschland sehr beliebt sind. Es sind meistens Scenen aus dem italienischen Volksleben und Tierstücke, z. B.: der Schuhflicker, der Schwefelholzverkäufer, Bacchanal am Lido im Jahr 1700, der einzige Freund (1869), der kranke Freund, die Söhne des Malers, die Fischerknaben, die angenehme Überraschung u. a.

Rottmann, Leopold, Landschaftsmaler, geb. 2. Okt. 1812 zu Heidelberg, genoß anfangs den Zeichenunterricht des dortigen Malers Roux, kam 1830 nach München unter die Leitung seines ältern Bruders, des berühmten Karl R. (gest. 1850), dem er aber weder im Inhalt noch im Stil seiner Bilder ähnlich ist. Dann besuchte er die Akademie. Seine Hauptwerke, in denen er die Natur in ihrer realen Wahrheit darstellt, sind ein Jagdalbum für König Max II. und ein Album vom Vierwaldstätter ↔ See für König Ludwig II. Er gab heraus: »Ornamente aus den vorzüglichsten Bauwerken Münchens« (Münch. 1845-49) u. im Verein mit G. Petzolt u. Peter Herwegen: »Das Herzogtum Salzburg und seine Angrenzungen«. Er starb 26. März 1881 als Hofmaler in München.

Rouillard (spr. rujáhr), Pierre Louis, franz. Tierbildhauer, geb. 16. Jan. 1820 zu Paris, Schüler der École des beaux-arts und des Bildhauers Cortot (gest. 1843), hat seine Stärke in der einfachen, naturgetreuen und lebendigen Darstellung sowohl der kleinern wie der größern Tiere, selten mit besonders geistigen Motiven, z. B.: eine Löwin (1837, sein Debüt), Dromedar (1838), Kampf eines Mopses mit eine Katze (1840), Eberjagd (1842), Fuchs und Kaninchen, Ochsengespann, Skelett eines arabischen Pferdes (Relief), acht Adler für die Neue Oper (1868) und andre dekorative Tiergestalten; aber auch mehrere menschliche Porträtbüsten. 1866 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Rousseau (spr. russóh), Philippe, franz. Tiermaler, geb. 1808 zu Paris, älterer Bruder des bekannten Landschaftsmalers Théodore R. (1812-67), widmete sich als Schüler von Gros und Bertin bis etwa 1841 der Landschaft und brachte Partien aus der Auvergne und der Normandie; dann ging er zum Tiergenre über und zwar so, daß er die Tiere manchmal in komisches Verhältnis zum Stillleben bringt oder als die Moral einer Fabel darstellt, z. B.: die Hausmaus und die Feldmaus, die Postkutsche, die Katze und die alte Ratte, der Maulwurf und das Kaninchen, der ungebetene Gast (1850, Museum des Luxembourg), die einsame Ratte (1851), und aus den spätern Jahren: der Affe als Photograph (1866), das Innere einer Küche, der Wolf und das Lamm etc. Dazu kamen seit mehr als zehn Jahren noch viele Blumen, Früchte und Stillleben, wovon er auf der Weltausstellung 1878 eine reiche Kollektion hatte. Allen diesen Bildern ist ein glänzendes, derbes, in der Nähe oft roh scheinendes Kolorit gemeinsam. Nach zahlreichen Medaillen erhielt er 1852 das Ritter- und 1870 das Offizierkreuz der Ehrenlegion.