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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Schanche; Schaper; Scharf; Schaumann

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Schanche - Schaumann.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Schams'

vorlesend etc. Nach seinem eignen Genrebild: Wir wollen uns heiraten lieferte er eine treffliche Lithographie.

Schanche, Hermann G., norweg. Landschaftsmaler, geb. 1829 zu Bergen, ging auf die Akademie in Düsseldorf, wo er Schüler seines Landsmanns Gude wurde. Später bereiste er Deutschland, Skandinavien und Portugal und malte in der Weise Gudes meistens Landschaften aus Skandinavien, Küstenpartien, auch wohl als Mondscheinlandschaften; einige seiner besten in der Nationalgallerie zu Christiania u. im Nationalmuseum zu Stockholm.

Schaper, Fritz (Hugo Wilhelm Friedrich), Bildhauer, geb. 1841 zu Alsleben (Regierungsbezirk Merseburg), lernte vom 16.-18. Jahr bei einem Steinmetzen in Halle, besuchte zwei Jahre die Berliner Akademie, bildete sich im Atelier von Albert Wolff aus und besuchte dann noch Wien, München und Paris. Eins seiner ersten Werke war 1866 ein Bacchus, der die Ariadne tröstet, zwar etwas modern in der Auffassung, aber mit trefflichem Verständnis der Formen und großer Lebenswahrheit ausgeführt. Nach dem dann folgenden Siegfried, der ins Drachenbad steigt, brachte er fast nur monumentale Porträtstatuen, die ihm wegen ihrer trefflichen, lebenswahren Auffassung und scharfen Charakteristik einen immer bedeutendern Namen machten. Es sind: sein preisgekröntes, aber nicht ausgeführtes Modell zum Uhland-Denkmal, sein ebenfalls preisgekröntes, allerdings meisterhaftes Modell eines leider sitzend dargestellten Lessing für Hamburg und die drei in den Jahren 1879 und 1880 zur Vollendung und Aufstellung gekommenen herrlichen Statuen von Bismarck in Köln, von Goethe in Berlin und von Gauß in Braunschweig. Idealern Inhalts ist das von ihm entworfene Kriegerdenkmal in Halle. 1880 wurde er Mitglied der Akademie in Berlin.

Scharf, George, Zeichner, Radierer und Kunstschriftsteller, geb. 16. Dez. 1820 zu London, Sohn des gleichnamigen Malers und Lithographen (gest. 1860), wurde 1838 Schüler der dortigen Akademie und gab sehr bald eine Reihe von Illustrationen zu Shakespeare und andern Dichtern ↔ heraus unter dem Titel: »Scenic effects«. 1840 bereiste er Italien und begleitete Sir C. Fellow auf einer Reise in Kleinasien, wohin er 1843 als Zeichner einer offiziellen Expedition zurückkehrte. Eine große Sammlung dieser Zeichnungen kam ins Britische Museum. Nach seiner Rückkehr brachte er zwar auch einige Ölbilder, widmete sich aber hauptsächlich der Illustration und arbeitete für Fellows »Lycia«, Murrays »Illustrated prayer-book«, Macaulays »Lays of ancient Rome« (1847), Milmans Horaz (1849) und die englische Übersetzung von Kuglers »Handbuch der Geschichte der Malerei« (2. Aufl. 1855), Layards Werke über Ninive u. a. 1857 wurde er als Sekretär der National Portrait Gallery angestellt und 1858 zum korrespondierenden Mitglied des archäologischen Instituts in Rom ernannt. Von seinen sonstigen schriftstellerischen Arbeiten erwähnen wir nur: die »Geschichte des Charakters der griechischen Kunst« für Wordsworths Werk über Griechenland, »Beschreibung des griechischen, römischen und pompejanischen Hofs im Krystallpalast«, über die Bilder der Ausstellung alter Meister im Jahr 1858, »Katalog der Gemälde und Kunstwerke in Blenheim«, mehrere verdienstliche Aufsätze zur Bestimmung der Bilder der genannten Porträtgallerie und historische Kataloge der Bilder in Knowsley Hall und Woburn Abbey.

Schaumann, Wilhelm Heinrich, Genremaler, geb. 2. Febr. 1841 zu Tübingen, besuchte nach dem Gymnasium noch die dortige Oberrealschule, beschäftigte sich nebenher mit Freihandzeichnen und Lithographieren und trat dann in die Kunstschule zu Stuttgart, wo er nach zweijährigen Studien als Bildhauer zur Malerei überging und eifrig anatomische Studien trieb. Durch Neher, Rustige und Heinrich Funk ausgebildet, siedelte er 1865 nach München über, wo gleich eins seiner ersten Bildchen, der Kindsraub, für die Neue Pinakothek erworben wurde. Darauf entstanden meistens heitere, humoristische Genre- u. Tierstücke, mehrere durch den Holzschnitt vervielfältigt, z. B.: Künstlerneid, Kunstkritiker, Ausstellungsjury u. a., die großenteils nach Amerika gingen. 1877 entstand

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 463.