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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Schwartz; Schweder; Schweinitz; Schweissinger; Schweitzer

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Schwartz - Schweitzer.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Schwabe'

nennen wir: humoristische Amoretten und das Blumenspiel: er liebt mich.

Schwartz, 1) Albert Gustav, Genremaler, geb. 6. Juli 1833 zu Berlin, betrieb anfangs das Schlosserhandwerk und bildete sich dann auf der dortigen Akademie unter Max Schmidt in der Landschaftsmalerei aus. Nachdem er 1½ Jahr in Rom seine Studien fortgesetzt hatte, ging er 1873 unter der Leitung von A. v. Werner zur Genremalerei über und brachte mehrere recht gemütvolle, ansprechende Bilder dieses Faches, darunter besonders 1874 die geknickten Blumen.

2) Wenceslaus, russ. Genremaler, geb. 1838 zu Kursk, machte seine Studien auf der Akademie in St. Petersburg und später unter Lefebvre in Paris. Von seinen Bildern sind zu nennen: Konferenz fremder Gesandten mit russischen Bojaren, ein moskowitischer Gesandter an fremdem Hof, Wallfahrtszug des Zaren u. a. 1865 wurde er Mitglied der Akademie in Petersburg.

Schweder, Hermann, Historienmaler in Berlin, brachte als Schüler Julius Schraders seit 1860 manche recht lebendig ausgeführte Historienbilder und historische Genrescenen, z. B. als sein Erstlingswerk die englischen Reformatoren Latimer und Ridlay (Anmerkung des Editors: richtig: Ridley) auf dem Gang zum Scheiterhaufen, sodann die mit großer technischer Gewandtheit behandelten Pilger am Grab Heinrichs IV. (1861), die künstlerisch geringere Sammlung patriotischer Gaben zur Errichtung der Landwehr 1815, den in der Pointe etwas verfehlten Besuch Lukas Cranachs bei Kaiser Karl V., Rembrandt mit seinen Schülern (1863) und eine Scene aus der Judenverfolgung in Deutschland im 13. Jahrh.

Schweinitz, Rudolf, Bildhauer, geb. 15. Jan. 1839 zu Charlottenburg, bildete sich auf der Berliner Akademie und 1855-65 unter Schievelbein, bei dessen Stein-Denkmal er sich beteiligte. 1865 ging er über Paris nach Italien und machte dann kürzere Studienreisen nach Kopenhagen, München, Wien und Pest. Schon seine damals gearbeiteten Genrefiguren erregten die schönsten Hoffnungen, die er nachher in reichem Maß erfüllte. ↔ Zu seinen Hauptarbeiten gehören: eine ährenlesende Ruth, eine betende Italienerin, eine reizende Psyche (1871), seine Arbeiten für die Ausschmückung der Nationalgallerie, für die er im Giebeldreieck die Gruppe der drei bildenden Künste schuf. Später entstanden: eine Germania als Kriegerdenkmal der Stadt Gera (1874), acht Kolossalgruppen für die Königsbrücke in Berlin, die Statue des Hochmeisters Hermann v. Salza und als Reliefs die Gründung der Stadt Thorn sowie der Kampf des Deutschen Ordens gegen die heidnischen Preußen für die Weichselbrücke in Thorn. Am großen Reiterstandbild Friedrich Wilhelms III. in Köln schuf er die 20 Statuen an den Langseiten des Postaments und für die Balkonbrüstung des Berliner Rathauses die Reliefs aus der Geschichte Berlins.

Schweissinger, Joh. Friedr. Theodor, Historienmaler, geb. 7. April 1819 zu Königsberg i. Pr., besuchte die dortige Akademie, hatte für seine künstlerische Fortbildung mit mancherlei Hindernissen zu kämpfen und konnte erst 1847 seine Studien auf der Akademie in Leipzig unter Jägers Leitung fortsetzen. Nach einer Studienreise durch das südliche Deutschland brachte er 1854 sein erstes Bild: Bonifacius, dem dann 1855: Wittekind gelobt Karl d. Gr. Treue und nimmt das Christentum an sowie Columbus' erste Landung auf San Salvador, zwei wohldurchdachte, charakteristisch dargestellte Kompositionen, folgten. Weniger gelungen war die etwas trockne, ausdruckslose Dichterkrönung Ulrich v. Huttens durch Constantia Peutinger.

Schweitzer, Adolf Gustav, Landschaftsmaler, geb. 19. April 1847 zu Dessau, bezog, um sich der Malerei zu widmen, 1867 die Akademie in Düsseldorf, wo er 1½ Jahr unter der Leitung von Oswald Achenbach studierte. Nachdem die Teilnahme am Krieg von 1870/71 seine Thätigkeit unterbrochen hatte, machte er Studienreisen durch Bayern, Böhmen und die Ostseeländer, besuchte die deutschen Hauptstädte sowie Brüssel und Paris und wurde in letzterer Stadt besonders durch die jetzige französische Landschaftsmalerei

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 484.