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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Suter; Suys; Swertschkow; Swobŏda; Sy; Sylvestre

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Suter - Sylvestre.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Sußmann-Hellborn'

längere Reisen in Italien, Deutschland, Belgien, Frankreich und England und nahm 1857 seinen Wohnsitz in Berlin. Nach einem schon in Rom entstandenen trunkenen Satyr (1856, Nationalgallerie in Berlin) ließ er andre reizende Genre- und mythologische Gestalten folgen, z. B.: eine haarflechtende Italienerin, einen Amor in Waffen, eine verlassene Psyche, einen Knaben als Kandelaberträger, und in den spätern Jahren an größern Monumentalarbeiten: eine Marmorstatue Friedrichs d. Gr. im Alter und Friedrich Wilhelms III. für den Festsaal des Berliner Rathauses, Friedrich d. Gr. (jugendlich), Friedrich Wilhelm III. (Wiederholung der obigen Figur) für den Stadtverordnetensaal in Breslau und eine 1878 enthüllte Bronzestatue Friedrichs d. Gr. in kriegerischer Haltung zu Brieg in Schlesien, daneben aber auch neuerdings wieder einige hübsche Genrestücke. Mit großer Produktivität und Vorliebe für die Aufgaben der dekorativen Plastik und Relieftechnik machte er sein Talent kunstgewerblichen Zwecken dienstbar, begründete das deutsche Gewerbemuseum in Berlin und führte im Verein mit Ravené die Emailfabrikation in Berlin ein. Er ist Mitglied der Akademie in Rotterdam und Inhaber zahlreicher Medaillen.

Suter, Jakob, Landschaftsmaler und Kupferstecher, geb. 1807 zu Hottingen bei Zürich, bildete sich anfangs in der Aquatintamanier des Kupferstichs aus, verweilte drei Jahre in Rom und einige Jahre in Mailand und kehrte dann nach der Schweiz zurück. Mehrere seiner besten Landschaftsbilder aus den Alpen befinden sich in Privatbesitz zu Zürich.

Suys (spr. sseus), Léon jun., belg. Architekt in Brüssel, der sich durch einige bedeutende Bauten in seinem Vaterland einen ehrenvollen Namen erworben, namentlich durch die herrliche gotische St. Georgskirche in Antwerpen (1853 vollendet) und durch die 1868-73 erbaute neue Börse in Brüssel, ein großartiges Werk aus Stein und Eisen in gemischtem griechischen und Renaissancestil mit einem fast übertriebenen Reichtum in der Ausführung, sowie durch den architektonischen Teil ↔ des Denkmals für Leopold I., König der Belgier (1830 vollendet).

Swertschkow, Nicolai, russ. Genre- und Pferdemaler, geb. 1818 zu Petersburg, bildete sich als Autodidakt während eines vierjährigen Aufenthalts in Paris und auf Reisen in Deutschland, Holland und Belgien. In seinen Genrebildern mannigfacher Art spielt eine Hauptrolle das Pferd, welches er in seinen Zuständen der Ruhe und der Arbeit trefflich darstellt, z. B.: die Kibitke im Schnee, die Dorfhochzeit, Pferdemarkt im Innern von Rußland, Rückkehr von der Bärenjagd, Truppenrevue des Zaren Alexis Michailowitsch, Station von Postpferden, russische Reisende im Schlitten, das Kind unter den Wölfen etc. Er ist Ritter der Ehrenlegion und Professor an der Akademie seiner Vaterstadt.

Swobŏda, Eduard, Genremaler, geb. 1814 zu Wien, besuchte die dortige Akademie und widmete sich dem Genrefach, worin er zwar manchmal viel Charakter und Humor, aber oft eine nur mangelhafte Ausführung zeigt und nur mäßige Erfolge erzielt hat; z. B.: va banque (Belvedere in Wien), der Protest (1847), das Familienfest (1862), der zudringliche Besuch und eine Bacchantin. In den letzten Jahren widmete er sich mit mehr Erfolg dem Bildnis. Er ist Professor an der Akademie in Wien.

Sy, Ludwig, Historienmaler, geboren um 1816 zu Stargard, war Schüler der Akademie in Berlin und machte sich zuerst einen Namen durch das Bild: Gastmahl des Belsazar. Später ließ er sich in Danzig nieder, wo er Konservator der Gemäldegallerie wurde, die Friesbilder im Artushof mit der Geschichte der vier Haimonskinder malte und das berühmte Jüngste Gericht der Marienkirche kopierte, übrigens aber wenig mehr in die Öffentlichkeit trat.

Sylvestre, Joseph Noël, franz. Historienmaler, geb. 24. Juni 1847 zu Béziers (Hérault), bildete sich unter Cabanel, debütierte 1873 mit einem Bild: Schäferspiel, worauf dann 1875 der Tod des Seneca folgte und 1876 das durchschlagende Bild: Locusta, die in Gegenwart Neros

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 514.