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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Thoma; Thomas

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Thoma - Thomas.

Thoma, Hans, Landschaftsmaler, geb. 2. Okt. 1839 zu Bernau im badischen Schwarzwald, bezog 1859 die Kunstschule in Karlsruhe unter Schirmer, ging nach dessen Tod nach Düsseldorf (1867-68), dann nach Paris und 1870 nach München. 1874 bereiste er Italien und ließ sich 1877 in Frankfurt nieder, von wo er 1880 zum zweitenmal Italien besuchte. Seine Bilder, sowohl religiösen als mythologischen Inhalts, namentlich aber seine Landschaften, sind sehr naturwahr und kräftig im Kolorit, zeigen aber eine gewisse Neigung zum Unschönen in den Figuren und in den Gegenden, z. B.: Charon, Flucht nach Ägypten, der Herbststurm, Gehöft im Schwarzwald u. a.

Thomas, 1) Karl Gustav Adolf, Landschaftsmaler, geb. 28. Sept. 1834 zu Zittau, konnte erst 1853 die Akademie in Dresden beziehen, wo er aber mit Sorgen für seine Existenz und mit Krankheit mancherlei Art zu kämpfen hatte. 1859 wurde er Schüler von Ludw. Richter, dem er hauptsächlich seine Ausbildung verdankt. Nach einigen koloristisch noch ziemlich unvollkommenen Bildern von den Elbufern bei Dresden erhielt er 1864 für sein Felsenthal ein akademisches Reisestipendium, worauf er das südliche Bayern und Tirol durchwanderte und sich in München aufhielt, wo er unter dem Einfluß von Lier und Friedr. Voltz besonders koloristisch gefördert wurde. Zu den besten seiner spätern Landschaften gehören: Motiv bei Brannenburg in Oberbayern (1866, Museum in Dresden), Landschaft im Charakter des Chiemsees (1867), Abend an der kleinen Marine auf der Insel Capri (1872) und Landschaft mit mythologischer Staffage. Man hat von ihm auch treffliche Federzeichnungen und Aquarelle.

2) Alexandre, belg. Historienmaler, geb. 1820 zu Malmedy, bildete sich in Düsseldorf zu einem Maler aus, der in seinen Bildern nach idealer, großartiger Auffassung und Gedankentiefe strebt und damit ein kräftiges Kolorit verbindet. Bedeutend waren: Judith, die Söhne Eduards, das Urteil Salomos, eine Kreuzabnahme, vor allem der zuerst 1854 ausgestellte Judas in der Nacht vor Christi Kreuzigung, freilich ↔ keine historisch wahre, sondern nur eine der Phantasie des Künstlers entsprungene Komposition, die uns durch die Gestalt und den Ausdruck des Judas ein mächtig ergreifendes Drama vorführt (Museum in Brüssel). Von ähnlicher Erfindung ist (1857): Barrabas am Fuß des Kalvarienbergs (ebendaselbst). Er ist Offizier des Leopoldsordens.

3) William Cave, engl. Maler der Historie und des historischen Genres, geb. 1820 zu London, widmete sich anfangs der Plastik, trat 1838 in die dortige Akademie und modellierte zwei Jahre lang, bis er 1840 nach München ging, wo er sich der Malerei zuwandte. Nachdem er Italien und Deutschland bereist hatte, kehrte er 1843 nach England zurück und stellte sowohl in Öl- als in Wasserfarben Bilder von strengem Stil und einfacher Komposition aus, z. B.: Alfred speist die Pilger, Alfred besucht in der Morgendämmerung die Kirche, Rivalität, Petrarca und Laura, der aus dem Weinberg verstoßene Erbe (nach Luk. 20), und in Wasserfarben: der Herr der Ernte, der fruchtbare Baum, Dante und Beatrice, Ecce homo. Für die Westminsterhalle lieferte er den prämiierten Karton der Predigt des heil. Augustinus und für das South Kensington-Museum den Geist der Gerechtigkeit. Er schrieb 1870 ein Werk über monumentale Malerei.

4) Gabriel Jules, franz. Bildhauer, geb. 1821 zu Paris, Schüler von Ramey und A. Dumont, besuchte die École des beaux-arts und erhielt 1848 für seinen Philoktetes, der nach Troja auszieht, den großen römischen Preis. Zu seinen besten Werken gehören: eine Statue des Orpheus, ein spartanischer Krieger, der seiner Mutter gebracht wird (1855, Relief), Attila (1857), Eva, Vergilius (1861, im Luxembourg), der Tod des heil. Stephanus im Giebelfeld der Kirche St. Etienne du Mont (1864), die überaus meisterhaft gearbeitete Schauspielerin Mars im Vestibül des Théâtre français (1865, Marmor), Christus am Kreuz (1876, Bronze), zwei Karyatiden im neuen Opernhaus und 1880 der knieende Bischof Landriot für die Kathedrale in La Rochelle. Er erhielt drei Me-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 520.