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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Verhas; Verheyden; Verhoeven-Ball; Verlat

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Verhas - Verlat.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Vereschagin'

stab des Großfürsten Nikolaus, wurde am Ufer der Donau schwer verwundet, war nach seiner Genesung im Gefolge des Generals Gurko und kam nach dem Waffenstillstand nach Paris. Seine anfangs in Petersburg ausgestellten Bilder aus dem Feldzug in Turkistan bilden jetzt einen speciellen Teil des Museums in Moskau. Im Januar 1880 veranstaltete er im Cercle artistique zu Paris eine Ausstellung seiner durch ergreifende Naturwahrheit und lebensvolle Schilderung interessanten Werke, die in drei Abteilungen zunächst die Nachbildungen jener in Moskau befindlichen Bilder, sodann Episoden des Kriegs im Balkan und endlich Scenen aus Indien, Tibet und Kaschmir sowie aus den Bergen des zwei Jahre lang von ihm bereisten Himalaya enthielten. Neuerdings beschäftigt er sich in Paris mit einem Cyklus von 20 kolossalen Bildern, welche die Hauptbegebenheiten aus der Geschichte Indiens zur Anschauung bringen.

Verhas, Jean, belg. Genremaler in Brüssel, malte anfangs historische Stoffe, ging aber allmählich zur Kinderwelt über, die er mit allen ihren Freuden und kleinen Leiden malt, bald den dreijährigen Malermeister, der seine ältern Geschwister durch die Kühnheit seines Pinsels in Erstaunen setzt (Museum in Gent), bald ein kleines Mädchen, das in der Ecke stehen muß und sich damit tröstet, daß ihr Spielkamerad, der Neufundländer, diese Strafe teilt. Einen höhern Flug nahm er in der neulich ausgestellten Revue der Schulen bei der silbernen Hochzeit des belgischen Königspaars (1878), wo sich in den reizenden Kindern, wohl sämtlich Porträte, alle Nüancen des Ausdrucks von selbstbewußter Gravität bis zum schalkhaften Kichern spiegeln und die ganze Schar von feinem grauen Licht umspielt wird.

Verheyden, François, belg. Genremaler, geb. 1806 zu Löwen, lernte in Paris unter Jérôme Langlois und malte eine Zeitlang recht hübsch komponierte Genrebilder, insbesondere Landmädchen aus der Gegend von Antwerpen in ihren verschiedenartigen Belustigungen, die zu ihrer Zeit sehr beliebt waren und ihm mehrere Medaillen sowie den Leopoldsorden einbrachten, ↔ z. B.: die Traubendiebinnen, die Ankunft (1860), Knabenschule, Mädchenschule u. a.

Verhoeven-Ball (spr. verhuwen-), Adrien Joseph, belg. Genremaler, geb. 7. Aug. 1824 zu Antwerpen, besuchte von 1840 an das Atelier von Leys und die Akademie seiner Vaterstadt und malt sehr ansprechende Genrebilder, z. B.: Stiftung der Schwurbrüderschaft in Antwerpen, der Brief an den Paten (1856 vom Kaiser Napoleon erworben), der Maler Weenix in seinem Atelier, die Kartenspieler u. a., dazu ein 1873 vom Schah von Persien erworbenes Stillleben. Er erhielt mehrere Medaillen, war zehn Jahre Präsident der Sektion der bildenden Künste im Cercle artistique zu Antwerpen und 1878 Präsident des dortigen artistischen Kongresses.

Verlat (spr. ferlatt), Charles, belg. Historien-, Porträt- und Tiermaler, geb. 1824 zu Antwerpen, besuchte die dortige Akademie und war Schüler von de Keyser. Später bildete er sich in Paris, war von 1869 an einige Jahre Direktor der Kunstschule in Weimar und ist jetzt Professor an der Akademie seiner Vaterstadt. Seinen oft in strengem Stil durchgeführten Historienbildern fehlt es manchmal an Lebenswahrheit und geistigem Ausdruck, seine Bilder aus dem Tiergenre haben dagegen eine packende Realistik und oft einen köstlichen Humor; in beiden Fächern aber herrscht eine meisterhafte Pinselführung. Zu jenen gehören z. B.: eine Madonna mit dem Kind, Mater dolorosa, die Hochzeit zu Kana, Gottfried von Bouillon beim Sturm auf Jerusalem (Museum in Brüssel), Klage um den Leichnam Christi (wohl sein bestes Historienbild); zu den Tierbildern: Begehrlichkeit, die schlechten Nachbarn, der Zank um die Beute, Affe vor dem Spiegel sich rasierend, Morgenbesuch, Mitglieder des Mäßigkeitsvereins (alte und junge Enten), ein Schäferhund, der seine Herde gegen einen Adler verteidigt, Wolf mit einem Schaf unter sich (im Besitz des Großherzogs von Oldenburg), ein Büffel im Kampf mit einem Tiger etc. In jenem strengen Stil sind auch seine sehr verschieden beurteilten Bildnisse behandelt. Infolge einer Reise in den Orient (1875)

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 535.