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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Vermehren; Vernier; Véron; Vertunni; Verwée; Vetter

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Vermehren - Vetter.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Verlat'

malte er orientalische Figurenbilder mit breitem, energischem Pinsel, z. B.: Aufruhr der Juden um den Mörder Barrabas und der Maler selbst in einer Straße Jerusalems sitzend und einen Knaben malend. 1866 erhielt er den belgischen Leopoldsorden, 1868 das Ritter- und 1878 das Offizierkreuz der Ehrenlegion.

Vermehren, Johann Frederik Nicolai, dän. Genremaler, geb. 13. Mai 1823 zu Ringsted auf Seeland, besuchte die Schule in Sorö und trat 1844 in die Akademie zu Kopenhagen, wo er bis 1847 blieb und sein erstes Bild ausstellte. Nachdem er den Feldzug von 1848 freiwillig mitgemacht hatte, malte er aus dem Volksleben eine Reihe von Bildern, deren tiefes Gefühl gerühmt wird, z. B.: ein jütländischer Schafhirt auf der Heide, eine Straße in einem italienischen Bergstädtchen, häusliche Beschäftigung u. a. Nachdem er bereits 1855 einige Zeit in Italien zugebracht hatte, bereiste er 1862 Holland, Frankreich und abermals Italien, malte auch Landschaften und Bildnisse. 1864 wurde er Mitglied der Akademie in Kopenhagen, 1869 Ritter des Danebrogsordens und 1873 nach Marstrands Tod Professor an der dortigen Akademie.

Vernier (spr. wĕrnjéh), Emile Louis, franz. Strandmaler und Lithograph, geb. 1831 zu Lons le Saunier (Jura), kam 1850 nach Paris, wo er Schüler von Collette wurde und 1861 als Lithograph, 1864 als Maler debütierte. In ersterer Eigenschaft brachte er sehr geschätzte Blätter nach Courbet, Belly, Chaplin, Corot, Breton und Daubigny (zwölf nach Corot als Album mit Text von Burty, 1867). Als Maler brachte er in der Weise Corots treffliche Stimmungslandschaften, unter denen aus den letzten Jahren hervorzuheben sind: Strand von Yport, die Seegrasfischerinnen in Yport, die Seine bei Bercy im Dezember (1879), ein Muschelnverkauf (1880) u. a.

Véron (spr. wehróng), Alexandre René, franz. Landschaftsmaler, geboren zu Montbazon (Indre-et-Loire), Schüler von H. Delaroche, malt recht anziehende Stimmungslandschaften aus Frankreich mit guten Lichteffekten, z. B.: die Ufer der ↔ Seine, Einfahrt in den Hafen von Boulogne bei Sturm, der Park in Senlis, nach dem Regen, ein schöner Wintertag, der Park in Mont l'Evêque (Oise) und Abend in demselben Park.

Vertunni, Cavaliere Achille, ital. Landschaftsmaler in Rom, geboren zu Neapel, Schüler von Fergola, bereiste Ägypten und den Orient und malt Bilder daher sowie aus Italien, in denen er die Natur in allen ihren Erscheinungen großartig und in einer an Ed. Hildebrandt erinnernden Farbenpracht wiederzugeben weiß; z. B.: Teich in der römischen Campagna, Ruinen von Pästum, die Pyramiden in Ägypten, Sonnenuntergang bei Kap Fusano und (1879 in München) auf dem Nil nach Sonnenuntergang.

Verwée, Louis Pierre, belg. Landschafts- und Tiermaler, geb. 1812 zu Brüssel, Schüler von Eugen Verboeckhoven, der sein Vorbild war und ihm auch bisweilen die Tiere in seinen mit Geschmack komponierten und gut ausgeführten Landschaften malte. - In denselben Fächern arbeitet in Brüssel mit großem Erfolg sein Sohn Alfred Jacques V., z. B.: die Ufer der Schelde, Pferde auf einer Wiese, Ansicht aus den Ardennen, ein zeeländisches Gespann (Museum in Brüssel). Er erhielt mehrere Medaillen und den Leopoldsorden.

Vetter, Jean Hégésippe, franz. Maler des historischen Genres und des Porträts, geb. 1820 zu Paris, Schüler von Steuben, debütierte 1842 mit einem Bildnis, widmete sich aber nachher fast ausschließlich der Anekdote aus dem Leben bekannter Persönlichkeiten, die er besonders in den kleinern Bildern voll Geist und Humor zu schildern weiß, während die größern manchmal einen theatralischen Anstrich haben. Eins seiner Hauptbilder war 1861 Bernard de Palissy; andre sind: Rabelais in der Weinlaube, Molière und Ludwig XIV. (1864), der sterbende Mazarin (1872, diese beiden im Museum des Luxembourg), die Flucht nach Ägypten (1874), der Raffinierte zur Zeit Ludwigs XIII. (1875). Er erhielt zahlreiche Medaillen und 1855 das Kreuz der Ehrenlegion.