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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Zannōni; Zeller; Zenetti; Zeppenfeld; Zettervall

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Zannoni - Zettervall.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Yvon'

der Schlacht bei Solferino (1861); glänzender dagegen fiel 1863 die Schlacht bei Magenta aus. Unter seinen spätern allegorischen Darstellungen, Bildnissen etc. verdienen rühmliche Erwähnung: die sieben Todsünden nach Dante, die allegorische Darstellung der Vereinigten Staaten von Nordamerika, die Porträte des Generals Neumayer, des Generals Vinoy und des kürzlich verstorbenen kaiserlichen Prinzen. Schwächere Leistungen waren dagegen: eine Straße in Konstantinopel, die Staatsgeheimnisse (1873) und vor allen ↔ der Angriff der Kürassiere bei Wörth (1875). Mit zwei sonderbaren Bildern beteiligte er sich bei der Ausstellung von 1875, das eine, unter dem Titel: der Cäsar, eine ergreifende Perhorreszierung der Eroberungssucht und der Kriegsfurie; das andere: Lagerstätte der Barbaren, eine (ziemlich modern gewordene) Scene aus den dem Sturz der römischen Weltmacht vorangehenden Invasionen. Er erhielt zahlreiche Medaillen, 1855 das Ritter- und 1867 das Offizierkreuz der Ehrenlegion.

Z.

Zannōni, Algo (Anmerkung des Editors: richtig: Ugo), Cavaliere, ital. Bildhauer, geb. 1836 zu Verona, machte sich bis jetzt vorteilhaft bekannt durch die auf der Piazza dei Signori 1865 aufgestellte Statue Dantes und durch mehrere ideale und Genrebildwerke, z. B.: die Badende, ein fleißiger Arbeiter und der zukünftige Künstler (Marmorstatue).

Zeller, Konrad, Genremaler, geb. 1807 zu Hirslanden bei Zürich, trieb lange Zeit die Malerei nur als Dilettant, bis er 1832 nach Rom ging, wo er Schüler von L. Roberts wurde und sich vorzugsweise der Darstellung des italienischen Volkslebens widmete. Seine Bilder sind von sehr charaktervoller Auffassung und warmem Kolorit.

Zenetti, Arnold, Architekt, geb. 18. Juni 1824 zu Speier, kam schon früh nach München, wo er sich dem Baufach widmete, 1850 Stadtbauingenieur und 1867 Stadtbaurat und Vorstand des gesamten städtischen Bauwesens wurde. Seine Hauptbauwerke sind in München das neue Gebärhaus (1856) und das pathologische Institut. Seit längerer Zeit ist er im Baufach auch litterarisch sehr thätig und lieferte zahlreiche Abhandlungen in der Wiener, Berliner und bayrischen Bauzeitung.

Zeppenfeld, Victor, Genremaler, geb. 1834 zu Greiz (Fürstentum Reuß), lebte anfangs in Hamburg, wo er Schüler von Gensler war, ging später nach München und wurde dann Schüler von Jordan in Düsseldorf. Von dort aus machte er Studienreisen in Deutschland, der Schweiz ↔ und Oberitalien. Unter seinen recht ansprechenden, gemütvollen Darstellungen aus dem Volksleben nennen wir: Morgen vor dem Schützenfest, des Gewürzkrämers Laden, Genesung, vor dem Postschalter, der Mausefallenhändler und das Sommertheater; ziemlich dürftig war dagegen die silberne Hochzeit. Sehr bekannt wurde er durch die photographische Reproduktion seines Bildes: Kaulbachs Ankunft im Olymp.

Zettervall, Helgo Nikolaus, schwed. Architekt, geb. 21. Nov. 1831 zu Lidköping, arbeitete, seiner wirklichen Anlagen unbewußt, anfangs in einem kaufmännischen Geschäft, später als Landwirt, kehrte dann in seine Heimat zurück, machte seine erste Zeichnung zu einem Neubau für seine Eltern und wurde als Baugehülfe für die abgebrannte Kirche von Lidköping angenommen. 1853 trat er als Zögling der Akademie in Stockholm ein, erfreute sich der besondern Leitung Scholanders und führte mehrere bauliche Restaurationen und Umbauten aus, z. B.: Ryholins Schloß in Westgotland (1855 und 1856), die Bibliothek in Skara 1857 u. a. 1860 als außerordentlicher Architekt im Oberintendanturamt angestellt, wurde er in demselben Jahr zum Nachfolger Brunis in der umfassenden Restauration des Doms zu Lund ernannt, zu welchem Zweck er 1862 Reisen nach Deutschland, Frankreich und Oberitalien machte, nach deren Vollendung er sich dieses Auftrags in umfassender Weise entledigte. Sein zweites Hauptwerk ist die

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 572.