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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Zettler; Zichy; Ziem

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Zettler - Ziem.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Zettervall'

Restauration des Rathauses in Malmö. Die bedeutendsten seiner Neubauten sind: die Elementarschule in Skara, das Schloß bei Häckeberga in Schonen und das Bolindersche Haus auf Blasieholm in Stockholm. Sehr groß ist die Zahl seiner architektonischen Zeichnungen und Entwürfe für kirchliche und Profanbauten, z. B. neuerdings für ein prächtiges Schloß bei Ystad. 1871 wurde er Mitglied der Akademie in Stockholm und 1872 Ritter des dänischen Danebrogsordens.

Zettler, Franz Xaver, Zeichner und Glasmaler, geb. 21. Aug. 1841 zu München, widmete sich anfangs dem Kaufmannsstand in Stuttgart und in seiner Vaterstadt, studierte aber bei seiner großen Neigung für die bildenden Künste kunstgeschichtliche Werke und trat dann in die Mayersche Kunstanstalt für kirchliche Arbeiten. Bald übernahm er die Leitung derselben und brachte sie zu einer Höhe, daß sie damals fast 300 Personen beschäftigte und eine noch bestehende Filiale in London gründete. Nach Aufhebung der königlichen Glasmalereianstalt in München gründete er eine Anstalt für Glasmalerei unter seinem Namen, die infolge ihrer hervorragenden Leistungen zur königlichen Hofglasmalerei ernannt ward. Den Weltruf, welchen sie genießt, verdankt sie großenteils Zettlers Bestreben, die Grundsätze der Blütezeit der Glasmalerei (1440-1540) wieder in Anwendung zu bringen. In Verbindung mit Enzler und Stockbauer gab er heraus: »Ausgewählte Kunstwerke aus dem Schatz der reichen Kapelle in der königlichen alten Residenz zu München«. Er ist Ritter des bayrischen Michaelsordens, des österreichischen Franz-Josephsordens, des preußischen und des italienischen Kronenordens und des rumänischen Sterns.

Zichy, Michael von, Historien- und Genremaler, geb. 1827 zu Zala in Ungarn, besuchte die Akademie zu Wien und war Schüler von Waldmüller, zu dem er aber in der Wahl und in der Behandlung seiner Vorwürfe in großem Gegensatz steht. Auf seine Veranlassung wurde er als Lehrer einer Großfürstin nach Petersburg berufen. Schon 1850 verließ er den russischen Hof, kehrte 1856 dorthin zurück und ↔ wurde 1859 Hofmaler, in welcher Stellung er 15 Jahre verblieb, bis er 1874 nach Paris übersiedelte. In Ölbildern, Aquarellen und Zeichnungen schweifen seine Vorwürfe weit über das Reale hinaus; in der Formengebung aber, worin seine eigentliche Meisterschaft besteht, folgt er der Natur im Sinn der modernen Realisten. Mit Vorliebe bewegt er sich in Schauer- und Spukgeschichten oder im allegorischen Tendenzbild, nur in einigen Genrebildern schlägt er die Seite eines gesunden, kräftigen Humors an; immer aber ist bei ihm die Zeichnung bedeutender als die Malerei. Abgesehen von seinem Debüt (1847): der Gefangene im Kerker, gehören zu seinen historischen und allegorischen Darstellungen: die Kaiserin Elisabeth am Sarg Deáks, die Blätter: der Messias und Luther auf der Wartburg, die ziemlich unklare Zeichnung: der Mensch zwischen Vernunft und Narrheit (Darstellung der Nichtigkeit alles Irdischen, nach Art der Totentänze), jüdische Märtyrer (Kohlezeichnung und Aquarell), Du bist von Erde und sollst zu Erde werden (ebenso) und vor allen das große Bild: die Waffen des Dämons der Verwüstung, das, die brennendsten Tagesfragen in Allegorien darstellend, eine Fülle von phantastisch kontrastierenden Elementen und malerischen Effektmitteln bietet und einen wahren Höllenpfuhl von Farben aufdeckt. In erfreulichem Gegensatz zu diesem stehen die mehr oder weniger heitern Genrebilder (Zeichnungen): das Edelfräulein, der Jagdjunker, der letzte Besuch des Arztes, holländischer Soldat in Weinlaune, Raucher, Schachspieler, Auerhahnjagd in Rußland u. a.

Ziem, Félix François George Philibert, franz. Architektur- und Marinemaler, geb. 25. Febr. 1821 zu Beaune (Côte d'Or), war acht Jahre Schüler der Kunstschule zu Dijon, wo er Linearzeichnen und klassische Architektur studierte, machte hierauf 1845 bis 1848 größere Reisen im südlichen Frankreich, in Italien und im Orient. Die Früchte derselben waren eine Anzahl von Bildern, die in einer Verbindung von Seestück und Architektur die ganze Farbenglut des südlichen Himmels schildern, wozu er dankbare Motive an den Ufern des

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 573.