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Rundgang durch das Bibliographische Institut in Leipzig 1886 und 1895

Die beiden Texte auf dieser Seite beschreiben das Gebäude des Bibliographischen Instituts und sind sich sehr ähnlich. Der linke Text stammt aus dem Jahr 1887 und beschreibt den Zustand von 1886, der rechte wurde 10 Jahre später veröffentlicht. An den Unterschieden können Produktionssteigerung, Einzug neuer Techniken und zahlreiche innerbetriebliche Veränderungen verfolgt werden.

Beschreibung von 1887, ohne Titel
aus: Johannes Hohlfeld, Das Bibliographische Institut: Festschrift zu seiner Jahrhundertfeier. Leipzig 1926. S. 221-225.
Meyers Bibliographisches Institut in Leipzig.
aus: Meyers Konversationslexikon 5. Auflage, Bd. 12, S. 246 ff. (1897).

Das Bibliographische Institut wurde 1826 von Joseph Meyer in Gotha begründet und 1828 nach Hildburghausen verlegt, von wo aus es 1874 mit dem Sohn des Begründers, Herrmann Julius Meyer, nach Leipzig übersiedelte. Näheres über die Entwickelung des Instituts, von dessen technischer Einrichtung die Tafel die hauptsächlichsten Beispiele zeigt, siehe in den biographischen Artikeln über die Genannten.

Das Gebäude des Bibliographischen Instituts, in den Jahren 1873-74 auf der Ostgrenze der Stadt Leipzig erbaut, bedeckt ein von vier Straßen umgebenes Areal von 6600 qm. Der Eingang von der Straße führt über einen weiten, gartenähnlichen, von drei Seiten des Vorderbaues umgebenen Vorhof; er sichert den fensterreichen Arbeitsräumen volles Licht und staubfreie Luft.

Die Durchfahrt trennt das Erdgeschoß in zwei Hälften, zu deren jeder ein eignes geräumiges Treppenhaus nach oben sowie hinab ins Kellergeschoß führt. Letzteres enthält in feuersichern Gewölben die Lager der Stereotypplatten, Lithographiesteine, das Papierdefekten- und Makulaturlager, Magazine für Materialien, Lagerräume für Kohlen, Holz und alle denkbaren Abfälle. Da Kessel- und Maschinenraum bis zur Kellersohle hinabreichen und sich hier die mechanische Werkstätte, die Gasometer, Dampfkondensatoren und Wasserreservoirs sowie die Dynamomaschine befinden, erstreckt sich auch von da aus das ganze System der Transmissionen und der über 5 km langen Dampf-, Wasser- und Gasleitungen sowie der gleich langen Leitung der elektrischen Beleuchtungsanlage unter dem Hause hin, an den Stellen, wo man ihren Dienst bedarf, nach den obern Geschossen aufsteigend oder auch von da wieder zurückkehrend. Ein ringsum führender geräumiger Mittelgang macht alle diese Lokale und Apparate gleich bequem zugänglich, verbindet auch das Vorderhaus mit dem Hinterhaus, in welchem sich die Zeugschmelze, die Galvanoplastik, die Steinschleiferei und die Räume für einige untergeordnete Verrichtungen befinden. Zwei mechanische Aufzüge zu beiden Seiten des Mittelbaues führen vom Keller bis zum Dachgeschoß, mit Ausgängen in jedem Stockwerk, während ein dritter die Verbindung zwischen den übereinanderliegenden Papierlagern herstellt.

Die Durchfahrt trennt das Erdgeschoß in zwei Hälften, zu deren jeder ein eignes geräumiges Treppenhaus nach oben sowie hinab ins Kellergeschoß führt. Letzteres enthält in feuersichern Gewölben die Lager der Stereotypplatten, Lithographiesteine, das Papierdefekten- und Makulaturlager, Magazine für Materialien, Lagerräume für Kohlen, Holz und alle denkbaren Abfälle sowie zwei Akkumulatorenanlagen für die elektrische Beleuchtung, die Zeugschmelze für die Schrift- und Stereotypengießerei und die Steinschleiferei mit drei Steinschleifmaschinen; daran anschließend das umfangreiche Lager für die Originalsteine. Da Kessel- und Maschinenraum bis zur Kellersohle hinabreichen und sich hier die mechanische Werkstätte mit 4 Hilfsmaschinen, die Gasometer, Dampfkondensatoren und Wasserreservoire sowie die Dynamomaschinen befinden, erstreckt sich auch von da aus das ganze System der Transmissionen und der über 10 km langen Dampf-, Wasser- und Gasleitungen sowie der gleich langen Leitung der elektrischen Beleuchtungsanlage unter dem Hause hin, an den Stellen, wo man ihren Dienst bedarf, nach den obern Geschossen aufsteigend oder auch von da wieder zurückkehrend. Zwei mechanische Aufzüge zu beiden Seiten des Mittelbaues sowie ein dritter im linken Flügel und ein vierter Aufzug im Hinterhaus führen vom Keller bis zum Dachgeschoß, mit Ausgängen in jedem Stockwerk.

Grundriss des 1. Stocks des Bibliographischen Instituts 1897
Grundriss des 1. Stocks des Bibliographischen Instituts 1897 (Große Bildansicht)

Zu ebener Erde liegen auf der einen Seite das Papiermagazin, an welches sich die Papierkontrolle, die Papierfeuchte, der Satiniersaal mit 8 vier- bis sechswalzigen Satiniermaschinen, der kleine Druckersaal mit 2 Rotationsmaschinen, der auf 30° R gehaltene Trockenraum, die Bücherstube mit 14 hydraulischen Glättpressen anschließen, so daß der Bogen in ununterbrochener Aufeinanderfolge aller Arbeitsprozesse bis zu dem auf anderen Flügel des Hauses gelegenen Rohlager gelangt, alles auf geräuschlos rollenden Gummibandagen, ohne eine Stufe auf- und absteigen zu müssen. Außerdem befinden sich hier die Schriftgießerei und die Tischlerei.

In demselben Geschoß, der typographischen Abteilung gegenüber, liegt die Steindruckerei mit 11 Schnellpressen, 5 Handpressen und 4 Kupferdruckpressen. Ein Separataufzug verbindet sie mit der darunter befindlichen Steinschleiferei und dem Steinmagazin.

Zu ebener Erde befindet sich das Papierlager, an welches sich die Papierkontrolle, die Papierfeuchte, der Satiniersaal mit 8 vier- bis sechswalzigen Satiniermaschinen, der Rotationsmaschinenraum, der Trockenraum für die Buchdruckerei, die Bücherstube (in welcher die aus der Buchdruckerei hervorgehenden Druckerzeugnisse geglättet werden) mit 22 hydraulischen Glättpressen und 2 Preßpumpen anschließen, so daß der Bogen in ununterbrochener Aufeinanderfolge aller Arbeitsprozesse bis zu dem auf anderen Flügel des Hauses gelegenen Rohlager gelangt, ohne eine Stufe auf- und absteigen zu müssen.

Im Mittelbau liegen, zu beiden Seiten der Einfahrt und zunächst der Hausverwaltung, die Speditionsräume, teils der Buchhaltung, teils dem technischen Betrieb angehörig.

Im Mittelbau liegen, zu beiden Seiten der Einfahrt und zunächst der Hausverwaltung, die Speditionsräume, teils der Buchhaltung, teils dem technischen Betrieb angehörig.

Den linken Flügel des ersten Stocks nimmt der große Drucker- oder Maschinensaal mit 22 Schnellpressen größten Formats und einer Tiegeldruckpresse ein. Ein separater Aufzug vermittelt die Beförderung der Schriftformen und Stereotypplatten aus und nach der Setzerei.

Im linken Flügel des ersten Stocks befindet sich der Maschinensaal der Buchdruckerei mit 29 Schnellpressen für Ein- und Zweifarbendruck und mehrerer Tiegeldruckpressen ein. An diesen Saal schließt sich die Steindruckerei mit 23 Schnellpressen, 2 Aufziehpressen, 10 Handpressen, 1 Bronziermaschine und 2 Farbreibemaschinen an. Zwischen den beiden Sälen befinden sich zwei Räume zur Aufnahme der Druckwalzen. An die Steindruckerei reiht sich im Hintergebäude die Kupferdruckerei mit 4 Handpressen. Im rechten Flügel des ersten Stocks befinden sich die kartographische und die chromolithographische Anstalt, ferner die Kantine mit den Speiseräumen für das männliche und weibliche Personal.

Die Mitte des ersten Geschosses ist von der Hauptexpedition, Auslieferung und Kasse, also von den Kontoren der Buchhandlung, und der daranstoßende rechte Flügel vom Hauptverlagslager mit zugehörigem Kontor der Lagerbuchführung und Kontrolle der Ablieferungen aus den Buchbindereien in Anspruch genommen. Dem Archiv des Hauses ist ein Nebenzimmer eingeräumt.

Die Mitte des ersten Geschosses ist von der Hauptexpedition, Auslieferung und Kasse, also von den Kontoren der Buchhandlung, und der daranstoßende vordere Teil des rechten Flügels vom Hauptverlagslager mit zugehörigem Kontor der Lagerbuchführung und Kontrolle der Ablieferungen aus den Buchbindereien in Anspruch genommen. Dem Archiv des Hauses ist ein in der Nähe liegendes Nebenzimmer eingeräumt.

Der zweite Stock gehört nur ruhigen und der Ruhe bedürftigen Beschäftigungen an. Den linken Flügel nimmt die Setzerei ein mit einem abgeschlossenen Raum für den Faktor und die Korrektoren, nebenan befindet sich das Magazin für Klischees und Holzstöcke sowie die Papierstereotypie.

Der zweite Stock gehört mehr ruhigen und der Ruhe bedürftigen Beschäftigungen an. Den linken Flügel nimmt die Setzerei ein mit einem abgeschlossenen Raum für den Faktor und die Korrektoren; nebenan befinden sich die Papierstereotypie, Stereotypengießerei und Schriftgießerei mit 16 Gieß- und Hilfsmaschinen, das Schriftenlager, die Tischlerei mit mehreren Hilfsmaschinen, die Galvanoplastik mit 5 Hilfsmaschinen sowie 2 Dynamo- und 1 magnetelektrischen Maschinen sowohl zur Erzeugung des erforderlichen Stroms als zur Ladung der außer der regelmäßigen Betriebszeit Verwendung findenden Akkumulatoren. Neben der Galvanoplastik befindet sich Klischee- und Holzstöckelager.

Im Mittelbau reihen sich die Bureaus der technischen Leitung, der Materialienverwaltung, der Chefs, des Vertriebes aneinander, außerdem die Bibliothek und die Buchführung. Auf dem rechten Flügel liegen die Redaktionszimmer, die Ateliers der Zeichner, Lithographen und Stecher sowie das Kunstlager.

Im Mittelbau reihen sich an die Setzerei die Büreaus der technischen Leitung, der Materialienverwaltung, der Chefs und die Bibliothek aneinander. Auf dem rechten Flügel liegen die Redaktionszimmer, die Vertriebsleitung, die Buchführung und das Kunstlager.

Das dritte Geschoß wird von der Buchbinderei, Broschieranstalt, Putzerei, dem Karten- und Bilderlager, den Trockenräumen für die Steindruckerei, dem Schriftmagazin und dem Magazin der Buchbinderei eingenommen. Ein Teil der Broschierwerkstatt befindet sich in der Bücherstube.

Das dritte Geschoß wird von der Buchbinderei, Broschieranstalt, Putzerei, dem Karten- und Bilderlager und den Trockenräumen für die Steindruckerei eingenommen. Die Buchbinderei arbeitet mit 3 Doppelfalzmaschinen, 1 Walzwerk, 16 Drahtheftmaschinen, 13 Schneidemaschinen (darunter vier Dreischneider und vier mit selbstthätiger Einpressung), 3 Rückenrundmaschinen, 2 Abpreßmaschinen, 1 Pappenschere, 1 Pappenkreisschere, 1 Ritz- und Nutmaschine, 18 Stockpressen, 12 Vergoldepressen, 5 Futteralheft- und Nutmaschinen, 1 Perforiermaschine, 2 Messerschleifmaschinen und 12 kleinern Hilfsmaschinen.

Die Treppen und Aufzüge führen weiter ins Dachgeschoß, welches unter anderem ein Wasserreservoir enthält, das vermittels einer Dampfpumpe (Patent 'Klein') aus dem Brunnen des Hauses gespeist wird, und von dem sämtliche Räume des Hauses ihren Bedarf an Wasser empfangen.

Die Treppen und Aufzüge setzen sich ins Dachgeschoß fort, welches in der Hauptsache als Rohlager dient und unter anderem ein Wasserreservoir enthält, das vermittels einer Wanddampfpumpe (Patent Klein) aus dem Brunnen des Hauses gespeist wird, und von dem sämtliche Räume des Hauses ihren Bedarf an Wasser empfangen.

In jedem Geschoß sind für das männliche und weibliche Personal besondere Garderobenräume und Aborte vorhanden.

Die Heizung ist Dampfheizung nach Haagschem System und eine sehr ausgiebige für alle Räume, auch Gänge, Treppenhäuser und Klosette; es wird überhaupt kein Loth Kohle im ganzen Haus zu Heizzwecken verbrannt, was nicht wenig die Reinhaltung der Räume erleichtert. Die Ventilation wird durch Essenrohre oder Luftzüge in den Mauerpfeilern mit verstellbaren Jalousien vor denselben, in der Buchbinderei außerdem noch durch einen auf dem Dachboden aufgestellten, die frische Luft von der Nordseite ansaugenden und durch ein im Wasserbassin liegendes Röhrennetz weiterführenden Ventilator ausreichend bewirkt. Da alles Kondensationswasser aus den Dampfleitungen wieder nach dem Vorwärmer zurückgeführt wird, so ist der Kohlenverbrauch der 50pferdigen Dampfmaschine ein auffallend geringer und steigt selten über 16 Ztr. pro Tag. Die daneben aufgestellte 30pferdige Dampfmaschine dient zum Betrieb der Dynamomaschine für die elektrische Beleuchtung. Das in den Kesseln seiner starken Kalkhaltigkeit halber sehr gefährliche Speisewasser wird durch Sodazusatz mit so gutem Erfolg geklärt, daß die Rückstände des Wassers sich nur in schlammiger Beschaffenheit in den Kesseln vorfinden.

Bei den Transmissionen sind Deckenlager und Winkelräder vermieden, die Wellen liegen an den Mauern oder in unterirdischen Kanälen, und alle Transmissionsverbindungen geschehen geräuschlos durch Riemen. Dadurch, daß alle Maschinen unter dem Boden ihren Antrieb haben, ist die Gefahr, welche die Riemenführung in den Arbeitsräumen mit sich bringt, auf das geringste Maß eingeschränkt.

Bei den Transmissionen sind in fast sämtlichen Räumen Deckenlager und Winkelräder vermieden, die Wellen liegen an den Mauern oder in unterirdischen Kanälen, und alle Transmissionsverbindungen geschehen geräuschlos durch Riemen. Dadurch, daß alle Maschinen unter dem Boden ihren Antrieb haben, ist die Gefahr, welche die Riemenführung in den Arbeitsräumen mit sich bringt, auf das geringste Maß eingeschränkt. Einige Maschinen werden durch Elektromotoren angetrieben; die letzteren finden auch häufig nach der regelmäßigen Betriebszeit, also für Überarbeit, Verwendung.

Die einzelnen größern Arbeitsräume können durch Friktionskuppelungen zu augenblicklichem Stillstand gebracht werden, auch können durch ebensolche Friktionskuppelungen die beiden Dampfmaschinen vereinigt werden oder jede für sich für den Betrieb Verwendung finden.

Der Maschinenbetrieb in den einzelnen größern Arbeitsräumen kann durch Friktionskuppelungen zu augenblicklichem Stillstand gebracht werden, auch können durch ebensolche Kuppelungen die beiden Dampfmaschinen vereinigt werden oder jede für sich für den Betrieb sowohl als für die beiden der elektrischen Beleuchtung dienenden Dynamomaschinen Verwendung finden.

Zum Betrieb der vorstehend aufgeführten 200 Maschinen sowohl als der 3 Dynamomaschinen (System 'Gramme') von 960 Ampère Stromstärke für die elektrische Beleuchtung sind 2 Compound-Dampfmaschinen mit Kondensation von ca. 240 Pferdestärken und 3 Kessel von 504 qm Heizfläche vorhanden, die auch den Dampf für die Heizung sämtlicher Räume, Gänge, Treppenhäuser und für technische Zwecke liefern. Zu erwähnen ist hierzu, daß im ganzen Haus kein Gramm Kohle direkt zu Heizzwecken verwendet wird, was nicht wenig die Reinhaltung der Räume erleichtert. Da alles Kondensationswasser aus den Dampfleitungen wieder nach dem Vorwärmer zurückgeführt wird, so ist der Kohlenverbrauch ein auffallend geringer. - Das in den Kesseln seiner starken Kalkhaltigkeit halber sehr gefährliche Speisewasser wird durch Zusatz von Globulin mit so gutem Erfolg geklärt, daß die Rückstände des Wassers sich nur in schlammiger Beschaffenheit in den Kesseln vorfinden. - Für Feuerlöschzwecke findet die in mehrfacher Abzweigung nach allen Korridoren geführte städtische Wasserleitung Verwendung.

Die Ventilation wird teils durch Luftbefeuchtungsapparate und Ventilatoren sowie andernteils durch Essenrohre oder Luftzüge in den Mauerpfeilern mit verstellbaren Jalousien vor denselben ausreichend bewirkt.

Werfen wir nun einen allgemeinen Überblick auf die Gesamtanlage, wie wir sie kurz geschildert, und wie sie durch die Pläne veranschaulicht wird, so lassen sich als leitende und konsequent durchgeführte Gesichtspunkte erkennen, erstlich in der baulichen Disposition: die Erreichung des kürzesten Weges für das Arbeitsprodukt, um, vom Rohmaterial an, von Hand zu Hand zu gehen und an das Ende seiner Bestimmung zu gelangen, also möglichste Zeit- und hierdurch Geldersparnis; sodann in den mechanischen Einrichtungen: thunlichste Ersparnis an mechanischer Menschenkraft, dafür aber ausgedehnteste Ausnutzung der Maschinenkraft, wobei alle Maschinen nur von bewährtester Konstruktion gewählt wurden, nach dem Grundsatz: das Beste ist das Billigste. Als eine Folge dieses Grundsatzes wollen wir auf den ungewöhnlich raschen Gang aller Maschinen hinweisen; er beträgt für die Rotationsmaschinen 10000, für die übrigen Schnellpressen 1140 und 1320, die Satiniermaschinen 1200, die lithographischen Schnellpressen 600 und 700 Umdrehungen pro Stunde.

Wirft man einen allgemeinen Überblick auf die Gesamtanlage, wie sie in vorstehendem kurz geschildert, so lassen sich als leitende Gesichtspunkte erkennen, erstlich in der baulichen Anordnung: die Erreichung des kürzesten Weges für das Arbeitsprodukt, um vom Rohmaterial an, von Hand zu Hand zu gehen und an das Ende seiner Bestimmung zu gelangen, also möglichste Zeit- und hierdurch Geldersparnis; sodann in den mechanischen Einrichtungen: thunlichste Ersparnis an mechanischer Menschenkraft, dafür aber ausgedehnteste Ausnutzung der Maschinenkraft, wobei alle Maschinen nur von bewährtester Konstruktion gewählt wurden, nach dem Grundsatz: das Beste ist das Billigste. Als eine Folge dieses Grundsatzes ist noch auf den ungewöhnlich raschen Gang aller Maschinen hinzuweisen: er beträgt für die ausschließlich für Werkdruck Verwendung findende Rotationsmaschinen 7000, für die übrigen Schnellpressen 1140 und 1320, die Satiniermaschinen 1200, die lithographischen Schnellpressen 600 und 700 Umdrehungen pro Stunde und erhebt somit die Leistungen derselben über die durchschnittliche Leistungsfähigkeit der meisten Druckereien.

Wie aus dem eben beendeten Rundgang ersichtlich, wird das Buch in allen seinen Teilen an Ort und Stelle fertiggestellt, so daß das eingehende weiße Papier von hier als gebundenes Werk in die Welt wandert.

Über die Leistungsfähigkeit der Hauptwerkstätten geben nachstehende Zahlen aus der Produktion von 1886 Aufschluß: Buchdruckerei 47228675 Drucke, Steindruckerei 9702216 Drucke, Satiniersaal 66650876 Durchzüge, Buchbinderei außer 2½ Millionen Broschuren 300000 gebundene Bücher. Das im Haus beschäftigte Personal beträgt 440 Personen.

Wie aus dem eben beendeten Rundgang ersichtlich, wird das Buch in allen seinen Teilen an Ort und Stelle fertig gestellt, so daß das eingehende weiße Papier von hier als gebundenes Werk in die Welt wandert.

Über die Leistungsfähigkeit der Hauptwerkstätten geben nachstehende Zahlen aus der jährlichen Durchschnitts-Produktion Aufschluß: Buchdruckerei 80 Millionen Drucke, Steindruckerei 15½ Millionen Drucke, Satiniersaal 100 Millionen Durchzüge, Buchbinderei außer 2½ Millionen Broschüren 400,000 gebundene Bücher. Das im Haus beschäftigte Personal schwankt zur Zeit zwischen 600 und 630 Personen.

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