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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Augustinus-Verein; Augustodunum; Augustonemetum; Augustowo; Augustsaft; Augustschnitt; Augustsohn; Augustulus; Augustus

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Augustinus-Verein - Augustus.

mahlin Bertha Zutritt sowie die Erlaubnis, im Lande das Evangelium zu predigen. Schon 597 empfing Ethelbert mit dem größten Teil seines Volks die Taufe. A., im folgenden Jahr in Frankreich zum Erzbischof der Angelsachsen geweiht, nahm seinen Sitz in Canterbury. Gehemmt wurde sein Erfolg durch die Beschränktheit und Schroffheit, womit er den Bischöfen der altbritischen Kirche die römischen Kultusformen aufzudringen suchte. Er starb um 605.

3) A. von Olmütz (A. Olomacensis), eig. Kasenbort oder Käsenbrot, Förderer klassischer Bildung in Mähren, Freund Huttens, Konrad Celtis' u. a., geboren um 1470, studierte in Padua, ward Propst zu Brünn und Olmütz, Geheimschreiber des Königs Ladislaus und starb 11. Mai 1513. Er schrieb: "IV epistolae contra perfidiam Valdensium ad Joh. Nigrum" von 1500 bis 1503 (Leipz. 1512); Gedichte, z. B. über die Thaten des Ladislaus, u. a.

Augustinus-Verein, St., 1878 gegründeter Verein zur Pflege der katholischen Presse, Heranbildung und Unterstützung katholischer Journalisten und Redakteure. Dem Verein gehören ca. 100 Redakteure und Verleger an, welche etwa 70 von den 250 in Deutschland erscheinenden katholischen Zeitungen und Zeitschriften vertreten.

Augustodunum, Hauptstadt der Äduer, Bibracte identisch; s. Autun.

Augustonemetum, Stadt der Arverner im narbonensischen Gallien, jetzt Clermont in der Auvergne.

Augustowo, Kreisstadt im russisch-poln. Gouvernement Suwalki, an einem großen und fischreichen See, aus dem die Netta abfließt, hat beträchtliche Pferde- und Viehmärkte und (1879) 11,094 Einw. Hier beginnt der Augustowosche Kanal, der die Netta und den Niemen verbindet. A. wurde von August I. 1547 angelegt und nach ihm benannt.

Augustsaft, Saftfülle des Holzkörpers, die bei manchen unsrer einheimischen Holzgewächse sich im Sommer, nachdem das Laub seine vollständige Ausbildung erlangt hat, in schwächerm Grad wiederholt als im Frühling vor dem Ausbruch des Laubes und bei Verletzung des Holzkörpers sich bemerkbar macht.

Augustschnitt, das Zurückschneiden der während des Sommers gebildeten Triebe an Obstbäumen auf ein Dritteil bis zur Hälfte, um die stehen bleibenden Knospen zu kräftigen. Hierbei kommt alles auf die Wahl des richtigen Zeitpunktes an, denn bei zu frühem Schnitte treiben die stehen gebliebenen Knospen aus, und dem Baum wird Kraft entzogen, während bei zu spätem Schnitte die Ausbildung der Knospen unterbleibt. Im allgemeinen schneidet man zuerst Kirschen, dann Pflaumen, Zwetschen, Birnen, Äpfel. Der A. wird mit Ausnahme des Pfirsichbaums bei den niedrigen Formen und Spalieren aller Obstarten angewendet.

Augustsohn, W., Pseudonym, s. Kotzebue 5).

Augustulus, Romulus, s. Romulus Augustus.

Augustus ("heilig, erhaben, ehrwürdig"), ehrender Beiname, der dem Kaiser Octavianus 27 v. Chr. vom römischen Senat und Volk beigelegt ward. Vermöge seines vermeintlichen Ursprungs von Augur drückt er die religiöse Weihe des Kaisers aus, die Heiligkeit, Unverletzlichkeit, Erhabenheit seiner Person. Alle folgenden Kaiser behielten ihn bei, und er pflegte unmittelbar hinter ihren persönlichen Namen gesetzt zu werden, während Imperator demselben voranging. Auch die Gemahlinnen der Kaiser, in der Folge überhaupt die mit dem kaiserlichen Haus zunächst verwandten Frauen hießen Augustae. Bis auf den Kaiser Marcus Aurelius (161-180) gab es immer nur einen A. Dieser erhob den Lucius Verus zu seinem Mitregenten mit dem Titel A., und seitdem wurde das Reich wiederholt von mehreren Augusti gemeinschaftlich regiert; eine eigentliche Teilung des Reichs unter mehrere Augusti erfolgte erst durch und nach Diokletian, zu einer dauernden wurde sie nach dem Tode Theodosius' I. (395), indem das west- und oströmische Reich für immer getrennt wurden. Auch auf die römisch-deutschen Kaiser des Mittelalters ging der Titel A. mit dem schon bei den römischen Kaisern im 3. Jahrh. vorkommenden Zusatz semper ("immer") über; im Deutschen wurde derselbe auf Grund der Ableitung von A. von augere ("vermehren") durch "allezeit Mehrer des Reichs" wiedergegeben. Franz II. legte 1806 den Titel mit der deutschen Kaiserwürde ab.

Augustus (eigentlich Gajus Julius Cäsar Octavianus), erster röm. Kaiser, geb. 23. Sept. 63 v. Chr., Sohn des C. Octavius, der auf der Rückreise aus Makedonien, welches er als Statthalter verwaltet hatte, 58 zu Nola in Kampanien starb, und der Atia, einer Tochter der Julia, der jüngern Schwester Julius Cäsars, der also sein Großoheim war, genoß unter Obhut seiner Mutter und des Lucius Marcius Philippus, mit dem sich dieselbe in zweiter Ehe vermählt hatte, in Rom einer sorgfältigen Erziehung und erwarb sich die Gunst Cäsars, der ihn 45 mit nach Spanien nahm, zu seinem Haupterben einsetzte und adoptierte. Bei Cäsars Ermordung befand er sich zu Apollonia in Illyrien, um sich unter Anleitung des Redners Apollodor in der Beredsamkeit auszubilden. Nach Cäsars Tod eilte er von Illyrien nach Rom, um die Erbschaft Cäsars anzutreten, welche ihm aber von Antonius streitig gemacht wurde, weil sie Staatseigentum sei. Oktavian verkaufte ererbte Landgüter, um jedem Bürger die in Cäsars Testament ausgesetzten 300 Sesterzien auszahlen zu können, wußte sich das Vertrauen Ciceros und andrer angesehener Republikaner zu erwerben, lockte durch Versprechungen und Geld die Cäsarianischen Veteranen in Kampanien und Samnium sowie einen Teil der aus Makedonien zurückgekehrten Legionen des Antonius in seine Dienste und konnte nun dem Senat, angeblich zur Aufrechterhaltung der Freiheit, ein Heer anbieten. Im Auftrag des Senats zog er darauf mit den Konsuln Hirtius und Pansa gegen den für einen Feind des Vaterlandes erklärten Antonius aus, und seine Hilfe trug wesentlich zu dem Sieg bei Mutina (43) bei. Da die beiden Konsuln im Kampfe fielen, zog er auch deren Truppen an sich, und als ihn jetzt der Senat durch Zurücksetzung beleidigte, erzwang er durch einen Zug gegen Rom seine Wahl zum Konsul, klagte die Mörder Cäsars an und schloß dann mit Antonius und Lepidus ein Triumvirat, womit die Verbündeten sich zu Regenten des Staates erklärten. Nach blutigen Proskriptionen (wobei auch Cicero umkam) und nach großen Gelderpressungen zogen Oktavian und Antonius nach Makedonien und besiegten bei Philippi den Brutus und Cassius. Oktavian kehrte darauf nach Italien zurück, wo aber Fulvia, die Gemahlin, und Lucius Antonius, der Bruder des Triumvirs, einen Krieg (den sogen. Perusinischen) gegen ihn aus Anlaß der Äckerverteilung an die Veteranen erregten, welcher von Oktavian (40) glücklich beendigt wurde. Zwischen Antonius und Oktavian kam dann in Brundusium ein Vertrag zu stande, wodurch dieser die Herrschaft über den Westen, jener die über den Osten erhielt, während Lepidus auf den Besitz von Afrika beschränkt wurde. Auch Sextus Pompejus wurde durch einen Vertrag abge-^[folgende Seite]