Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

287

Écarté - Échanson.

schied (Abstand) zwischen dem Tages- und dem Lieferungskurs (s. Börse); im Kartenspiel das Weglegen von Karten, um andre dafür zu nehmen.

Écarté (franz., Kartenspiel), s. Ekartee.

Ecballium Elaterium, s. Momordica.

Eccard, Johann, Komponist, geb. 1553 zu Mühlhausen i. Thür., erhielt den ersten Unterricht von Joachim v. Burgk, war von 1571 bis 1574 zu München Orlando di Lassos Schüler, stand 1578 in Diensten Jakob Fuggers zu Augsburg, ward dann als Vizekapellmeister nach Königsberg i. Pr. berufen, 1599 aber zum Kapellmeister daselbst und 1608 zum Kapellmeister in Berlin ernannt, wo er 1611 starb. Unter seinen zahlreichen, höchst wertvollen Vokalkompositionen zeichnen sich die 1598 zu Königsberg erschienenen "Preußischen Festlieder" aus. Weitere finden sich in den Sammlungen: "XX Cantiones sacrae Helmboldi" (Mühlh. 1574); "Neuwe teutsche Lieder mit vier und fünf Stimmen ganz lieblich zu singen" (das. 1578); "Crepundia sacra Helmboldi" (das. 1596, Erfurt 1608). Seine volkstümlich gehaltenen, ebenso gediegenen wie wirkungsvollen Kompositionen sind neuerdings infolge zahlreicher Aufführungen durch den Berliner Domchor und den Riedelschen Verein in Leipzig wieder zu verdienter Anerkennung gelangt.

Ecce homo (lat.), Seht, welch ein Mensch! (richtiger "Hier, da ist der Mensch!"), nach Joh. 19, 5 Ausruf des Pilatus, als er den gegeißelten und mit der Dornenkrone gekrönten Jesus dem Volk vorstellte, um dessen Mitleid zu erregen; daher in der spätern Kunst Bezeichnung der Darstellung dieser Szene und zwar entweder des mit dem Purpurmantel bekleideten Erlösers allein oder in Begleitung von zwei Kriegsknechten, meistens in Halbfiguren, oder auch in Form einer figurenreichen, einem Volksschauspiel gleichenden Komposition. Für letztere Art der Auffassung hat Lukas von Leiden in einem Kupferstich ein charakteristisches Beispiel geliefert. Der leidende Christus mit der Dornenkrone allein hat durch Guido Reni seine idealste und empfindungsvollste Darstellung gefunden. Verallgemeinert ist ein E. s. v. w. jemand, dessen Anblick Jammer erweckt.

Ecclefechan (spr. ecklféchen), uraltes Dorf in Dumfriesshire (Schottland), im Annanthal, Geburtsort Thomas Carlyles, mit (1881) 768 Einw.

Eccles (spr. eckels, Ecclesia), anmutig gelegene Stadt in Lancashire (England), am Irwell, 7 km westlich von Manchester, mit vielen Landsitzen und (1881), mit Barton, Winton, Monton und Patricroft, 21,785 Einw. In Patricroft die berühmten Eisenwerke der Herren Nasmyth (Bridgwater foundry).

Ecclesall-Bierlow (spr. éckelsahl-bihrlo), parlamentarischer Wahlbezirk von Sheffield (England), im SW. davon gelegen, mit (1881) 53,280 Einw.

Ecclesfield (spr. éckelsfihld), Ortschaft im West-Riding der engl. Grafschaft York, 7 km nördlich von Sheffield, mit Fabrikation von Stahlwaren u. (1881) 21,158 Einw.

Eccleshall (spr. éckelshahl), Ortschaft in Staffordshire (England), unweit des Sow (zur Trent), mit (1881) 5708 Einw., welche Gerberei und Fabrikation von Schuhwaren treiben.

Eccleshill (spr. eckelsill), alte Marktstadt in Yorkshire (England), bei Bradford, mit Malzdarren, Schuhfabriken, Gerberei und (1881) 7037 Einw.

Ecclesia (lat.), s. Ekklesia.

Eccoptagaster ^[richtig: Eccoptogaster], s. Borkenkäfer.

Eccremocarpus Ruiz et Pav. (Schönrebe, Hängefrucht), Gattung aus der Familie der Gesneraceen, schöne, kletternde Pflanzen mit gegenständigen, vielfach geteilten, rankentragenden Blättern, röhrigen oder glockenförmigen Blüten in hängenden Trauben und einfächerigen Kapseln mit zahlreichen geflügelten Samen. E. scaber Ruiz et Pav., aus Chile, mit vierkantigem, behaartem, 5-6 m emporsteigendem Stengel und schönen, langgestielten, gelbroten, etwa 2,6 cm langen, bauchigen, am Rand verengerten Blüten in einfachen, vielblumigen Trauben, wird bei uns in Gärten und Gewächshäusern kultiviert, muß aber frostfrei überwintert werden.

Échafaudage (franz., spr. eschafodahsch), im Festungswesen ein Gerüst, das man hinter Mauern anbringt, um über sie hinwegschießen zu können.

Echague, Don Rafael, span. General, geb. 13. Febr. 1815 zu San Sebastian in der Provinz Guipuzcoa aus einer Familie des baskischen Adels, wurde in dem 1833 ausbrechenden Bürgerkrieg zwischen den Karlisten und Christinos Kapitän und Adjutant des Generals O'Donnell, später Oberst eines Infanterieregiments. E. neigte sich allmählich der gemäßigten Partei (den Moderados) zu und verabredete schon 1851 mit O'Donnell und andern Generalen, der beständigen Skandale am Hof und der Reaktionsversuche müde, einen Aufstand. Nachdem ein Aufstandsversuch im Februar 1854 mißlungen war, brach 28. Juni zu Madrid ein neuer aus. Oberst E. trat demselben mit seinem Regiment bei, mußte sich zwar anfangs mit O'Donnell nach Andalusien zurückziehen; doch schlugen sie 30. Juni die Regierungstruppen bei Vicalvaro. Ganz Spanien schloß sich nun dem Aufstand an, und derselbe endete mit Berufung des freisinnigen Ministeriums Espartero. Darauf zum General und unter dem Ministerium O'Donnell zum Generalmajor befördert, befehligte E. in dem Krieg mit Marokko die 1. Division, die, 19. Nov. 1859 in Ceuta landend, den Mauren die ersten Gefechte lieferte. Da widrige Winde die Verstärkung dieser Division verhinderten, hielt E. vom 22.-25. Nov. allein die stürmischen Angriffe der Feinde bei dem Dorf El Serallo aus, wofür ihn die Königin Isabella zum Generalleutnant ernannte. Auch in der Schlacht bei Tetuan im Januar 1860 zeichnete er sich aus. Unter dem Ministerium Gonzalez Bravo wurde E. nebst Serrano, Dulce und andern liberalen Generalen 7. Juli 1868 verhaftet und nach den Kanarischen Inseln verbannt, weswegen er am Septemberaufstand teilnahm. 1873 und 1874 übernahm er mehrmals ein Kommando gegen die Karlisten.

Echalassieren (franz., spr. escha-), mit (Reb-) Pfählen versehen, Weinstöcke pfählen.

Echallens (spr. eschallang; deutsch Tscherlitz), Gemeinde im schweizer. Kanton Waadt, seit 1874 mit Lausanne durch eine Schmalspurbahn verbunden, mit (1880) 1013 Einw., im Gros de Vaud, eine der drei waadtländischen Parzellen (s. Orbe und Granson), welche, während das übrige Waadtland den Bernern gehörte, als gemeine Herrschaft der alten Eidgenossenschaft regiert und 1798 dem neugeschaffenen Kanton Waadt einverleibt wurden.

Echampieren (franz., spr. eschangp-), in der Malerei s. v. w. Figuren durch Licht und Schatten aus dem Grund hervorheben.

Echancrüre (franz., spr. eschangkr-), bogenförmiger, geschweifter Ausschnitt, in ältern Festungen der Traversenumgang zwischen Brustwehr und Traverse; echancrieren, bogenförmig ausschneiden.

Échange (franz., spr. eschangsch), Tausch, Wechsel; echangieren, auswechseln, tauschen.

Échanson (franz., spr. eschangssóng), Mundschenk; grand é., Obermundschenk; é. de l'Empire, Erzmundschenk (im ehemaligen Deutschen Reich).