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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fernandez Guerra y Orbe; Fernandez y Gonzalez; Fernandina; Fernando; Fernando Noronha; Fernando Po

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Fernandez Guerra y Orbe - Fernando Po.

derholt in die Abgeordnetenkammer gewählt, mußte aber 1866 Spanien verlassen und lebte nun bis zum Sturz der Königin Isabella 1868 in Frankreich im Exil. Nach Spanien zurückgekehrt, trat er wieder in die politische Laufbahn ein, wurde 1869 zum Senator ernannt, fungierte dann (bis 1872) als spanischer Gesandter in Lissabon, mußte aber 1876, als Alfons den Thron bestieg, von neuem Spanien meiden und lebte seitdem wieder in Frankreich, wo er 1879 starb. Eine Reihe spanischer Journale ("Los Novedades", "La Soberanía nacional", "Los Sucesos" u. a.) verdanken ihm ihre Entstehung. Unter seinen Schriften verdienen Hervorhebung: "Tesoro de cuentos", eine Sammlung von Erzählungen; "Guia de Madrid", eine Geschichte der Stadt Madrid (1876); "El futuro Madrid"; "Todo o nada", eine antidynastische Streitschrift; "Mi mision en Portugal" (1877); "La exposicion de 1878" (Par. 1879) u. a.

Fernandez Guerra y Orbe (spr. gwerra), 1) Aureliano, span. Gelehrter und Schriftsteller, geb. 16. Juni 1816 zu Granada, studierte daselbst Philosophie und Jurisprudenz, wurde Professor der Geschichte und Litteratur in Granada und erhielt einige Jahre später den Lehrstuhl für auswärtige Litteraturen an der Universität zu Madrid. Dort bekleidete er gleichzeitig hohe Stellen im Justiz- und Kultusministerium und wurde 1856 zum Mitglied der Academia de la Historia ernannt, 1857 auch in die spanische Akademie aufgenommen und schließlich zu deren lebenslänglichem Sekretär erwählt. F. zählt zu den fruchtbarsten Schriftstellern Spaniens. Als Lyriker, Historiker und Dramatiker wie als Kritiker hat er Bedeutendes geleistet. Von seinen dramatischen Dichtungen erwähnen wir: "La peña de los enamorados", "La hija de Cervantes", "Alonso Cano" etc., die sich durch kräftige Charakteristik, dramatische Lebhaftigkeit u. schöne Sprache auszeichnen und noch heute beliebt sind. Unter seinen lyrischen Dichtungen sind hervorzuheben die "Oden und Romanzen" (1842-68); von seinen Leistungen auf geschichtlichem und archäologischem Gebiet: "Sobre la conjuracion de Venecia en 1618" (Madr. 1856); "La vida y las obras de F. de la Torre" (das. 1857); "Itinerarios de la España romana" (1862); "Historia de la orden de Calatrava" (1864); "Mundo Pompeyano" (1866); "El rey Don Pedro de Castilla" (1868); "El fuero de Avilés" (1870); "Don Rodrigo y la Cava" (1877, 2. Aufl. 1883); "Cantabria" (1878); "Deitania" (1879); "Cervantes esclavo y cantor del Sacramento" (Valladolid 1882) u. a. Das Werk aber, welches ihn in der wissenschaftlichen Welt am meisten bekannt gemacht hat, ist seine kritische Ausgabe der Werke von Francisco de Quevedo (Madr. 1852-59), mit einer vorzüglichen Biographie desselben und erläuternden Anmerkungen.

2) Luis, span. Schriftsteller, Bruder des vorigen, geb. 11. April 1818 zu Granada, wandte sich dem Studium der Rechte zu und hat sich als lyrischer wie als dramatischer Schriftsteller ausgezeichnet. Von seinen Stücken sind "Un juramento", "Merecer para alcanzar", "El peluquero de su alteza" und "La novia de encargo" besonders bekannt. Außerdem schrieb er das biographisch-kulturhistorische, von der spanischen Akademie gekrönte Buch "Don Juan Ruiz de Alarcon y Mendoza" und besorgte eine Ausgabe von Moretos Komödien ("Biblioteca de autores españoles", Bd. 39). Seit 1872 ist F. Mitglied der spanischen Akademie.

Fernandez y Gonzalez (spr. gondsaleds), Manuel, span. Dichter und Romanschriftsteller, geb. 1830 zu Sevilla, verlebte seine Jugend in Granada und studierte daselbst die Rechte, diente darauf sieben Jahre in der Armee und fand in dieser Stellung Gelegenheit, Land und Leute der Iberischen Halbinsel nach allen Richtungen kennen zu lernen. Seit 1846 sich ganz der Schriftstellerei widmend, war er besonders auf dramatischem Gebiet thätig und erntete mit seinen zahlreichen Stücken, die teils witzig, zuweilen auch farcenhaft sind, teils tragische (meist nationale) Stoffe in drastischer Weise behandeln, allgemeinen und reichen Beifall. Am bekanntesten wurden von seinen Dramen: "Luchar contra el sino" (1848); "El Cid" (1858); "Un duelo à tiempo" (1859); "Padre y rey" (1860); "Don Luis Osorio" (1863); "Aventuras imperiales" (1864) u. a. Außerdem schrieb F. zahlreiche Romane, die allerdings einer feinern Charakteristik nicht selten entbehren, aber doch viel gelesen wurden, z. B.: "Don Juan Tenorio" (1851); "Martin Gil" (1854); "El algibe de la Gitana"; "El cocinero del rey" (1857); "Los siete infantes de Lara" (1862); "Los Monfies de las Alpujarras"; "La virgen de la Palma" (1867); "El montero de Espinosa" (1869); "Esperanza" (1870); "Las Mogigatas"; "Las cuatro barras de sangre" (1883); "Toros y Cañas" (1885) u. a. Als Lyriker trat er auf mit "Poesías" und "Poesías varias" (1858). Auch veröffentlichte er Sammlungen von Sagen u. Märchen, wie: "Allah Alabar" (1849), "La Alhambra" (1863), "La leyenda de Madrid" (1882).

Fernandina, alte Seestadt im nordamerikan. Staat Florida, Grafschaft Nassau, auf der Ameliainsel und an der Mündung des Ameliaflusses gelegen, mit (1880) 2562 Einw. F. hat einen geräumigen, landumschlossenen Hafen und bedeutenden Handel mit Baumwolle, Holz, Zucker etc.

Fernando (span.), s. v. w. Ferdinand.

Fernando Noronha (spr. noronnja), eine Insel im südlichen Atlantischen Ozean, zur brasilischen Provinz Pernambuco gehörig, unter 3° 50' südl. Br. und 32° 25' westl. L. v. Gr., ist 9 km lang und 2 km breit. Das Innere ist ein bis 100 m aufsteigendes Plateau mit Hügeln von 200 m Höhe. F. hat einen sichern Hafen an der Nordostseite, an dessen Ende sich ein unersteiglicher Pik (190 m) erhebt. Die Insel ist von vulkanischer Bildung, der Boden überaus fruchtbar und durchweg gut angebaut, besonders mit Mais, Maniok, Bohnen und Rizinus. Die Bevölkerung beträgt gegen 2000 Seelen, darunter 150 Soldaten, außerdem 1500 deportierte Verbrecher, welche teils in dem einzigen Orte der Insel, Remedios (mit Festung und Gefängnis), leben, teils das Land bebauen müssen. Das Klima ist gesund, die Regenzeit dauert vom Januar bis Juni, die Mitteltemperatur beträgt 26° C.

Fernando Po (oder Póo), span. Insel an der westafrikanischen Küste, in der Bai von Biafra, Camerun gegenüber, bildet ein 43 km langes, 27 km breites Viereck vulkanischen Ursprungs, das sehr hoch, stellenweise selbst vom Meer sehr jäh aufsteigt und 2071 qkm (37,6 QM.) mißt. Zwei Bergketten durchziehen die Insel. Zur nördlichen gehört ein Kraterberg, der Clarencepik oder Pico Santa Isabel, der sich bis zu 2900 m erhebt; die andre, weit niedrigere Kette erfüllt den südlichen Teil. Der Boden ist größtenteils sehr fruchtbar und mit dichtem Urwald (namentlich von Ebenholz, Lignum vitae, Kampescheholz) bedeckt. Das Klima ist für Europäer unzuträglich; am ungesundesten ist der Oktober nach der Regenzeit, die vom Juni bis September dauert. Zahlreiche Bäche des klarsten Wassers stürzen in den tief eingeschnittenen Schluchten kaskadisch zum Meer hinab. Man baut vornehmlich Mais und Yams; Kakao, Kaffee, Zucker-^[folgende Seite]