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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Gomuti; Gon; Gonagra; Gonaives; Gonalgie; Gonave; Goncourt; Göncz; Gond; Gondar

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Gomuti - Gondar.

tern und in dichte Ähren oder Köpfchen gestellten Blüten mit trockenhäutigen Deckblättern und Perigon. G. globosa L. (rote Immortelle), einjährig, mit 30-40 cm hohem, sehr ästigem, gabelteiligem Stengel und länglichen, weichhaarigen Blättern, ursprünglich in Ostindien einheimisch, jetzt aber auch in Westindien und Südamerika verwildert vorkommend, wird der schönen roten, auch rosenroten oder weißen Blüten halber, welche ihre Farben nach dem Trocknen behalten, nicht selten in Gärten und Gewächshäusern kultiviert.

Gomuti, s. Arenga.

Gon (Kwo), Längenmaß in Anam, = 191,64 m = 300 Handelsthuok à 63,88 cm. In der Praxis schwankt die Länge des Thuok zwischen 52 und 64 cm und dem entsprechend auch die Länge des G.

Gonagra (griech.), Kniegicht, s. Gicht.

Gonaives, Stadt an der Westküste der Insel Haïti, an schöner Bai, mit Ausfuhr von Kaffee (1885: 9 Mill. kg), Baumwolle (317,000 Pfd.), Blauholz (20,4 Mill. kg), Häuten etc., zusammen für 2,136,444 Mk. Die Einfuhr hatte 1885 einen Wert von 1,449,846 Mk. Es liefen 126 Schiffe von 115,496 (deutsch 48,702) Ton. ein. G. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Gonalgie (griech.), Knieschmerz.

Gonave, Insel in der Westbucht von Haïti, 743 qkm (13,5 QM.) groß, 760 m hoch, bewaldet, aber ohne fließende Gewässer und unbewohnt, gehört zur Republik Haïti.

Goncourt (spr. gongkuhr), Edmond de und Jules de, franz. Schriftstellerpaar, Söhne eines Eskadronschefs der Kaiserzeit und Enkel von Jean Antoine Huon de G., einem Deputierten der Nationalversammlung von 1789, der ältere 26. Mai 1822 zu Nancy, der jüngere 17. Dez. 1830 zu Paris geboren, betraten zuerst 1851 die schriftstellerische Laufbahn und haben dieselbe seitdem immer in Gemeinschaft rüstig verfolgt. Von einem ernsten Streben beseelt und durchaus selbständigen Kunstanschauungen huldigend, sind die Brüder G. auf dem Felde des Romans neben Flaubert die Führer der modernen naturalistischen Schule, in welcher sie mit diesem gewissermaßen den rechten, aristokratischen Flügel bilden, während Zola den jüngern linken und demokratischen befehligt. Ihr Stil ist überaus sorgfältig gepflegt und von dem erstaunlichsten Farbenreichtum, aber nicht selten affektiert und etwas überladen. Den Grundton ihrer Romane bildet eine melancholische, pessimistisch resignierte Weltansicht, daher man dieselben zwar stets auf das lebhafteste angeregt, aber selten befriedigt und in angenehmer Stimmung aus den Händen legt. Wir nennen davon: "Les hommes de lettres" (1860; neue Aufl. u. d. T.: "Charles Demailly", 1869); "Soeur Philomène" (1861); "Renée Mauperin" (1864); "Germinie Lacerteux" (1865); "Manette Salomon", eine Erzählung aus dem Pariser Künstlerleben (1867), und "Madame Gervaisais" (antiklerikal, 1869). Daneben haben die Brüder G. auf dem Gebiet der Kunst- und Kulturforschung in den Werken: "Histoire de la société française pendant la Révolution" (1854), "La sóciété française pendant le Directoire" (1855), "Portraits intimes du XVIII. siècle" (neue Aufl. 1878, 2 Bde.), "Sophie Arnould d'après sa correspondance" (1857, 2. Ausg. 1876), "Histoire de Marie-Antoinette" (1858), "Les maîtresses de Louis XV" (1860), "La femme au XVIII. siècle" (1862), "L'art au XVIII. siècle" (3. Aufl. 1883, 2 Bde.), "Gavarni, l'homme et l'artiste" (1873), "L'amour au XVIII. siècle" (1875) u. a. Vorzügliches geleistet und sich namentlich für die Kunst- und Sittengeschichte des vorigen Jahrhunderts als geradezu klassisch erwiesen. Nach dem Tod Jules' de G., der 20. Juni 1870 erfolgte, veröffentlichte Edmond allein noch die ultrarealistischen Romane: "La fille Élisa" (1878), die Geschichte einer Straßendirne, die unzählige Auflagen erlebte, "La Faustin" (1882) und "Chérie" (1885); ferner "Les frères Zemganno" (1879), ein rührendes Denkmal der Bruderliebe, sowie zwei schätzenswerte räsonierende Kataloge: "L'oeuvre de Watteau" (1876) und "L'oeuvre de Prudhon" (1877); das kulturgeschichtliche Werk "La maison d'un artiste" (1881); "La Saint-Huberty d'après sa correspondance" (1882) und Briefe seines Bruders ("Lettres de Jules de G.", 1885). Ein dreiaktiges Schauspiel: "Henriette Maréchal", das die Brüder G. 1865 zur Aufführung brachten, stieß wegen der Beziehungen, in welchen die Autoren zum kaiserlichen Hof standen, auf heftigen Widerspruch des republikanischen Publikums.

Göncz (spr. gönz), Markt im ungar. Komitat Abauj-Torna, mit (1881) 3886 Einw., Mineralquellen, Obst- und Weinbau.

Gond, der größte der drawidischen Völkerreste in Britisch-Indien, die Hauptbevölkerung des waldigen Gondwana ("Land der G."), namentlich jenes Striches, welcher zwischen der Weyne Ganga, Pranita und Godaweri im W., der Indravati im O. und dem sogen. Gondwanagebirge, der Kette im S. der Narbada, im N. gelegen ist. Jetzt ist die einstige Stammeszusammenhörigkeit der G., wodurch sie die im Dekhan aufgerichtete arische Kultur im Laufe von Jahrhunderten wieder vernichten konnten, vollständig gebrochen. Ihre Fürsten herrschen nur noch in den Waldgebirgen Orissas und in den benachbarten Gauen und zwar jetzt als gefügige Diener der englischen Regierung. Sonst leben die G. unter der indischen Bevölkerung, vertauschen ihre Muttersprache, das Gondi, mehr und mehr gegen die Sprache der Hindu und nehmen auch in Religion, Sitten und Sprache immer mehr von ihrer Umgebung an. In den Stammsitzen ist der barbarischen Sitte der Menschenopfer durch die Engländer ein Ende gemacht, im übrigen hat sich bei diesen Waldbewohnern wenig geändert. Ihre Religion ist ein Dienst der Geister (s. Bhuta), der Einfluß der Priester unbegrenzt. Die Größe der G. beträgt durchschnittlich 161 cm; ihre Hautfarbe ist dunkel, fast schwarz, die Stirn breit, die Augen sind klein, tiefliegend und rötlich, die Lippen dick, die Haare dick, lang und schwarz, zuweilen rötlich, die Brust breit, die Schenkel lang; Mund, Nasenende und Augen laufen nicht parallel, sondern stehen schief. Im Umgang zeigen sich die halbhinduisierten G. mißtrauisch und zurückhaltend; die rohen Stämme sind dagegen offen. Ackerbau lieben sie nicht, als Handarbeiter beim Weg- und Bergbau sind sie aber sehr gesucht. Die Gesamtzahl der in Britisch-Indien das Gondi Sprechenden gibt der Zensus von 1881 auf 1,079,565 Personen an, davon 967,502 allein in den Zentralprovinzen, der Rest in Berar, Haidarabad u. a. Vgl. Dalton, Descriptive ethnology of Bengal (Kalkutta 1872).

Gondar (Guendar), Hauptort der abessin. Provinz Dembea, in Amhara, auf einem basaltischen Hügel, 37 km nördlich vom Tanasee, die gegenwärtig verfallene und verödete Residenz der frühern Kaiser oder Atse, von deren Prachtliebe das berühmte Kaiserschloß, der Gemp, auf dem höchsten Punkte, der Palast des Ras und großartige Lustschlösser in der Umgegend, sämtlich in Ruinen, noch heute zeugen, ist Sitz des Abuna, mit einer Bevölkerung, die Bruce