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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hamiltonspitzen; Häminkristalle; Hamiten; Hamlet

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Hamiltonspitzen - Hamlet.

"Memoirs", die auch ins Französische übersetzt wurden; der Roman von A. Dumas Vater: "Die Favorite" ist danach gearbeitet. Vgl. Palumbo, Maria Carolina, regina delle Due Sicilie: suo carteggio con Lady Emma H. (Neap. 1877), der sie sehr ungünstig beurteilt; dagegen Helfert, Maria Karoline von Österreich, Königin von Neapel und Sizilien (Wien 1882).

9) James, der Erfinder der nach ihm benannten Methode, fremde Sprachen zu erlernen, geb. 1769 zu London, ließ sich 1798 in Hamburg nieder, wo er unter Anleitung des französischen Emigranten d'Angeli nach einer eigentümlichen Methode die deutsche Sprache erlernte. Im J. 1815 nach Nordamerika ausgewandert, begann er in New York Unterricht in der französischen Sprache nach jener Methode zu erteilen, die er mehr und mehr ausbildete, und die sich von der grammatischen Lehrart besonders dadurch unterscheidet, daß der Lernende mittels einer wortgetreuen Linearübersetzung sofort und ohne weitere Vorbereitung in das Verständnis der fremden Sprache eingeführt wird. Später kehrte H. nach Europa zurück und starb 31. Okt. 1831 in Dublin. Seine Lehrmethode fand in Amerika, England, Frankreich und auch in Deutschland großen Anklang, obschon sie in letzterm Lande die Philologen zu heftigen Gegnern hatte; auch die weitverbreiteten Toussaint-Langenscheidtschen Unterrichtsbriefe beruhen auf ihr. Vgl. Wurm, H. und Jacotot (Hamb. 1831); Schwarz, Kurze Kritik der Hamiltonschen Sprachlehrmethode (Stuttg. 1837); Tafel, Die analytische Sprachlehrmethode (Tübing. 1845).

10) Sir William, engl. Philosoph, geb. 1788 zu Glasgow, widmete sich in Oxford philosophischen und rechtswissenschaftlichen Studien, ward 1821 Professor der Geschichte an der Universität Edinburg, 1836 der Logik und Metaphysik und starb 6. Mai 1856 daselbst. H. gehört zu den hervorragendsten Vertretern der sogen. schottischen Schule (s. Englische Litteratur, S. 654). Außer einer Ausgabe der Werke seines Lehrers Reid, welcher er ein paar selbständige Abhandlungen beigefügt hat, und zahlreichen Essays für die "Edinburgh Review" erschienen bei seinen Lebzeiten: "Discussions on philosophy and literature, education and university reform" (Lond. u. Edinb. 1852, 3. Aufl. 1866). Nach seinem Tod gaben seine Schüler Mansel und Veitch seine "Lectures on metaphysics and logics" (das. 1859, 4 Bde.; 2. Aufl. 1866) heraus, worin sich die Bekanntschaft des Verfassers mit Kant und seine Beeinflussung durch diesen zeigt. Hauptsächlich gegen ihn richtete sich die Polemik der sogen. induktiven Logik John Stuart Mills (s. d.). Vgl. Veitch, Memoir of Sir W. H. (Lond. 1869); Derselbe, H. (in den "Philosophical classics", das. 1882); J. St. Mill, Examination of Sir W. Hamilton's philosophy (4. Aufl., das. 1872); Monck, Sir W. H. (das. 1881).

11) Sir William Rowan, Mathematiker und königlicher Astronom von Irland, geb. 1805 zu Dublin, gest. 2. Sept. 1865 in Dunsink, lebte bis zu seinem Tod als Professor der Astronomie zu Dublin. Er entdeckte auf theoretischem Weg die sogen. konische Refraktion des Lichts in zweiachsigen Kristallen und ist der Erfinder einer ganz neuen mathematischen Theorie, des Quaternionenkalküls, über welchen er zwei fundamentale Werke: "Lectures on quaternions" (Dubl. 1853) und "Elements of quaternions" (Lond. 1866, aus seinem Nachlaß; deutsch von Glan, Leipz. 1882-84, 2 Bde.), veröffentlichte. Vgl. Graves, Life of Sir W. R. H., including selections of his poems, correspondence and miscellaneous writings (Dublin 1882-85, 2 Bde.).

12) Gail, Pseudonym, s. Dodge 1).

Hamiltonspitzen, schott. Klöppelspitzen, welche nach einer Lady Hamilton benannt worden sind, welche dieselben um 1750 in Schottland in die Mode brachte.

Häminkristalle, s. Hämatoglobin.

Hamiten, die Nachkommen von Ham oder Cham (s. d.). Mit diesem biblischen Namen werden jetzt gewöhnlich nach dem Vorgang von Lepsius und Fr. Müller eine Reihe afrikanischer Völker, die Ägypter an der Spitze, begriffen, welche die ziemlich nahe untereinander verwandten hamitischen Sprachen reden. Sie zerfallen in drei Gruppen: die ägyptische, die aus zahlreichen Inschriften und Papyrusrollen bekannte Sprache der alten Ägypter und die in der ältesten christlichen Zeit daraus hervorgegangene, jetzt gleichfalls ausgestorbene Sprache der Kopten umfassend; die libysche Gruppe, oder Gruppe der Berbersprachen, die, wie die Inschriften und Ortsnamen beweisen, im Altertum, nur durch einige phönikische und griechische Kolonien unterbrochen, den ganzen Nordrand von Afrika westwärts von Ägypten einnahm, während sie heutzutage von der Küste fast überall durch das Arabische verdrängt ist, aber die Sprachen der zahlreichen räuberischen Stämme umfaßt, die unter den Namen Berber, Tuareg, Kabylen u. a. die südlichen Teile von Algerien, Tunis, Marokko und Tripolis sowie alle Oasen zwischen den arabischen Staaten Nordafrikas und den Negerstaaten innehaben; drittens die kuschitische oder äthiopische Sprachengruppe (nicht zu verwechseln mit der äthiopischen Sprache, s. d.), die von Ägypten südwärts bis zu dem Gebiet der Bantusprachen reicht und das Bedscha (als Verkehrssprache auch in Oberägypten herrschend), Belen, Saho, Agau, Falascha, Galla, Dankali und Somali in sich befaßt (vgl. Karte "Menschenrassen"). Auch die Urbewohner von Mesopotamien, Palästina (Kanaaniter) und Arabien sind möglicherweise und die frühern Bewohner der Kanarischen Inseln (Guanchen oder Wandschen) mit Bestimmtheit den H. beizuzählen. Alle hamitischen Sprachen stimmen in betreff der persönlichen Pronomina sowie der aus ihnen entstandenen Personalendungen des Verbums, ferner in betreff der Geschlechtsbeziehung, dann in der Bildung des Plurals und anderer grammatischer Formen auffällig überein. Einige dieser Punkte, besonders die wichtigsten Pronominalstämme und die Bezeichnung des Femininums und des Plurals, haben die hamitischen Sprachen auch mit den semitischen in Vorderasien (s. Semiten) gemein. Vermutlich stammen die H. aus Vorderasien, wo sie sich von den Semiten schon zu einer Zeit trennten, als ihre gemeinsame Sprache noch sehr wenig entwickelt war. Vgl. Fr. Müller, Allgemeine Ethnographie (2. Aufl., Wien 1879); Maspero, Des pronoms personnels en égyptien et dans les langues sémitiques (Par. 1872); Lepsius, Nubische Grammatik (Berl. 1880); Cust, Sketch of modern languages of Africa (Lond. 1884, 2 Tle.).

Hamlet, sagenhafter Prinz von Dänemark, dessen Geschichte von Shakespeare zu seiner tiefsinnigen Tragödie gleiches Namens benutzt wurde. Zuerst finden wir die Erzählung im dänischen Geschichtschreiber Saxo Grammaticus. Von hier ging sie in die "Histoires tragiques" des Belleforest über (1564 begonnen). Von letzterm Werk erschien zwar erst 1596 eine vollständige englische Übersetzung; doch liefen schon früher Übertragungen einzelner Stücke in