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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Humation; Humb; Humber; Humbert; Humboldt

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Humation - Humboldt.

bahnen hinderten ihn aber, das Gleichgewicht in den Finanzen herzustellen. Er starb 25. April 1842 in Paris. Vgl. Spach, H., ministre des finances (Straßb. 1872). - Sein Sohn Theodor, geb. 8. Juni 1803, war 1864 bis September 1870 Maire von Straßburg, optierte dann für Frankreich und starb im Juni 1873 in Paris.

2) Karl, Ingenieur, geb. 4. Jan. 1839 zu Steele in der Rheinprovinz, war, nachdem er das Gymnasium absolviert, ein Jahr lang bei Eisenbahnbauten für die Bergisch-Märkische Eisenbahn praktisch thätig, bezog dann die Bauakademie zu Berlin, mußte aber 1861 auf ärztlichen Rat seine Studien abbrechen, um im Griechischen Archipel Genesung zu suchen. Er hielt sich zunächst in Chios und Samos, später in Smyrna auf. In Samos stellte er bei dem dortigen Heratempel, einem im Altertum berühmten Heiligtum, auf Veranlassung von Strack in Berlin mit günstigem Erfolg seine ersten Ausgrabungen an. 1862 erhielt er von dem englischen Gesandten in Konstantinopel, Sir Henry Bulwer, den Auftrag, dessen Palast auf einer Insel des Marmarameers auszubauen. Als ihm 1864 seitens der türkischen Regierung der Antrag gemacht wurde, den Bau einer Eisenbahn von Jafa über Jerusalem zum Toten Meer hin zu übernehmen, ging H. nach Palästina, nivellierte das Land und nahm eine Karte desselben auf. Nach einem Ausflug in das Pharaonenreich kehrte er nach Konstantinopel zurück und wurde hier von Fuad Pascha mit der Aufgabe betraut, Übergänge über den östlichen Balkan zu suchen, um später Verbindungswege zwischen den nördlich und südlich vom Balkan liegenden Ebenen herzustellen. Die Resultate dieser Untersuchungen legte er in einer detaillierten Karte des ganzen durchforschten Gebiets nieder. Arbeiten ähnlicher Art förderte er auf zahlreichen teils im Auftrag unternommenen, teils privatim ausgeführten Reisen, die ihm besonders zur genauern geographischen Erforschung eines großen Teils von Kleinasien Gelegenheit gaben. Obgleich seine Verdienste um die Ortskenntnis jener Länder von fachmännischer Seite als epochemachend bezeichnet werden, so ist doch Humanns Name erst durch die von ihm veranlaßten und unter seiner Leitung zu Ende geführten Ausgrabungen in Pergamon (1878-86) weithin bekannt geworden (s. Pergamon). Die Universität Greifswald verlieh ihm die Doktorwürde, und im August 1884 wurde ihm in seiner Eigenschaft als Leiter der Ausgrabungen in Pergamon der Titel eines Direktors am Berliner Museum beigelegt. Mit Conze u. a. gab er heraus: "Die Ergebnisse der Ausgrabungen zu Pergamon" (Berl. 1880 u. 1882).

Humation (lat.), Beerdigung.

Humb., bei botan. Namen Abkürzung für A. v. Humboldt (s. d.).

Humber (spr. hömmber), ein Meeresarm an der Ostküste Englands, der sich vom Spurn Point an zwischen York- und Lincolnshire 60 km weit ins Land erstreckt und an seinem obern Ende die Flüsse Ouse (s. d.) und Trent (s. d.) empfängt. An seinem nördlichen Ufer liegt Hull.

Humbert (ital. Umberto), Rainer Karl Emanuel Johann Maria Ferdinand Eugen, König von Italien, Sohn des Königs Viktor Emanuel, geb. 14. März 1844, nahm persönlichen Anteil an den Kriegen 1859 und 1866, befehligte in letzterm Krieg eine Division und machte in der Schlacht von Custozza, als sich der Sieg gegen die Italiener entschieden hatte, erfolgreiche Anstrengungen, den Rückzug der Armee zu decken. Nach der Okkupation Roms im September 1870 erhielt er als Generalleutnant das Kommando der dortigen Militärdivision. Sein und seiner Gemahlin Margarete (Prinzessin von Savoyen, geb. 20. Nov. 1851, vermählt 22. April 1868) Besuch am kaiserlichen Hof zu Berlin zur Taufe der jüngsten Tochter des deutschen Kronprinzen im Juni 1872 bahnte das freundschaftliche Verhältnis zwischen der hohenzollerischen und der savoyischen Dynastie sowie dem deutschen und dem italienischen Volk an. Durch den Tod seines Vaters 9. Jan. 1878 wurde er König von Italien. Er regierte ganz im Geiste desselben streng konstitutionell, stellte aber die finanzielle Ordnung in der Zivilliste wieder her und gab nebst seiner Gemahlin dem Volk das Beispiel feinster Bildung und wahrhaft vornehmer, edler Haltung. Als er 17. Nov. 1878 auf einer Rundreise durch das Königreich in Neapel einzog, machte ein Koch, Passanante, ein Attentat auf ihn, verwundete ihn aber nur leicht. - Sein einziger Sohn, Prinz Viktor Emanuel von Neapel, ist 11. Nov. 1869 geboren.

Humbert (spr. ongbähr), Gustave Amédée, franz. Rechtsgelehrter und Politiker, geb. 28. Juni 1822 zu Metz, studierte in Paris die Rechte, erlangte 1844 den Doktorgrad und war Repetent der Rechtswissenschaft in Paris, als er im März 1848 zum Souspräfekten von Diedenhofen ernannt wurde. 1851 abgesetzt, nahm er seine Vorlesungen zu Paris wieder auf und wurde 1861 zum Professor des römischen Rechts in Toulouse ernannt. Im Februar 1871 ward er dort zum Mitglied der Nationalversammlung gewählt und schloß sich hier der republikanischen Linken an, deren Vizepräsident er wurde. Er nahm hervorragenden Anteil an den Arbeiten der Versammlung. Ende 1875 wurde er zum lebenslänglichen Senator und im Dezember 1877 zum Generalprokurator am Rechnungshof ernannt. Unter Freycinet übernahm er 30. Jan. 1882 das Justizministerium, trat aber schon 29. Juli mit dem ganzen Kabinett zurück und wurde Vizepräsident des Senats.

Humboldt, größter Fluß des nordamerikan. Territoriums Nevada, entspringt in dem Humboldtgebirge und ergießt sich nach einem westlichen Laufe von 450 km in den seichten Humboldtsee, 1190 m ü. M., der auch den Carsonfluß aufnimmt. Seine Ufer sind von Gebüsch eingefaßt, und die Zentral-Pacificbahn führt längs derselben nach Kalifornien. Das umgebende Land ist öde.

Humboldt, 1) Hafenort im nordamerikan. Staat Kalifornien, unter 40° 45' nördl. Br., an schöner Bai, für Schiffe von 6 m Tiefgang zugänglich. 1885 liefen 14 Schiffe ein, Ausfuhr 161,901 Dollar. -

2) Ackerbaukolonie in der Argentinischen Republik, Provinz Santa Fé, am Rio Salado, 1868 gegründet, hatte 1883 eine Dampfmühle, 6070 Hektar bebautes Land und 1002 Einw., meist deutsche Katholiken.

Humboldt, 1) Karl Wilhelm, Freiherr von, einer der geistreichsten Gelehrten und bedeutendsten Staatsmänner Deutschlands, geb. 22. Juni 1767 zu Potsdam, erhielt nach dem frühzeitigen Tod seines Vaters, der im Siebenjährigen Krieg Major und Adjutant des Herzogs Ferdinand von Braunschweig, nachher königlicher Kammerherr gewesen, mit seinem Bruder Alexander auf dem elterlichen Schloß Tegel und zu Berlin eine treffliche Erziehung und studierte 1787-88 in Frankfurt a. O., dann in Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften sowie unter Heyne auch Altertumswissenschaft und Kantsche Philosophie. 1789 reiste er mit seinem ehemaligen Lehrer Campe nach Paris und Versailles, wo er einigen Sitzungen