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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Monatliche Reinigung; Monatsreiterei; Monbijou; Monbuttu; Moncāda; Moncaliēri; Moncálvo; Monção; Moncey

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Monatliche Reinigung - Moncey.

Schebat (Februar), Mart (März), Nissan (April), Majis (Mai), Haziran (Juni), Temus (Juli), Agostos (August), Ilul (September), Teschrini-ewwel (Oktober), Teschrini-sani (November), Kianuni-ewwel (Dezember). Der französische republikanische Kalender, der das Jahr mit der Proklamierung der Republik (21. Sept. 1792) begann, gab auch den Monaten andre Namen: Vendémiaire, Brumaire, Frimaire, Nivôse, Pluviôse, Ventôse, Germinal, Floréal, Prairial, Messidor, Thermidor, Fructidor (s. Kalender). - Päpstliche oder apostolische Monate, s. Menses.

Monatliche Reinigung, s. Menstruation.

Monatsreiterei, s. v. w. Perlsucht der Rinder (der Name beruht auf der irrtümlichen Annahme, daß bei derselben der Geschlechtstrieb krankhaft erregt sei).

Monbijou (franz., spr. mong-bischuh, "mein Kleinod"), Name von Lustschlössern, z. B. in Berlin.

Monbuttu (Mangbattu), ein zu den Nubavölkern gehöriges Volk in Zentralafrika, zwischen 3 und 4° nördl. Br., jenseit der Nilwasserscheide im obern Gebiet des Uëlle. Ihr Gebiet, das im N. an das der Niam-Niam stößt, wird als 12,000 qkm (218 QM.) groß und ihre Seelenzahl von Schweinfurth auf mindestens 1 Mill. angegeben. Es ist ein welliges, hügeliges Hochland von 800-900 m mittlerer Meereshöhe, reich bewässert und bewaldet und von Wild aller Art bevölkert. Die Hautfarbe der M. gleicht der gemahlenen Kaffees, ihre Gesichtsbildung erinnert an den semitischen Typus (s. Tafel "Afrikanische Völker", Fig. 16); der Bartwuchs ist stärker, die Muskulatur aber schwächer als bei den Niam-Niam. Ihre Kleidung fertigen sie aus der Rinde eines Feigenbaums, welche sie färben, das Weben ist ihnen völlig unbekannt; die Frauen gehen nahezu nackt, bemalen indes den ganzen Körper. Beide Geschlechter tragen ihr Haar, das sie noch durch fremdes vermehren, in einem langen, schräg hinten hinausragenden Chignon in Cylinderform und die Männer auf diesem viereckige, mit Federn geschmückte Strohhüte. Ihre Waffen sind Schild, Speer, Bogen und Pfeil, dolchartige oder sichelförmige Messer; die Wurfmesser ihrer Nachbarn fehlen ihnen. Als Schmiede übertreffen sie fast alle andern zentralafrikanischen Völkerschaften; Eisen gewinnen sie selber, Kupfer erhalten sie aus dem Süden. Ihre Holzschnitzerei steht auf einer hohen Stufe. Sie fertigen Schilde, Trommeln, Stühle, Platten und große Boote. Noch ausgezeichneter sind ihre Töpferwaren, namentlich die Wasserflaschen. Auffallenderweise fehlen ihnen Saiteninstrumente. Ackerbau und Viehzucht werden vernachlässigt, nur Hühner und kleine Hunde zum Verspeisen werden gezüchtet. Die M. sind geschickte Köche; ihre beliebteste Speise ist aber Menschenfleisch, das sie mit einer Mehlspeise genießen. Nach Junker kommt hier kein Leichnam zur Bestattung, und man macht Kriegszüge gegen die Nachbarn zu dem alleinigen Zweck, Menschen zu erbeuten. Die Hütten sind meist rechteckig mit großem überwölbenden Dach, aber auch rund und alle sehr geschickt gebaut. König Munsas Palast umschloß Hallen von 50 m Länge, 20 m Breite und 16 m Höhe. Über die Religion der M. ist wenig bekannt; bemerkenswert ist bei dem Fehlen aller andern Verstümmelungen die allgemein zur Zeit der Mannbarkeit geübte Beschneidung. Trotz ihres Kannibalismus stehen die M. kulturell höher als ihre Nachbarn, und trotz unbeschränkter Polygamie besteht wahre Zuneigung zwischen den Ehegatten. Grundverschieden von allen Negern, halten die M. fest zusammen und scheinen ihr Vaterland wirklich zu lieben. Die Fürsten haben große Vorrechte; außer dem Monopol des Elfenbeinhandels beziehen sie einen bestimmten Teil der Bodenfrüchte. Zahlreiche Beamte und eine Leibgarde umgeben sie. Indessen hat sich das Land unter dem zersetzenden Einfluß der Araber ebenso zerklüftet wie das Nachbarland der Niam-Niam und befindet sich in einem fortdauernden Prozeß des Niedergangs. Vgl. Schweinfurth, Im Herzen von Afrika (Leipz. 1875); Junker in "Petermanns Mitteilungen" 1881 ff.

Moncāda, Don Francisco de M., Graf von Osona, span. Feldherr und Geschichtschreiber, geb. 29. Dez. 1586 zu Valencia, gehörte einem der mächtigsten Geschlechter Kataloniens an und wurde kurz nacheinander Staats- und Kriegsrat, Gesandter am Hof zu Wien, Obersthofmeister der Infantin Clara Eugenia, Gouverneur in den Niederlanden und 1633 Oberbefehlshaber der dortigen spanischen Truppen. Er fiel 1635 bei der Belagerung der Festung Goch bei Kleve. Sein Hauptwerk ist die "Historia de la expedicion de Catalones y Aragoneses contra Turcos y Griegos" (Barcel. 1623, Madr. 1777 u. 1805; auch in Ochoas "Tesoro de historiadores españoles", Par. 1840, in Jaime Tios "Tesoro de los autores illustres", Barcel. 1840, und im 21. Bande der "Biblioteca de autores españoles", Madr. 1852).

Moncaliēri, Stadt in der ital. Provinz Turin, am Po und an der Eisenbahn von Turin nach Alessandria, hat ein Lyceum, ein Gymnasium, eine meteorologische Anstalt und (1881) 3463 Einw. Über der Stadt liegt das königliche Schloß (1470 erbaut), ehedem ein Lieblingssitz der piemontesischen Regenten.

Moncálvo, Stadt in der ital. Provinz Alessandria, Kreis Casale Monferrato, an der Eisenbahn Asti-Mortara, hat ein Gymnasium, eine ehemalige Klosterkirche (mit Gemälden von Caccia), Industrie in Seide und Baumwolle und (1881) 2969 Einw.

Monção (spr. mongssāung), befestigte Stadt in der portug. Provinz Minho, Distrikt Vianna do Castello, am Minho, gegenüber der spanischen Stadt Salvatierra gelegen, mit Weinbau und 1770 Einw.; berühmt durch den tapfern Widerstand gegen die Spanier 1658. Unfern das schöne Schloß Brejoeira.

Moncey (spr. mongssä), Bon Adrien Jeannot de M., Herzog von Conegliano, Marschall von Frankreich, geb. 31. Juli 1754 zu Moncey bei Besançon als Sohn eines Parlamentsadvokaten, trat 1769 in die Armee und ward 1789 Kapitän. Nachdem er 1793 ein Kommando bei der Armee der Ostpyrenäen geführt, wurde er 1794 Brigadegeneral, bald darauf Divisionsgeneral, und nachdem er Fuenterrabia, San Sebastian und Tolosa erobert und 17. Okt. 1794 den Sieg von Villanova erfochten hatte, zwang er 1795 Spanien zum Waffenstillstand von San Sebastian und zum Frieden von Basel. Im September 1796 erhielt er das Kommando der 11. und 1799 vom Ersten Konsul, den er 18. Brumaire unterstützt hatte, das der 15. Militärdivision in Lyon. Im Feldzug von 1800 führte er ein Korps von 20,000 Mann über den St. Gotthard, focht mit Auszeichnung bei Marengo und schlug die Österreicher bei Monzambano und Roveredo. Nach dem Frieden von Lüneville 1801 ward er zum Inspektor der Gendarmerie, 1804 zum Marschall und 1805 zum Herzog von Conegliano ernannt. 1808 rückte er mit einem Korps in Spanien ein, schlug die Insurgenten von Valencia im Paß von Almanza und nahm an der Eroberung von Saragossa (1809) teil. Als Gegner der Eroberungspolitik des Kaisers erhielt er von diesem in den Feldzügen von 1812 und 1813 nur die Inspektion über die Reservekadres übertragen. Im Januar 1814 ward er zum Generalmajor der Nationalgarde zu Paris er-^[folgende Seite]