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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Monticola - Montivilliers.

Lebensjahren sind außer seiner durch Eleganz der Diktion ausgezeichneten Übersetzung der "Ilias" besonders seine (mit dem Grafen Perticari herausgegebenen) "Proposta di alcune correzioni ed aggiunte al dizionario della Crusca" (Mail. 1817-1824, 6 Bde.), mit welchen er gegen die Einseitigkeit dieser Akademie zu Felde zog, und seine verdienstvollen Ausgaben mehrerer Werke Dantes zu erwähnen. Er starb 13. Okt. 1828 in Mailand. Hinsichtlich der Form gehört M. zu den ausgezeichnetsten neuern Dichtern Italiens und hat durch sein Beispiel viel dazu beigetragen, seinen Landsleuten das Studium der alten Meister wieder zu empfehlen. Die vollständigsten Ausgaben seiner Werke erschienen zu Mailand 1839 ff., 6 Bände; Florenz 1847, 5 Bände; Mailand 1847 in 1 Band. Vgl. das umfangreiche, auf 12 Bände berechnete Werk von Vicchi: "Vincenzo M., le lettere e la politica in Italia dal 1750 al 1830" (Rom 1885 ff., bisher Bd. 5-8 erschienen); Zumbini, Sulle poesie di V. M. (Flor. 1886).

Monticŏla, Steindrossel.

Montieren (franz., spr. mongt-), auf- oder einrichten; mit dem Nötigen (besonders mit der Dienstkleidung) versehen; eine Maschine aus den Teilen zusammensetzen und aufstellen.

Montierung (Montur, franz.), alles, was zum Anzug des Soldaten gehört. Anfangs mußte jeder Krieger selbst für seine Bekleidung sorgen, bis mit Einführung der stehenden Heere der Staat es übernahm, die Truppen zu montieren, d. h. auszurüsten, welcher Ausdruck dann auf die Bekleidung beschränkt wurde. Die Montierungen werden in den meisten Armeen von besondern Militärschneidern, in Deutschland in den Handwerksstätten der Regimenter unter Leitung der Bekleidungskommissionen (s. d.) gefertigt und an die Truppen in bestimmten Perioden und in Berücksichtigung einer festgesetzten Tragzeit abgegeben. Die Tuche werden in Deutschland von den Montierungsdepots zu Berlin, Breslau, Graudenz, Düsseldorf, Straßburg i. E., Stuttgart, München und Nürnberg beschafft und an die Regimenter verabfolgt; die übrigen Materialien und Ausrüstungsstücke haben die Bekleidungskommissionen zu beschaffen. In Österreich haben die Monturverwaltungsanstalten ähnliche Zwecke.

Montifaud (spr. mongtifoh), Marc de (mit dem eigentlichen Namen Marie Amilie Chartroule), franz. Schriftstellerin, geb. 1850 zu Paris als die Tochter eines Arztes, verheiratete sich noch sehr jung mit einem spanischen Grafen, Quivogne, der sich nachher dem Buchhandel zuwandte und sein Geschäft allmählich auf den Vertrieb der Werke seiner Frau beschränkte. Bereits mit 13 Jahren hatte das frühreife Mädchen, das aus der väterlichen Bibliothek gefährliche Geistesnahrung gesogen, seinen ersten Roman verfaßt und sodann, kaum verheiratet, eine glänzend geschriebene Studie über die französischen Dichter der 30er Jahre: "Les Romantiques" (neue Ausg. 1878), veröffentlicht. Dann folgten: "Les courtisanes de l'antiquité", "Marie Madeleine, vie de l'amante de Jésus", "Héloïse et Abaylard", "Les vestales de l'Église", "Alosie, avec notice sur Corneille Blessebois", "Les triomphes de l'abbaye des Conards", "Bon jour, bon an", "Mme. Ducroisy", "Les dévoyés", "Nouvelles drolatiques", "Les folles journées", "Monsieur Mystère" (1885) u. a. In diesen Werken, von denen einzelne, wie z. B. "Alosie", alte, in Vergessenheit geratene Texte wiederherstellen, andre Kompilationsarbeit, die drei letztgenannten Romane und Erzählungen sind, bekundet sich ein ungewöhnliches stilistisches Talent sowie eine bei Frauen seltene Gelehrsamkeit, aber auch eine krankhaft ausschweifende Phantasie, die vor keiner Unzüchtigkeit zurückschreckt, was ihr von seiten des Zuchtpolizeigerichts wiederholt Verbote ihrer Schriften sowie Geld- und Freiheitsstrafen zuzog. Dabei ist sie eine Frau von unbescholtenem Ruf, die in der Gesellschaft des adligen Faubourg St.-Germain, der sie durch ihre Mutter angehört, verkehrt, und auch auf dem Gebiet der bildenden Künste bewandert und als Schriftstellerin thätig.

Montifringilla, Schneefink, s. Fink.

Montignac (spr. mongtinjack), Stadt im franz. Departement Dordogne, Arrondissement Sarlat, an der Vézère, mit Ruinen eines festen Schlosses, Collège, Steinbrüchen und (1881) 2297 Einw.

Montignies (spr. mongtinji, M. sur Sambre), Ort in der belg. Provinz Hennegau, Arrondissement Charleroi, an der Sambre und der Eisenbahn Charleroi-Givet, mit Hochöfen, Steinkohlengruben und (1887) 14,394 Einw.

Montigny lès Metz (spr. mongtinji lä mäß), Gemeinde im deutschen Bezirk Lothringen, Landkreis Metz, an einem Moselarm, Knotenpunkt der Eisenbahnen Stieringen-Novéant, Metz-Luxemburg und Metz-Amanweiler, hat ein kath. Priesterseminar, einen prächtigen botanischen Garten mit Gewächshäusern und Park, eine Eisenbahnreparatur-Werkstätte, eine Bierbrauerei und (1885) 3269 meist kath. Einwohner.

Montijo (spr. montihcho), Stadt in der span. Provinz Badajoz, unweit des Guadiana, an der Eisenbahn Madrid-Lissabon gelegen, mit dem Stammschloß des gleichnamigen Grafengeschlechts, Woll- und Leinweberei und (1878) 6020 Einw.

Montijo (spr. montihcho), span. Grafengeschlecht, dessen Stammvater, ein Genueser Patrizier, Ägidius Bocanegra, von der Republik Genua 1340 dem König Alfons XI. von Kastilien gegen die Mauren zu Hilfe gesandt und von diesem zum Admiral und Grafen von Palma erhoben wurde. Er erwarb das Besitztum gleichen Namens in Estremadura, das 1697 von Karl II. zur Grafschaft erhoben wurde. Christoph von Porto Carrero, Graf von M., Marquis von Barcarota, vermählte sich mit der Schwester des Grafen von Teba aus der alten Familie Guzman und brachte dadurch auch diesen Grafentitel an sein Haus. Ein Nachkomme desselben, Graf von M., Herzog von Penaranda, diente in dem Krieg Napoleons I. mit Spanien als Artillerieoberst im französischen Heer, nahm 1814 an der Verteidigung von Paris teil, war dann in seinem Vaterland mehrere Jahre Mitglied des Senats und starb 1839. Seine Tochter ist die Exkaiserin der Franzosen, Eugenie (s. d.).

Montilla (spr. -tillja), Bezirksstadt in der span. Provinz Cordova, an der Eisenbahn Cordova-Malaga, hat ein theologisches Kollegium, (1878) 13,207 Einw., Weinbau, Tuch- und Leinweberei.

Monti Sibillīni (Montagna della Sibilla), der südlichste und höchste Teil des Römischen Apennin, zwischen dem Chienti- und dem Trontothal, ein rauher, öder Gebirgskamm, der sich im Monte Vittore zu 2479 m erhebt.

Montivilliers (spr. mongtiwiljeh), Stadt im franz. Departement Niederseine, Arrondissement Havre, an der Lézarde und der Westbahn, mit alter Abteikirche (aus dem 11. Jahrh.), Resten ehemaliger Ringmauern, (1886) 4182 Einw., Papier- und Lederfabrikation, Maschinenbau, Leinwandbleichen, Kunstgewerbeschule, Bibliothek und Museum.