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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nyon; Nyons; Nystad; Nystágmus; Nyx; O; Ö; O, o; Ö, ö; O. A. M. D. G.; O. F.; o. J.; o. K.; ö. L.; o. O.; o. p.; ö. W.; Oahu

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Nyon - Oahu.

und außerdem ist das Alter vom 25.-30. Jahr für Mädchen eine besonders gefährliche Periode. Klima, Sitten und Lebensweise können das Entstehen von N. sehr begünstigen, besonders Verweichlichung und Müßiggang etc. Die N. ist häufig heilbar; im ungünstigen Fall folgt den Erregungen ein langsam fortschreitender Zerfall der Geisteskräfte, oft abschreckende Unreinlichkeit, Kotschmieren, schließlich völliger Blödsinn. Vgl. Herpain, Essai sur la nymphomanie (Par. 1812).

Nyon (spr. nióng, deutsch Neuß, das Noviodunum Cäsars), Bezirkshauptstadt im schweizer. Kanton Waadt, an der Eisenbahn Genf-Lausanne, zugleich Landungsplatz der Dampfschiffe des Genfer Sees, mit (1880) 3657 Einw. Im Schloß residierten gegen Ende des 18. Jahrh. die Berner Landvögte Haller und V. v. Bonstetten, bei denen J. ^[Johannes] v. Müller, Matthisson und Salis lange verweilten. In der Nähe Schloß Prangins, früher Eigentum Joseph Bonapartes. Vgl. J. J. ^[Johann Jacob] Müller, N. zur Römerzeit (Zürich 1875).

Nyons (spr. nióngs oder nióng), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Drôme, am Aigues, hat alte Stadtmauern, Schloßruinen, ein Kommunalcollège, Seidenspinnerei, Töpferwarenfabrikation und (1881) 2225 Einw. (davon ein Drittel Protestanten).

Nystad, Seestadt im finn. Gouvernement Abo-Björneborg, am Bottnischen Meerbusen, hat einen guten Hafen, Schiffswerften lebhaften Handel, besonders mit Holzwaren, und (1884) 3771 Einw. Hier 10. Sept. 1721 Friede zwischen Rußland und Schweden, wodurch der Nordische Krieg beendigt wurde. Am 5. Juli 1855 wurde N. von den Engländern beschossen.

Nystágmus, s. Augenzittern.

Nyx (lat. Nox), in der griech. Mythologie Personifikation der "Nacht", ist bei Homer eine mächtige, Menschen und Götter durch den Schlaf bezwingende Göttin, bei Hesiod die Tochter des Chaos, die Schwester und Gattin des Erebos, dem sie den Äther und die Hemera (Tag) gebar, während sie aus sich selbst die Schicksalsgottheiten (Keren und Mören), den Tod (Thanatos), den Schlaf, die Träume, den Tadel und die Klage, die Mühseligkeit, den Hunger, die Furcht, die Nemesis, das Alter, die Eris (Zwietracht), die Unbesonnenheit (Ate) und den Eid, als freundliche Göttin endlich den Schlaf und das Heer der Träume erzeugte. Sie wohnt am Tag in ihrem Palast im Tartaros, den finstere Wolken umhüllen. Mit Schlaf und Tod auf den Armen war N. schon auf der berühmten Kypseloslade dargestellt und findet sich noch vereinzelt in späterer Zeit (Statuen des Rhökos und Theodoros). Die neuern Künstler stellen sie dar mit langem schwarzen sternenbesäeten Gewand, das Haupt in einen schwarzen Schleier gehüllt, bald geflügelt, bald mit einem von schwarzen Pferden gezogenen Wagen, den Tod und den Schlaf in den Armen haltend oder eine Fackel gegen die Erde kehrend etc.

O.

O, o, lat. O, o, im deutschen wie in den meisten andern abendländischen Alphabeten der 15., im lateinischen der 14. Buchstabe, nimmt der Aussprache nach eine Mittelstellung zwischen a und u ein und wird dadurch hervorgebracht, daß der hintere Teil der Zunge weniger emporgehoben wird, während die Mundöffnung eine gerundetere Gestalt annimmt, wie bei der Aussprache des u. Im Sanskrit kommt nur langes o vor, das immer aus au entstanden ist, gerade wie das französische au jetzt wie ô gesprochen wird. Ähnlich ist das kurze o in vielen Sprachen der Vertreter entweder eines ältern a oder u, z. B. in soll, engl. shall, in geholfen (althochd. gaholfan). In letzterm Beispiel liegt das durch die sogen. Brechung (s. d.) entstandene o vor. Je nachdem sich die Aussprache mehr dem hellern a oder dem dunklern u nähert, erhält das o eine verschiedene Färbung, daher z. B. im Englischen drei oder vier o unterschieden werden. Unser Schriftzeichen des O rührt aus dem Alphabet der Phöniker her, deren Aïn von den Griechen zur Bezeichnung des O-Lautes entnommen und an derselben Stelle ihres Alphabets eingesetzt wurde. Aïn heißt im Hebräischen und Phönikischen "Auge", wie denn auch die ursprüngliche Form des phönikischen Buchstaben die rohe Form eines Auges darstellt. In späterer Zeit führten die Griechen noch ein zweites, durch Verschnörkelung aus dem o, nun Omikron ("das kleine o") genannt, gebildetes Zeichen ein, das sie Omega ("das große o") nannten und zur Bezeichnung des langen o verwendeten; in der Reihenfolge der griechischen Buchstaben nimmt das Omega die letzte Stelle ein. Das deutsche ö ist ein im Mittelalter aus o mit darüber geschriebenem e entstandenes Zeichen, das zunächst den Umlaut von o ausdrücke, z. B. in Hölzer von Holz, in manchen Fällen aber auch aus älterm e entstanden ist, z. B. in Hölle, früher Helle.

Abkürzungen.

O oder O: s. v. w. Osten; auf ältern französischen Münzen Zeichen der Münzstätte Riom; bei den alten Logikern Bezeichnung eines besonders verneinenden Satzes (vgl. Schluß); in Amerika amtliche Abkürzung für den Staat Ohio; in der Chemie Zeichen für Sauerstoff (Oxygenium).

ô im Handel = nichts; O/ im Wechselverkehr = Order.

O' vor irischen Eigennamen = Sohn (z. B. O'Connell = Sohn des Connell).

O. oder Otto, bei naturwissenschaftl. Namen für F. Ch. Otto, gest. 1856 als Inspektor des botanischen Gartens in Berlin. "Allgemeine Gartenzeitung" (1833-47).

O. A. M. D. G. = omnia ad majorem Dei gloriam (lat.), Alles zur größern Ehre Gottes.

O. F. = Odd Fellows (s. d.).

o. J., bei bibliograph. Angaben = ohne Jahr.

o. K., im Wechselverkehr = ohne Kosten.

ö. L. = östliche Länge (s. Länge).

o. O. = "ohne Ort", d. h. ohne Angabe des Druckortes.

o. p., im englischen Buchhandel = out of print, vergriffen.

ö. W. = österreich. Währung.

O (magyar.), in zusammengesetzten Ortsnamen oft vorkommend, bedeutet "alt".

Ö, ö, s. O.

Ö (Oe, schwed. u. dän.), Insel.

Oahu (Owahu, Woahu), Insel des Hawai-Archipels im Stillen Ozean, 1680 qkm (30,5 QM.) mit (1884) 28,068 Einw., wird von zwei parallel laufenden Bergketten durchzogen, deren Spitzen zu 1230 m aufsteigen; den südlichen Teil nimmt eine trefflich angebaute Ebene ein. Die Südküste ist von einem breiten Barrierriff umgeben, das die Bai von Wahititi mit dem Hafen von Honolulu (dem einzi-^[folgende Seite]