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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Periodische Augenentzündung - Peristaltisch.

nachfolgen. Zu den letztern, auf welche manche Grammatiker den Namen P. überhaupt beschränken, gehören alle Formen, in denen der Anfang eine Vorbereitung auf das Folgende ist, in denen Erwartung und Befriedigung, Spannung und Lösung sich so als Gegensätze einander gegenüberstehen, daß ein Verständnis erst mit dem Schluß des Ganzen möglich wird. Der vordere Teil einer solchen P. heißt Vorderglied oder Hebung (Protasis, Arsis), der andre, mit welchem der Gegensatz beginnt, Hinterglied oder Senkung (Apodosis, Thesis). In zusammengesetzten Perioden kommen oft mehrere Hebungen und Senkungen vor, und man spricht dann von mehrgliederigen Perioden. Die Periodologie oder die Lehre vom Periodenbau bildet einen der wichtigsten Teile der Stilistik. - In der Musik heißt P. ein abgeschlossenen sich in Vorder- und Nachsatz gliedernder Satz, in der Regel von acht Takten Umfang (vgl. Phrasierung). - In der Physiologie ist P. gleichbedeutend mit Menstruation.

Periodische Augenentzündung, in der Tierheilkunde, s. Mondblindheit.

Periodische Litteratur, Bezeichnung derjenigen litterarischen Erzeugnisse, welche in einzelnen Abteilungen in bestimmt wiederkehrende Zeitabschnitten erscheinen. Man versteht darunter jetzt Wochen-, Monats-, Vierteljahrsschriften und Jahrbücher.

Periodizität (griech.), die regelmäßige Wiederkehr gewisser Erscheinungen innerhalb bestimmter Zeitgrenzen; der Kreislauf der Natur.

Periöken (griech., Perioeci, "Umwohner"), in verschiedenen griechischen Staaten, wie in Argos, Kreta, vor allen aber in Sparta, Benennung der in Abhängigkeit gekommenen einheimischen Landesbewohner, im Gegensatz zu den Einwanderern als Bewohnern der Hauptstadt und ihrer Umgebung; die lakonischen P., mit den Spartiaten unter dem Namen Lakedämonier zusammengefaßt, hatten bürgerliche Freiheit und freies Eigentum, aber keine politischen Rechte und trieben Landbau, Viehzucht, Handel und Gewerbe. - In der physischen Geographie versteht man unter Perioeci die Nebenwohner, s. Antipoden.

Periorama (griech.), ein Rundschaubild.

Periost (Periosteum), Knochenhaut, s. Knochen.

Periostitis, s. Knochenhautentzündung.

Peripatetiker (griech.), Aristotelische Philosophenschule, welche diesen Namen ("Spaziergänger") von der Gewohnheit der Häupter derselben erhielt, nach dem Vorgang des Aristoteles ihre Vorträge im Herumwandeln in der Säulenhalle des athenischen Lyceums zu halten. Daher peripatetische Philosophie, s. v. w. Aristotelische Philosophie.

Peripetie (griech.), Glücksumschwung, der entscheidende Wendepunkt im Schicksal eines Menschen, besonders in Bezug auf den Verlauf eines Dramas (s. d.) oder Romans (s. d.) gebraucht.

Peripherie (griech.), der Umfang eines Kreises (s. d.) oder überhaupt eine durch eine krumme Linie begrenzte Fläche; selten der Umfang einer geradlinigen Figur, wofür man Perimeter (s. d.) sagt.

Peripheriewinkel, jeder von zwei Sehnen im Kreis gebildete Winkel, dessen Scheitel auf der Peripherie liegt. Man sagt, ein P. "stehe auf dem Bogen", der zwischen seinen Schenkeln liegt; ein P., der auf einem Halbkreis steht, heißt ein Winkel im Halbkreis und ist stets ein rechter Winkel. Jeder P. ist halb so groß als der Zentriwinkel, der mit ihm auf demselben Bogen steht; alle P., die auf demselben Bogen stehen, sind daher einander gleich; der von einer Sehne und einer Tangente im Berührungspunkt gebildete Winkel ist gleich dem P., welcher auf dem von der Sehne abgeschnittenen Bogen steht.

Periphlebitis (griech.), Entzündung der äußern Venenhaut.

Periphrase (griech., lat. Circumlocutio, Begriffsumschreibung), eine in Poesie und Beredsamkeit gleichmäßig vorkommende Redefigur, nach welcher ein Gegenstand, statt bei seinem Namen einfach genannt zu werden, entweder zur Vermeidung eines anstößigen Ausdrucks oder zum Schmuck der Rede nach seinen Eigenschaften, Verhältnissen etc. umschrieben wird. Die P. kann geistiger oder sinnlicher Natur sein, und deshalb unterscheidet man Periphrasen der Vergleichung (z. B. "Frei, wie das Firmament die Welt umspannt, so muß die Gnade Freund und Feind umschließen"), der Metapher und Synekdoche (z. B. "Er hält seiner Krieger Schwert noch in der Scheide"), der Allegorie (z. B. "Die Krone zitterte auf eurem Haupt, so lang' ein Geist in diesem Körper lebte"), der Metonymie (z. B. "Die Stirne meines Herrn ist noch nicht gekrönt, das heil'ge Öl hat seinen Scheitel noch nicht benetzt, noch heißt mein Herr nicht König").

Periplaneta, s. Schaben.

Periplus (griech., "Umschiffung"), Titel älterer geographischer Werke des Altertums, welche die Beschreibung von Küstenländern infolge einer hierzu veranstalteten Umschiffung derselben enthielten und besonders die Lage und Entfernung der einzelnen Orte voneinander, die Häfen, die Landungsplätze u. dgl. berücksichtigen. Bekannt sind die derartigen Werke von Skylax, Nearchos, Hanno, Pytheas u. a.

Periproktitis (gr.), Entzündung der Umgebung des Afters, die zu Eiterung u. zu Mastdarmfisteln führt; entsteht nach Erkältung, Entzündung von Hämorrhoiden etc.

Peripteros (griech.), ein von einer Reihe von Säulen rings umgebenes Gebäude, besonders ein Tempel. Weiteres und Grundriß s. Tempel.

Periscii (griech., "Umschattige"), s. Amphiscii.

Periskopische Linsen, von Wollaston in Vorschlag gebrachte konvex-konkave, auch konkav-konvexe Brillengläser, welche mit der konkaven Seite dem Auge zugekehrt getragen werden und das deutliche Sehen mehr seitlich befindlicher Gegenstände gestatten (daher der Name periskopisch: ringsumsichtig). Wendet sich nämlich hinter einem unverrückt bleibenden Brillenglas das Auge seitwärts, so fallen die Augenachse und die Achse des Brillenglases nicht mehr zusammen; das Auge empfängt daher exzentrische Strahlenkegel, welche es nur dann auf der Netzhaut in einem einzigen Punkt zu vereinigen vermag, wenn es sich diesem Umstand mit einiger Anstrengung anpaßt. Dieser Nachteil ist bei den periskopischen Linsen in weit geringerm Maß vorhanden als bei beiderseits gleich gekrümmten Linsen; dagegen besitzen p. L. eine sehr starke Spiegelung, und aus diesem Grund haben sie nicht die weite Verbreitung gefunden, welche sie im übrigen verdienen.

Perispérm (griech., Perispermium), ein Zellgewebe in den Samen mancher Pflanzen, s. Samen.

Perispomenon (griech.), jedes griech. Wort, das den Zirkumflex auf der letzten Silbe hat.

Perisporiaceen, eine Familie der Pilze (s. d.) aus der Ordnung der Askomyceten.

Perissodactyla, die unpaarzehigen Huftiere.

Peristáltisch (griech., "umfassend, zusammendrückend"), die eigentümliche, gleichsam wurmförmig fortkriechende Bewegung der Muskelfasern des Darms, durch welche dessen Inhalt allmählich abwärts geschoben wird. Vgl. Antiperistaltisch.