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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schwarze Suppe - Schwarzwald.

Schwarze Suppe (spartanische Suppe), eine stark gewürzte Suppe aus Rindsbrühe und Ochsenblut und in Würfel geschnittenem Ochsenfleisch.

Schwarzes Wasser, s. Altschadenwasser.

Schwarzfärben, s. Färberei, S. 42.

Schwarzfüße, Indianervolk, s. Blackfeet.

Schwarzgalligkeit, s. v. w. Melancholie.

Schwarzgüldigerz, s. v. w. Sprödglaserz.

Schwarzholz, Baum, s. Diospyros.

Schwarzkäfer, s. v. w. Tenebrionen.

Schwarzkehlchen, s. Wiesenschmätzer.

Schwarzkobalterz, s. Kobaltmanganerz.

Schwarzkohle, s. Steinkohle.

Schwarzkosteletz, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Böhmisch-Brod, hat ein Bezirksgericht, Dechanteikirche, Schloß des Fürsten Liechtenstein, Bierbrauerei, Töpferei und (1880) 3249 Einw. Die Umgebung bilden ausgedehnte Waldungen.

Schwarzkümmel, s. Nigella.

Schwarzkunst, s. Kupferstecherkunst, S. 329.

Schwarzkünstler, Zauberer, Hexenmeister; vgl. Schwarze Kunst.

Schwarzkupfer, s. Kupfer, S. 317.

Schwarzkupfererz, s. Kupferschwärze.

Schwarzmanganerz, s. Hausmannit.

Schwarznerfling, s. Aland.

Schwarzort, Pfarrdorf im preuß. Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Memel, auf der Kurischen Nehrung, hat ein Seebad, Bernsteinbaggerei im Haff (vom Staat für 200,000 Mk. verpachtet) und (1885) 851 zum Teil noch kurisch sprechende Einwohner.

Schwarzplättchen, s. Grasmücke.

Schwarzreutel, s. v. w. Saibling, s. Lachs.

Schwarz-Rot-Gold, s. Deutsche Farben.

Schwarzsauer, ein aus dem Blut frisch geschlachteter Tiere und Fleisch unter Beimischung von Essig und Gewürz oder Backobst bereitetes Gericht.

Schwarzschnepfe, s. Ibisse.

Schwarzsee, s. Domène.

Schwarzspießglanzerz, s. Bournonit.

Schwarzsucht, s. v. w. Melanose.

Schwarzvitriol, s. Eisenvitriol.

Schwarzwald, im Gegensatz zum Laubwald der Nadelwald.

Schwarzwald, Gebirge im südwestlichen Deutschland, welches den Vogesen, mit denen es in wunderbar symmetrischer Anordnung übereinstimmt, gegenüber das obere Rheinthal als hoher Gebirgswall begrenzt und sich in nordnordöstlicher Richtung von Säckingen am Rhein bis Durlach auf 158 km Länge erstreckt (s. Karte "Baden"). Seine größte Breite und Höhe hat das Gebirge im Süden, wo es mit seinen jurassischen Vorhöhen von Müllheim am Rhein bis zur Wutach sich an 60 km ausbreitet, während es im N. mit noch 30 km Breite zwischen Durlach und Pforzheim endet, durch das hier anschließende Kraichgauer Bergland (s. d.) vom Odenwald geschieden. Seine Steilgehänge kehrt es nach W. dem Rheinthal zu, wo auch sein Gebirgsfuß am tiefsten liegt, denn von Durlach bis Basel steigt das Rheinthal nur von 117-245 m. Im Süden, wohin der S. in Terrassen von seinen höchsten Höhen sich rasch zum Rhein abstuft, fällt letzterer von der Aaremündung bis Basel von 315 bis auf 245 m. Ganz verschieden verhält es sich gegen O. nach den Hochebenen des innern Schwaben hin; dort erfolgt das Ansteigen vom hoch gelegenen Fuße so allmählich, daß nur das Überwiegen des Waldes über das Ackerland anzeigt, daß man den S. erreicht hat. Dort liegt Villingen (706 m) 445 m höher als das am Westfuß gegenüber liegende Freiburg (261 m), Dornstetten (629 m) um 465 m höher als Offenburg (164 m). Rasch sinkt dann aber, wie das Enz- und Nagoldthal, die östliche Basis gegen N., so daß Pforzheim (247 m) sich nur um 111 m über Ettlingen (136 m) erhebt. Die Bergformen des Schwarzwaldes sind im ganzen einförmig: gerundete Kuppen und plateauförmig ausgebreitete, durch tiefe Thäler getrennte Berge und Bergrücken, welche sich aneinander schließen, ohne einen fortlaufenden Gebirgskamm zu bilden. Der S. ist sehr quellenreich, daher reich an Gebirgsbächen, die im Süden und W. sämtlich unmittelbar ins Rheinthal heraustreten, während sie von der nordöstlichen Abdachung dem Neckar zufließen. Nur ein kleiner Teil der östlichen Abdachung gehört nicht zum Rheingebiet, das Quellgebiet der Donau (s. d.). Durch den Neckar erhält der Rhein vom S. die Enz mit der Nagold; dagegen fließen unmittelbar dem Rhein zu, im Süden: die Wutach, Alb, Wehra und Wiese; im W. die Kander, der Neumagen, die Elz mit der Dreisam, die Kinzig, Rench, Acher, der Sandbach aus dem Bühler Thal, die Oos von Baden, die Murg und die Alb von Ettlingen. Der bedeutendste aller dieser Schwarzwaldflüsse ist die Kinzig, die, am östlichen Gehänge entspringend, das ganze Gebirge quer durchschneidet und bei Kehl den Rhein erreicht. Durch landschaftliche Reize ausgezeichnet sind vor allen die Thäler der Murg im nördlichen S. der Gutach (eines Nebenflusses der Kinzig) zwischen Triberg und Hornberg, der Wilden Gutach (Simonswälder Thal, Seitenthal der Elz), der Höllenpaß im Hintergrund des 12 km langen und 4 km breiten Freiburger Thals, in dem die Dreisam sich aus zahlreichen Bächen bildet, das Münsterthal am Neumagenbach, sämtlich im mittlern S., endlich in der südlichen Abdachung des Gebirges die Thäler der Wiese, Wehra und Alb. Unter den zahlreichen Wasserfällen sind der des Fallbachs bei Triberg, der in sieben Absätzen 170 m herabstürzt, und der des Lierbachs (Büttensteiner Fälle) bei der Klosterruine Allerheiligen die schönsten in den deutschen Mittelgebirgen. Durch das erwähnte Querthal der Kinzig wird der S. in eine größere südliche und eine kleinere nördliche Hälfte geschieden, jene der obere, diese der untere S. genannt. Der Hauptstock und zentrale Knoten des obern Schwarzwaldes ist der Feldberg, östlich von Freiburg (1493 m hoch). Von ihm aus laufen Gebirgszüge strahlenförmig fast nach allen Richtungen hin. Die höchsten Kuppen des südwestlichen Zugs sind: der durch seine pyramidale Form imposant hervortretende Belchen (1414 m), der Kohlgarten (1179 m) und der schön bewaldete Blauen (1165 m), letzterer die westlichste Kuppe des Gebirges, welches hier mit niedrigen Ausläufern tief in die Rheinebene hinein tritt und mit dem Isteiner Klotz die Eisenbahn hart an das Flußufer drängt. Zweige des südlichen Gebirgszugs sind das Herzogenhorn (1341 m), der Blößling (1254 m) u. a. Breiter bei einer mittlern Erhebung von 750 m sind die Gebirgszüge, die vom Feldberg aus nach O. und N. bis zum Kinzigthal streichen. Doch erreichen auch hier einzelne Kuppen, wie der Erzkasten oder Schau-ins-Land (1286 m), südlich von Freiburg, und der Kandel (1241 m), nördlich von genannter Stadt, noch bedeutende Höhen. Von geringerer Höhe ist der untere S., dessen mittlere Erhebung 600 m beträgt. Die Form des Gebirges ist hier im Gegensatz zu den imposanten Kuppen des obern Schwarzwaldes mehr plateauartig. Hauptgebirgsstock ist hier die Hornisgrinde (1165 m), südöstlich mit der Kuppe des Roß-^[folgende Seite]