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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sigenot - Signatär.

Pea Ridge in Arkansas, ward zum Generalmajor befördert und erhielt Ende Juni das Kommando des 2. Armeekorps der Virginia-Armee unter Pope, deren Avantgarde im Shenandoahthal er befehligte. Am 15. Mai 1864 erlitt er hier bei New Market eine Niederlage und wurde durch General Hunter ersetzt. Im Mai 1865 schied er aus dem Heer, ging nach Baltimore und wurde hier Miteigentümer sowie Chefredakteur des "Baltimore Wecker". Doch gab er diese Stellung bereits 1866 wieder auf und ließ sich im September 1867 in New York nieder, wo er später in der städtischen Verwaltung thätig war.

Sigenot, mittelhochdeutsches, der Dietrichsage angehörendes Gedicht, schildert den Kampf des jungen Dietrich mit dem Riesen S., der jenen überwältigt und in einer Höhle gefangen hält, worauf der alte Hildebrand den Riesen aufsucht, ihn tötet und den Gefangenen befreit. Das Gedicht ist erhalten in einer ältern, ziemlich trocknen Fassung und einer jüngern bei weitem ausgeführtern Bearbeitung, wahrscheinlich vom Ende des 13. Jahrh. (beide hrsg. in Müllenhoffs "Deutschem Heldenbuch", Bd. 5, Berl. 1870). Vgl. Steinmeyer, Das jüngere Gedicht vom Riesen S. (in "Altdeutsche Studien", Berl. 1871).

Sigha (arab.), Religionsgebrauch der Schiiten, nach welchem es gestattet ist, eine provisorische Ehe von drei Stunden bis auf drei Jahre einzugehen.

Sigillaria Brongn., s. Lykopodiaceen.

Sigillata terra (lat.), Siegelerde, s. Bolus.

Sigillum (lat.), Siegel; S. confessionis, Beichtsiegel (s. d.).

Sigismund, s. Siegmund.

Sigl, Georg, Industrieller, geb. 1811 zu Breitenfurth in Niederösterreich, erlernte das Schlosserhandwerk, arbeitete in Bayern, Württemberg, der Schweiz, seit 1832 in der Schnellpressenfabrik von Hellwig u. Müller in Wien und führte 1837 die Schnellpressenfabrikation in der Handpressenfabrik von Dingler in Zweibrücken ein. 1840 errichtete er in Berlin eine eigne Schnellpressenfabrik und 1845 eine Filiale in Wien, wo er 1851 die erste Steindruckschnellpresse konstruierte. Später lieferte er Rotationsschnellpressen, wandte sich auch dem Bau von Lokomotiven und andern Maschinen zu; starb 9. Mai 1887 in Wien.

Sigle, die (v. lat. singulae litterae, daher "das Sigel" unrichtig), eine vornehmlich in der klassischen Philologie, Diplomatik und modernen deutschen Stenographie übliche Bezeichnung für die ständige Abkürzung eines Wortes durch einen oder einige Buchstaben, besonders vom Anfang desselben. Man findet Abkürzungen dieser Art in sehr vielen Schriftsystemen. Bei den Hebräern, wo sie rasche theboth, d. h. Wortköpfe, hießen, war ihr Gebrauch ziemlich umfassend, weit weniger bei den Griechen. In die römische Schrift hat sie der Dichter Ennius nach Vorbildern seiner heimatlichen messapischen Schrift gleich in großer Menge (1100) eingeführt, und im Lauf der Jahrhunderte ist ihre Zahl fast ins Ungemessene gewachsen. Alle Stenographiesysteme verwenden Siglen in größerer oder geringerer Menge, ohne daß jedoch alle diesen Ausdruck brauchen; in der englischen Stenographie von Pitman (s. d.) gilt z. B. dafür die Bezeichnung grammalogue. Vgl. Mitzschke, Quaestiones Tironianae (Berl. 1875); Michela, Phono-sténographie Michela (Tur. 1881); Alvarez de la Braña, Siglas y abreviaturas latinas (Leon 1884); Zwierzina, Sigel und Abbreviaturen der Gabelsbergerschen Stenographie (8. Aufl., Wien 1886); Käding, Kürzungsverzeichnis der Stolzeschen Stenographie (3. Aufl., Berl. 1888).

Sigmaringen, Hauptstadt des frühern Fürstentums Hohenzollern-S. (s. Hohenzollern), Residenz des Fürsten von Hohenzollern-S. und Sitz der preuß. Regierung für die hohenzollerischen Lande, an der Donau, Knotenpunkt der Linien Krauchenwies-S. der Badischen wie Tübingen-S., Ulm-S. und S.-Tuttlingen der Württembergischen Staatsbahn, 538 m ü. M., hat eine neue evangelische und eine schöne kath. Kirche, ein auf einem Felsen in der Stadt malerisch gelegenes Schloß mit wertvollen Sammlungen (altdeutsche Gemälde), ein Prinzenpalais mit Marstall, ein Theater, ein Gymnasium (im ehemaligen Nonnenkloster Hedingen, mit Kirche, in welcher die Fürstengruft), ein Waisenhaus, ein Landesspital mit Irrenanstalt) ein Amtsgericht, die fürstliche Hofkammer und (1885) 4146 meist kath. Einwohner. In der Nähe das Jagdschloß Josephslust mit Wildpark.

Sigmarskraut, s. Malva.

Sign (slaw. Sinj), Marktflecken in Dalmatien, mit Bezirkshauptmannschaft, Bezirksgericht, Franziskanerkloster, Ruinen eines Bergschlosses, dessen siegreiche Behauptung gegen die Türken (1715) alljährlich durch eine Art Turnier gefeiert wird, Viehhandel, Heuexport und (1880) 1915 Einw.

Sign., auf Rezepten Abkürzung vom lat. signetur ("es werde bezeichnet").

Signa (spr. ssinja), Marktflecken in der ital. Provinz Florenz, am Arno (schöne Brücke) und der Eisenbahn nach Pisa, hat eine Burg, viele Landhäuser, starke Strohflechterei und (1881) 2112 Einw. Gegenüber die Ortschaft Lastra a S. mit gleichfalls bedeutender Strohflechterei und 2860 Einw.

Signale (lat.), Zeichen von bestimmter Bedeutung, welche, auf größere Entfernungen wahrnehmbar, dem Empfänger eine Nachricht oder Weisung bringen sollen. Man benutzt optische, d. h. Licht- oder sichtbare S., wie z. B. bewegliche Arme an einem Gerüst oder (bei der Marine) Flaggen von verschiedener Farbe und Form etc., und hat für letztere internationale Verabredungen getroffen, die in einem Signalbuch niedergelegt sind (vgl. Tafel "Flaggen III"). Für die Nacht werden Lichter von verschiedener Dauer und Farbe, Raketen, Leuchtkugeln, Fanale etc. angewandt. Akustische, d. h. Ton- oder hörbare S., sind (mit der Trommel, der Trompete oder dem Signalhorn gegeben) beim Militär gebräuchlich und überall da, wo optische im Stiche lassen, so namentlich bei Nebelwetter an der Küste (Nebelsignale: Dampfpfeifen, Nebelhörner, Glocken, Geschütze; vgl. Seezeichen). Besonders ausgebildet ist das Signalwesen auf den Eisenbahnen, und hier hat man auch zuerst die auf mangelhafter Farbenempfindung beruhende Signalblindheit sowie die namentlich durch chronische Mittelohrkatarrhe verursachte Signaltaubheit erkannt und gewürdigt (vgl. Eisenbahnberufskrankheiten). Vgl. auch Lärmapparate und Läutwerke, elektrische.

Signalement (franz., spr. -ang), die Beschreibung einer Person, besonders in einem Paß oder Steckbrief.

Signalhorn, s. Buglehorn.

Signalinstrumente, Instrumente zum Markieren von Punkten auf dem Feld bei der Triangulierung, der Aufnahme, beim Nivellieren.

Signalisieren (franz. signaler), durch ein Signal anzeigen; durch Zeichen kenntlich, bemerkbar machen.

Signatär (franz.), Unterzeichner eines Vertrags etc., daher Signatarmächte, gemeinsame Bezeichnung für die Staatsregierungen, welche einen Staatsvertrag unterzeichnen (signieren) und damit die Garantie für die Ausführung desselben übernehmen.