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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Szene - Szilágy.

1842 zum Oberstuhlrichter, 1846 zum Vizegespan in Borsod und von demselben Komitat als Deputierter in den Reichstag gewählt. Er erwies sich hier als eins der thätigsten Mitglieder der Partei des Fortschritts und bearbeitete als Reichstagsschriftführer eine Reihe der wichtigsten Gesetzentwürfe. Im März 1848 im Ministerium Batthyányi mit dem Portefeuille des Innern betraut, entschied er sich mit Kossuth für entschlossene Revolution, übernahm nach dem Rücktritt des Ministeriums mit jenem die provisorische Leitung der Landesangelegenheiten und trat auch in den Landesverteidigungsausschuß ein. Im Dezember 1848 als Reichskommissar nach Oberungarn delegiert, bildete er hier ein Guerillakorps zur Abwehr des eingefallenen Schlikschen Korps. Nach der Unabhängigkeitserklärung (14. April 1849) übernahm er das Präsidium des neuen Kabinetts und floh, nachdem Görgei die Waffen gestreckt, nach Konstantinopel, machte dann eine Reise nach Griechenland und ließ sich hierauf in Paris nieder. Hier veröffentlichte er die vornehmlich gegen Kossuth gerichteten Charakteristiken: "Ludwig Batthyányi, A. Görgei und L. Kossuth" (Hamb. 1851). 1865 kehrte er, gebrochen an Leib und Seele, in die Heimat zurück und starb 18. Jan. 1869 in einer Privatirrenanstalt zu Ofen. Seine gesammelten Schriften sind 1869 in Pest erschienen.

Szene (griech.), der Platz im Schauspielhaus, wo das Stück gespielt wird, die Bühne; dann auch der Ort und das Land, wo die Handlung vorgeht; auch s. v. w. Auftritt (s. d.). Ein Stück in S. setzen, s. v. w. es zur theatralischen Aufführung vorbereiten, fertig machen. Szenerie, das auf der S. oder Bühne vermittelst der Dekorationen etc. dargestellte Bild; allgemeiner s. v. w. Landschaftsbild, Gegend.

Szenische Spiele (Ludi scenici), bei den Römern Spiele, welche auf einer Schaubühne (scena), der Sage nach seit der Pest von 361 v. Chr., aufgeführt wurden und anfangs nur in Tanz mit Flötenbegleitung, ohne Beimischung von Gesang und Mimik, die erst später hinzukam, bestanden; vgl. Komödie.

Szent (ungar., spr. ssent), s. v. w. Sankt.

Szent-Endre (spr. ssent-, Sankt-Andrä), Stadt im ungar. Komitat Pest, am rechten Donauufer, 15 km nördlich von Ofen, Sitz des Ofener griechisch-orientalischen Bischofs, mit vielen Kirchen, (1881) 4229 deutschen, serbischen und ungar. Einwohnern, Weinbau und Bezirksgericht. S. heißt auch eine schmale Donauinsel, welche sich von Waitzen bis gegen Budapest erstreckt und mehrere Dörfer enthält.

Szentes (spr. ssénntesch), Stadt im ungar. Komitat Csongrád, liegt an der Kurcza unfern der Theiß und hat mehrere Kirchen, (1881) 28,712 Einw., starken Weinbau und ein Bezirksgericht.

Szent-Miklós (spr. ssent-míklosch), Name mehrerer Orte in Ungarn:

1) Gyergyó-S. (s. d.), Markt im Komitat Csik. -

2) Kún-S. (s. d.), Markt im Komitat Pest. -

3) Liptó-S. (s. d.), Markt im Komitat Liptau. -

4) Nagy-S. (s. d.), Markt im Komitat Torontál. -

5) Török-S., Markt im Komitat Jász-Nagy-Kun-Szolnok, an der Ungarischen Staatsbahn, mit (1881) 16,046 ungar. Einwohnern.

Szent-Péter (Sajó-S., spr. schájo-ssent-), Markt im ungar. Komitat Borsod, am Sajó und der Ungarischen Staatsbahnlinie Fülek-Miskolcz, mit schöner reform. Kirche, (1881) 3230 ungar. Einwohnern, vorzüglichem Weinbau und Bezirksgericht.

Szent-Tamás (spr. ssent-támasch), Markt im ungar. Komitat Bács-Bodrog, am Franzenskanal, mit (1881) 10,609 meist serb. Einwohnern, Getreidebau und Viehzucht.

Szepes-Béla (spr. ssépesch-), eine 1881 entdeckte Tropfsteinhöhle von riesigem Umfang im ungar. Komitat Zips (in der Hohen Tátra, am Berg Kobuly Vrch), zu der man durch das 8 km lange prachtvolle Tátraseenthal gelangt. Sie ist Eigentum der Stadt Béla (s. d.), besteht aus mehreren übereinander liegenden Grotten und zeichnet sich durch die großartigsten Tropfsteingebilde aus. In der Nähe der Szepes-Bélaer Tátra-Höhlenhain, klimatischer Kurort, 763 m ü. M., 10 km von der Bahnstation Poprád-Felka.

Szepes-Olaszi-Váralja (spr. ssépesch-), Name der Kaschau-Oderberger Bahnstation für die Städte Wallendorf und Kirchdrauf (s. d.) im ungar. Komitat Zips. In der Nähe von Kirchdrauf das Bad Baldócz, mit zwei erdigen, kalkhaltigen Säuerlingen.

Szerdahely (spr. ssér-, auch Duna-S.), Markt im ungar. Komitat Preßburg, Hauptort der Schüttinsel, mit (1881) 4182 ungar. Einwohnern, lebhaftem Viehhandel und Bezirksgericht.

Szerencs (spr. ssérentsch), Markt im ungar. Komitat Zemplin, an der Ungarischen Staatsbahnlinie Debreczin-Miskolcz, mit altem Schloß und (1881) 2370 ungar. Einwohnern. In der Umgegend gedeiht vortrefflicher Wein.

Szetschuan, chines. Provinz, s. Setschuan.

Sziget (spr. ssí-), 1) (Szigetvár) Markt und ehemals bedeutende Festung im ungar. Komitat Somogy, am Almás, Station der Fünfkirchen-Barcser Bahn, mit noch sichtbaren Mauern und Gräben, mehreren Kirchen, Franziskanerkloster und (1881) 5014 Einw. S. ist denkwürdig durch den Heldentod Nikolaus Zrinys (s. d.) 15. Sept. 1566 bei der Verteidigung der Festung gegen die Türken unter Soliman. -

2) Stadt, s. Marmaros-Sziget.

Szigligeti (spr. ssí-), Eduard (eigentlich Joseph Szathmary), ungar. Dramatiker, geb. 1814 zu Großwardein, bildete sich in Pest zum Ingenieur aus, betrat aber 1834 in Ofen die Bühne und ward dann Sekretär und Regisseur des Nationaltheaters zu Pest. Von 1834 bis 1872 hat S. gegen hundert Stücke geschrieben und diese Zahl seitdem noch beträchtlich überstiegen. Von seinen Lustspielen und Tragödien, denen eine gewisse Bühnenwirksamkeit nicht abzusprechen, wiewohl ihnen jeder tiefere poetische Wert abgeht, wurden viele von der Akademie mit dem Preis gekrönt. Besonderes Verdienst erwarb sich S. durch das ungarische Volksstück (ein von ihm geschaffenes Genre), in welchem er magyarisches Volksleben schildert und die magyarischen Volkslieder auf die Bühne bringt. Mehrere seiner hierher gehörigen Dramen, wie: "Der Deserteur", "Zwei Pistolen", "Der Jude", "Der Csikós" etc., fanden auch auf deutschen Bühnen Beifall. Seine Stücke bilden fast ausschließlich das Repertoire der Provinzialtheater und wandernden Schauspielertruppen Ungarns. S., der außerdem viele Beiträge zur Geschichte des magyarischen Schauspielwesens geliefert und eine Dramaturgie ("A dráma és válfajai", Budap. 1874) geschrieben hat, war Mitglied der ungarischen Akademie und der Kisfaludy-Gesellschaft sowie seit 1873 dramatischer Direktor des Nationaltheaters. Er starb 20. Jan. 1878.

Szikszó (spr. ssíksso), Markt im ungar. Komitat Abauj-Torna, an der Miskolcz-Kaschauer Bahnlinie, mit reform. Kirche in gotischem Stil, (1881) 3586 Einw., Getreide-, Wein- u. Obstbau u. Bezirksgericht.

Szilágy (spr. ssíladj), ungar. Komitat am linken Theißufer, 1876 aus den Komitaten Kraszna, Mittelszolnok und einem Teil von Doboka gebildet, grenzt im N. an das Komitat Szatmár, im O. an Szolnok-Doboka, im Süden an Klausenburg, im W.