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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Warbeck; Warberg; Warbola; Warburg; Warburton; Ward

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Warbeck - Ward.

(im Westen) und vom Ioančicagebirge ^[richtig: Ivančicagebirge] erfüllt und ist im N. an der Drau eben. Es hat (1881) 229,063 Einw. und produziert Mais, Hirse, Hede, Tabak, viel Holz, Wein und Obst (besonders Zwetschen). Sitz des Komitats ist die königliche Freistadt W., an der Drau, mit 9 kath. Kirchen, Domkapitel, mehreren Klöstern, altem Schloß, (1881) 10,371 Einw., lebhaftem Handel, Wein-, Tabaks-, Spiritus- und Steingutfabrikation, Gerichtshof, Obergymnasium und Unterrealschule. 15 km südwestlich von W. in einem freundlichen Thal liegt der Badeort W.-Töplitz (Varasdin-Toplitza), dessen vorzügliche Schwefeltherme (56° C.) schon von den Römern benutzt wurde. Vgl. Rakovec, Die Schwefeltherme Toplice bei W. (Wien 1863). Verschieden davon ist das Warmbad Krapina-Töplitz (s. d.).

Warbeck, Perkin (»Peterchen«), engl. Thronprätendent, eigentlich Peter Osbeck, Sohn des Stadtvogts Johann Osbeck aus Tournai, der ein getaufter Jude gewesen sein soll, ward in Antwerpen erzogen und, da er dem König Eduard IV. sehr ähnlich sah, nach der Thronbesteigung Heinrichs VII. von der Schwester Eduards, der Herzogin Margarete von Burgund, überredet, sich für den im Tower ermordeten Herzog Richard von York, den jüngern Sohn Eduards IV., auszugeben. 1492 landete er in Irland, ging dann nach Paris, wo er auch am französischen Hof als englischer Thronerbe anerkannt wurde, mußte aber nach dem Frieden von Boulogne Frankreich verlassen. 1495 ging er nach Schottland, wo man ihn gleichfalls anerkannte; 1497 landete er in Cornwallis, nahm den Namen Richard III. an und sammelte ein Heer von 6000 Mann. Aber sein Angriff auf Exeter mißlang, er mußte sich in das Kloster Beaulieu zurückziehen, ergab sich 5. Okt. als Gefangener und endete 23. Nov. 1499 am Galgen, nachdem ein Fluchtversuch vereitelt war. Schiller beabsichtigte, ihn zum Helden eines Dramas zu machen, von dem Bruchstücke erhalten sind.

Warberg, Stapelstadt im schwed. Län Halland, am Kattegat und an der Eisenbahn W.-Borås, hat ein altes Schloß (jetzt Gefängnis), ziemlich lebhaften Handel, besonders mit Getreide, Brettern und Tonnendauben, einen 1850 erweiterten Hafen, eine durch die vorliegende Insel Gotterö geschützte treffliche Reede und (1885) 4049 Einw. W. ist Sitz eines deutschen Konsulats.

Warbola, Bauernburg in der russ. Ostseeprovinz Esthland, im Harrienschen Kreis, beim Gut Poll, spielte einst eine große Rolle bei der Eroberung Esthlands durch den Schwertbrüderorden. Ihre 8-11 m hohen Mauern waren gegen 12 m dick und bestanden aus Bruchstein und Granit. Jetzt sind davon nur geringe Überreste vorhanden.

Warburg, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Minden, an der Diemel, Knotenpunkt der Linien Schwerte-Kassel, Altenbeken-W. und W.-Arolsen der Preußischen Staatsbahn, 204 m ü. M., hat eine evangelische und 2 kath. Kirchen, eine Wallfahrtskapelle, ein Dominikanerkloster, ein Gymnasium, eine landwirtschaftliche Schule, ein Amtsgericht, Zucker- und Papierfabrikation, eine Handelsmühle, 4 Bierbrauereien, Vieh-, Getreide- und Eisenhandel und (1885) 4833 meist kath. Einwohner. Hier schlug 31. Juli 1760 der Herzog Ferdinand von Braunschweig die Franzosen. Die Umgegend, die Warburger Börde genannt, ist eine der fruchtbarsten Gegenden in Westfalen und liefert namentlich vortrefflichen Flachs. Im südwestlichen Teil des Kreises W. zieht sich der Warburger Wald hin. Die Stadt gehörte im Mittelalter zum Bistum Paderborn.

Warburton (spr. ŭahrbört'n), 1) William, ausgezeichneter engl. Gelehrter und Kritiker, geb. 1698 zu Newark in der Grafschaft Nottingham, ward 1728, ohne Theologie studiert zu haben, Rektor (Geistlicher) zu Burnt-Broughton in der Grafschaft Lincoln, 1754 Kaplan des Königs, Kanonikus von Durham und Bischof von Gloucester; starb 7. Juni 1779. Seine Abhandlung über die Verbindung des Staats mit der Kirche (»The divine legation of Moses demonstrated«, Lond. 1738; beste Ausg. von Nicholls, das. 1845, 3 Bde.) veranlaßte einen längern litterarischen Streit, und allerdings mußte Warburtons Vorliebe für Paradoxien und kühne, geistreiche Hypothesen Widerspruch erwecken. Ein inniger Freund Popes, besorgte er eine vollständige Ausgabe von dessen Werken und beschrieb sein Leben. Seine Werke erschienen London 1788, 6 Bde., und 1811, 12 Bde. Vgl. Watson, William W. (Lond. 1863).

2) Peter Egerton, Australienreisender, geb. 1813, war früher Offizier der indischen Armee, kam 1853 nach Südaustralien und ward 1854 zum Polizeidirektor der Kolonie ernannt. Seine erste Reise unternahm er 1857 westwärts von Adelaide, sodann 1858 zu den Seen Gairdner und Torrens; 1860 ging er zur See von Adelaide nach der Streakybai und untersuchte 1864 und 1866 den Nordrand des Eyresees und die Mündung des Barku. Nach Vollendung des Überlandtelegraphen brach er 1872 von neuem von Adelaide auf, erreichte Alice Springs und von hier aus nach einem unendlich mühseligen Marsch im Dezember 1874 den Oakover, einen Nebenfluß des von Gregory entdeckten De Grey, und hatte somit Australien durchquert. Die Londoner Geographische Gesellschaft verlieh ihm ihre große goldene Medaille. W. schrieb: »Major Warburton's diary« (Adelaide 1866) und »Journey across the Western interior of Australia« (Lond. 1875).

Ward, 1) James, engl. Maler, geb. 23. Okt. 1769 zu London, war vornehmlich als Tierzeichner, aber auch als Schlachten- und Genremaler thätig. Viele seiner Zeichnungen mit Tieren sind durch den Stich bekannt, gesammelt in einem von J. ^[John] Boydell 1805 unternommenen Prachtwerk mit Text von John Lawrence. Holzschnitte nach seinen Tierzeichnungen finden sich in M. Youatts »Treatise on horse«. Im Auftrag der British Institution malte er eine allegorische Darstellung der Schlacht von Waterloo. Außerdem schuf er mehrere Genrebilder, darunter Szenen mit Schmugglern und Wilddieben. 1811 wurde er Mitglied der Londoner Akademie. Er starb 23. Nov. 1859 in Cheshunt.

2) Edward Matthew, engl. Maler, geb. 1816 zu London, ward Zögling der Akademie daselbst und besuchte sodann Rom, München und Paris. Er malte anfangs historische Genrebilder, ging aber später zur Geschichtsmalerei über und ward 1855 Mitglied der Akademie. Zu seinen hervorragendsten Bildern gehören: die Abreise Lafleurs nach Montreuil; Oliver Goldsmith, den Bauern des Dorfs auf der Flöte vorspielend; Johnson im Vorzimmer Lord Chesterfields; Lord Clarendons Entlassung nach seiner letzten Unterredung mit Karl II.; Jakob II. beim Empfang der Nachricht von Oraniens Landung; die französische Königsfamilie im Templegefängnis; Charlotte Corday auf dem Weg zum Schafott; der Mord Riccios; der Tod Karls II.; in Hogarths Atelier; Anna Boleyn auf dem Weg zum Schafott. Seit 1852 malte W. Fresken am Korridor der Gemeinen im Parlamentsgebäude. Er starb 15. Jan. 1879. Vgl. Dafforne, Life and works of E. M. W. (Lond. 1879). - ^[GEDANKENSTRICH!]