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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Wisconsin; Wisēlius; Wiseman; Wisent

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Wisconsin - Wisent.

unter der zugleich Minnesota stand, und trat 29. Mai 1848 als 29. Staat in die Union ein. Vgl. Ritchie, W. and its resources (Philad. 1857); T. C. Chamberlin, Geological survey of W. (Madison 1880); Smith, History of W. (das. 1854); Strong, History of the territory of W. (Mad. 1885).

Wisconsin, Hauptfluß des gleichnamigen nordamerikan. Staats, an dessen Nordgrenze er entspringt, um sich nach einem Laufe von 960 km in den Mississippi zu entleeren. Er ist 320 km weit schiffbar und steht durch einen Kanal mit dem in den Michigansee fließenden Fox River in Verbindung.

Wisēlius, Samuel Iperuszoon, holländ. Dichter, geb. 4. Febr. 1769 zu Amsterdam, war anfangs Sachwalter daselbst, nahm dann als Beamter an der Revolution sowie später an der Restauration thätigen Anteil und ward 1814 Vorstand der Polizei zu Amsterdam. Er starb 15. Mai 1845 in Amsterdam. Als Dichter war W. ein Schüler Bilderdijks und fand namentlich mit seinen Trauerspielen seiner Zeit großen Beifall. Seine gemischten Gedichte sind zierlich und klassisch gehalten, entbehren aber des Stempels der Natürlichkeit. Seine gesammelten Werke erschienen unter dem Titel: »Mengel-en tooneelpoëzij« (Amsterd. 1818-21, 5 Bde.), denen sich als 6. Band der »Nieuwe dichtbundel« (1833) anschloß.

Wiseman (spr. ŭeis'män), Nikolas, Restaurator der römisch-kathol. Kirche in England, geb. 2. Aug. 1802 von irischen Eltern zu Sevilla, kam sehr jung nach England und vollendete seine Studien auf dem englischen Kollegium in Rom; nach England zurückgekehrt, gründete er 1835 zur Belebung seiner Kirche drei Zeitschriften, die »Dublin Review«, das »Catholic Magazine« und das Londoner »Tablet«; auch stiftete er als Vorsteher des Marienkollegiums zu Oscott mit andern die Metropolitan Tract Society zur Verbreitung religiöser Flugschriften und die Society of English ladies zur Ausstattung unbegüterter katholischer Kirchen, Klöster, Schulen und Krankenhäuser. 1847 legte er den Plan einer vollständigen Wiederherstellung der katholischen Hierarchie in England Pius IX. vor, der auf denselben in einem vom 24. Sept. 1850 datierten »apostolischen Brief« einging; dieser Schritt rief eine ungemeine Aufregung hervor, und als W. gleichzeitig zum Kardinal ernannt und als Erzbischof von Westminster an die Spitze der katholischen Kirche in England gestellt wurde, begnügte sich die Regierung den päpstlichen Übergriffen gegenüber, durch eine ohne praktische Folge verbliebene Parlamentsakte (Kirchentitelbill) das Führen des von einem fremden Potentaten verliehenen Bischofstitels verbieten zu lassen. W. wirkte ungestört fort durch zahlreiche Schriften, wie: »Erinnerungen an die letzten vier Päpste« (deutsch, 4. Aufl., Köln 1870); »Zwölf Vorlesungen über die Beziehungen zwischen den Wissenschaften und der geoffenbarten Religion« (deutsch von Haneberg, 3. Aufl., Regensburg 1866); »Lehren und Gebräuche der katholischen Kirche« (deutsch, 3. Aufl., das. 1867), auch Romane und Novellen, von denen »Fabiola, oder die Kirche der Katakomben« (deutsch, 15. Aufl., Köln 1887) am verbreitetsten ist. Er starb 15. Febr. 1865.

Wisent (Bison Sund., Bonasus Wagn.), Untergattung der Wiederkäuergattung Rind (Bos L.), charakterisiert durch die kleinen, runden, nach vorn gerückten und aufwärts gekrümmten Hörner, die mehr breite als lange Stirn, das niedrige Kreuz, die lange, wollige Mähne an Stirn, Kopf und Hals, den langen Kinnbart und die fehlende Wamme. Der europäische W. (fälschlich Auerochs, Bison europaeus Ow.), das größte Säugetier des europäischen Festlandes, gegenwärtig 1,8 m hoch, 3,5 m lang und 600-800 kg schwer, früher aber ohne Zweifel erheblich größer, hat einen mäßig großen, wohlgestalteten Kopf mit hoher, sehr breiter Stirn, plumper Schnauze, breiter Muffel, kurzem, gerundetem Ohr und mittelgroßem Auge, einen sehr kräftigen, kurzen, hohen Hals, kräftige Beine mit großen, länglichrunden Hufen und ziemlich kleinen Afterhufen und einen kurzen, dicken Schwanz. Die weit seitlich angesetzten zierlichen Hörner biegen sich zuerst nach außen, dann nach oben und zugleich etwas nach vorn, hierauf nach innen und hinten. Den Körper bedeckt ein überall dichter, aus langen Grannen und filzigen Wollhaaren bestehender, fahlbrauner Pelz; an der Kopfseite und am Bart ist das Haar schwarzbraun, auf den Läufen dunkelbraun und die Schwanzquaste braunschwarz. Der W. wird jetzt im Wald von Bialowicza gehegt (1863: 874 Stück) und findet sich wild noch im Kaukasus. Er lebt in Rudeln von 15-20 Stück, im Winter in kleinen Herden, weidet hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden, nährt sich von Gräsern, Blättern, Knospen und Baumrinde, besonders von Eschenrinde, ist ziemlich lebhaft, im Alter höchst reizbar und jähzornig und lebt dann auch meist einsam. Die Kühe kalben 9 Monate nach der Brunstzeit, gewöhnlich im Mai oder Juni, aber kaum alle 3 Jahre einmal; das Junge wächst sehr langsam und erreicht erst mit 8 oder 9 Jahren seine volle Größe. Das Alter, welches der W. erreicht, wird auf 30-50 Jahre angegeben. Zwischen W. und Hausrind besteht ein heftiger Abscheu. Ehemals fand sich der W. weitverbreitet in ganz Europa und einem großen Teil Asiens. Aristoteles und Plinius kannten ihn, nach dem Nibelungenlied fand er sich im Wasgau, unter Karl d. Gr. im Harz und im Sachsenland. Im 14. Jahrh. lebte er noch in Pommern, und in Preußen wurde der letzte 1755 erlegt. In Polen und Litauen wurde er in besondern Parken gehegt, bis eine zu Anfang des vorigen Jahrhunderts ausgebrochene Seuche die meisten Herden vernichtete. In Ungarn lebte er noch 1729 und gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in den Szekler Bergwaldungen. Seit dem 17. Jahrh. wurde er mit dem Auerochsen verwechselt, welcher vielfach neben ihm vorkam, aber früher ausstarb. Die Jagd auf den W. schildert schon Cäsar als sehr ruhmvoll, und dies blieb sie auch im Mittelalter. 1860 stellte der Kaiser von Rußland eine Jagd an, auf welcher 15 Tiere erlegt wurden. In den zoologischen Gärten halten die Wisents gut aus und pflanzen sich leicht fort. Das Fleisch wird sehr gerühmt und soll zwischen Rindfleisch und Hirschwildbret stehen. Das Fell gibt lockeres, schwammiges Leder. Die schönen, festen Hörner verwendet man zu Trinkgeschirren. Der nordamerikanische W. (Bison, Büffel, B. americanus Gm.), 2,6-2,9 m lang, mit 65 cm langem Schwanz, am Widerrist 2 m hoch, hat einen sehr großen und etwas plumpen Kopf und einen kurzen, hohen, schmalen Hals, der steil zu dem unförmlich erhöhten Widerrist ansteigt. Die Rückenlinie fällt bis zur Wurzel des kurzen, dicken Schwanzes stark ab, und der in der Brustgegend verbreiterte Leib verschmächtigt sich nach hinten außerordentlich. Die Hörner sind bedeutend stärker, an der Wurzel dicker, an der Spitze stumpfer und in ihrer Biegung einfacher als die des vorigen. Die Beine sind verhältnismäßig kurz und sehr schlank, die Hufe und Afterhufe klein und rund. Kopf, Hals, Schultern, Vorderleib und Vorderschenkel, der Vorderteil der Hinterschenkel und die Schwanzspitze sind lang, die Schul-^[folgende Seite]