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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Delaplanche; Delibes; Deligiannis; Delitzsch; Deloncle; Dengfieber; Denudationsniveau

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Delaplanche - Denudationsniveau.

Delaplanche, Eugène, franz. Bildhauer, starb 11. Jan. 1891 in Paris.

Delibes, Léon, franz. Komponist, starb 16. Jan. 1891 in Paris.

Deligiannis (Delyannis), Theodor P., griech. Staatsmann, wurde nach dem Siege seiner Anhänger bei den Kammerwahlen im Oktober 1890 zur Bildung eines neuen Ministeriums berufen. - Sein Neffe Nikolaus D., Sohn seines Bruders Peter D., der auswärtiger Minister unter König Otto war, geb. 1844, war 1870-80 Geschäftsträger Griechenlands in Paris, darauf Gesandter in Belgrad und ist seit 1886 Gesandter in Paris.

Delitzsch, Franz, Professor der Theologie an der Universität Leipzig, starb 4. März 1890 in Leipzig.

Deloncle, François, franz. Politiker und Gelehrter, geb. 14. Aug. 1856 zu Cahors aus einer alten Juristenfamilie, studierte orientalische Sprachen, bereiste Algerien und Tunis, besuchte 1873-77 die Schule für orientalische Sprachen und wurde Hilfslehrer des Indischen an derselben. Als Mitarbeiter an mehreren Zeitungen ward er von denselben auf Reisen nach dem Orient, Rußland, Deutschland etc. geschickt. Freycinet berief ihn 1880 in das auswärtige Ministerium und ernannte ihn 1881 zum Gesandtschaftssekretär in Bukarest. Doch wurde er bald wieder zurückberufen, um an den Verhandlungen über Handelsverträge teilzunehmen, und unter Gambetta Kabinettschef des Unterstaatssekretärs Spuller. Wiederholt ward er zu diplomatischen Missionen, unter andern nach Birma, verwendet. 1889 wurde er als Kandidat der Radikalen zum Deputierten gewählt.

Dengfieber, s. Grippe.

Denudationsniveau. Die Entblößung der Erdoberfläche durch Fortschaffung der von den Atmosphärilien gelieferten Verwitterungsprodukte geht nicht überall in gleichem Maße vor sich. In den Tropen schreitet die Verwitterung sehr rasch vorwärts, allein es fehlt an einer Kraft, welche das gelockerte Material schnell beseitigt, so daß es zu keiner nennenswerten Denudation kommt. Ihre größte Wirkung erzielt die Denudation dagegen in den Hochgebirgen, hier sind alle Faktoren vereint thätig, welche eine rasch fortschreitende Verwitterung bedingen, zudem ermöglichen die großen Höhenunterschiede benachbarter Punkte, das Verwitterungsmaterial schnell in die Tiefe zu schaffen. Gegenüber diesen Hauptabstufungen des Denudationsbetrags stehen die übrigen sehr zurück, welche durch weitere Schwankungen der Transportkräfte bedingt werden. Die Kraft des rinnenden Wassers nimmt mit seiner Masse zu, in feuchten Klimaten sollte daher die Denudation einen größern Betrag erreichen als in regenarmen. Allein die Wirkung wird größtenteils aufgehoben durch die reiche Entwickelung der Vegetation, welche, wie z. B. im tropischen Urwald, alle Verwitterungsprodukte festhält. Im schroffsten Gegensatz zum Urwald steht in dieser Hinsicht die Wüste, in welcher die durch den steten Temperaturwechsel gelieferten Gesteinstrümmer vom Winde leicht fortgeführt werden können. Ganz anders als bei der mechanischen Verwitterung liegen die Verhältnisse in Bezug auf die chemische Zersetzung. Dieselbe ist fast unmerkbar in der Wüste, da das Wasser fehlt, welches lösend auf das Gestein wirken könnte, sie erreicht hingegen im Urwald ihre höchste Wirkung. In wärmern Klimaten schließen sich die Gebiete mechanischer und chemischer Verwitterung gegenseitig aus. Zudem ist der Betrag der letztern je nach der Gesteinsbeschaffenheit ein ganz verschiedener. Will man nach der Intensität der Denudation die Erdenräume ordnen, so nehmen die Hochgebirge den ersten Platz ein, soweit dieselben über die Grenze des Baumwuchses emporragen. In den Mittelgebirgen wird der Betrag schon geringer sein, am geringsten aber in den Ebenen. In den Polarregionen wird der Fels zwar durch die Einwirkung des Frostes zerkleinert, indessen nur die kleinsten Trümmer können von dem Schmelzwasser des Winterschnees transportiert werden; die größern Blöcke bleiben hier ebenso wie in den Wüsten liegen. Wenn auch das Maß je nach den natürlichen Verhältnissen ein verschiedenes ist, die Denudation strebt unablässig ihrem Endziel zu, nämlich alles Land so weit zu erniedrigen und einzuebnen, bis es nur noch wenig über das Meer emporragt und die Transportkräfte auf ihr geringstes Maß reduziert sind. Dadurch sind Gebirge in Flachländer verwandelt worden, und man bezeichnet die so entstandene Oberfläche als unteres D. Dasselbe fällt mit dem Laufe der Flüsse zusammen und bezeichnet die Basis für die Denudation der an den Fluß anstoßenden Gelände. Kein noch so reich bewässertes Land kann unter den Spiegel seiner Flüsse abgetragen werden. Die jeweiligen Flußläufe stellen für jede Gegend aber nur ein jeweiliges lokales unteres D. dar, das absolute würde fast mit dem Meeresniveau zusammenfallen. Dieses Endziel wird aber nie erreicht, denn der Denudation wirkt fortwährend die gebirgsbildende Kraft der Erde entgegen, welche unablässig Unebenheiten in der Erdrinde hervorruft. Haben diese eine bestimmte Höhe erreicht, so fallen sie unter die Wirkung der Denudation, welche ein weiteres Steigen der Erdschollen unmöglich macht. Die Höhe, in welcher Denudation und die aufwölbende Kraft der Erde sich im Gleichgewicht befinden, heißt das obere D. Die Lage desselben hängt von dem Verhältnis der beiden einander entgegenwirkenden Kräfte ab und läßt sich dadurch bestimmen, daß man die Höhe der Berge ermittelt. Verbindet man die höchsten Erhebungen der einzelnen Zonen der Erdoberfläche, so erhält man eine Kurve, welche sich in den Polarregionen bis zu etwa 4000 m über den Meeresspiegel erhebt, unter dem 45. Breitengrad steigt dieselbe bis zu 6000 m an und erreicht ihre größte Erhebung auf beiden Halbkugeln nahe dem Wendekreis, während sie unter dem Äquator wieder unter 6000 m herabgeht. Die so verlaufende Kurve kann als Schnittlinie einer Meridianebene mit dem obern D. angesehen werden. Als Produkt klimatischer Faktoren, welche die Abtragung des Landes bedingen, muß das obere D. in Bezug auf seine Höhe in gewisser Beziehung zu den klimatischen Zonen stehen. Das geht unzweideutig aus dem Verlauf desselben hervor, welcher mit dem der Schneegrenze fast parallel ist. Letztere steigt von den Polen beiderseitig zum Äquator hin an, erreicht aber ihre größte Höhe ganz ebenso wie die Berggipfel auf beiden Hemisphären etwa unter dem Wendekreis. Zwischen den beiden Niveaus liegen die Unebenheiten der Erdoberfläche, und der jeweilige Abstand beider Flächen bezeichnet die Höhe jener Schicht, in welcher die gebirgsbildenden und denudierenden Kräfte der Erde miteinander streiten. Jede Hebung des Landes hat auch eine Steigerung der Denudation zur Folge, diese aber wird in ihrer Wirksamkeit außerdem noch beeinflußt von der Widerstandsfähigkeit der einzelnen Schichten. Letzterer Umstand hat zur Folge, daß die Denudation auch ihrerseits Unebenheiten schafft, indem sie innerhalb der beiden Denudationsniveaus die widerstandsfähigen Gesteine aus den weniger festen herausmeißelt. Die Anhäufung der Verwitte-^[folgende Seite]