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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Beresinisches Kanalsystem; Beresna; Beresow; Beresowfkij Sawod; Beresowsche Goldbergwerke; Bereszina; Berethalom; Berettini; Berettyo; Berettyo-Ujfalu; Berg

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Beresinisches Kanalsystem - Berg (Herzogtum)

Heer auf seinem weitern Rückzüge. Im Gemälde wurde der Übergang über die B. dargestellt von P. von Heß (Petersburg, Kaiserl. Winterpalast) und von Nikutowsky (Karlsruhe, Kunsthalle).

Beresinisches Kanalsystem, die seit 1797 in den russ. Gouvernements Minsk und Witebsk angelegten Kanäle zur Verbindung des Schwarzen Meers mit der Ostsee. Von der Beresina (s. d.) führt der 11 km lange Sergutsche Kanal zu ihrem Nebenfluß Sergut, von diesem zum See Splarja, dann folgt der 9 km lange Beresinische Kanal, ferner der See Bereschto, aus dem die Bereschta entspringt; diese ist durch den 3 km langen Werebschen Kanal mit der Essa verbunden, die in den Lepelschen See mündet. Aus letzterm fließt die Ulla in die Düna. Der Wasserweg von der Beresina zur Düna beträgt 158, vom Baltischen Meer bis zum Dnjepr-Liman 1956 km. Das B. K. dient hauptsächlich zum Abflößen von Holz; 1888 passierten den Kanal 10300 Flöße.

Beresna, Stadt im russ. Gouvernement und Kreis Tschernigow, an der Bereska (Nebenfluß der Desna) und an der Straße nach Sosniza, hat (1886) 11743 E., 4 russ. Kirchen, 1 jüd. Betschule, 2 Kerzenfabriken, 4 Ziegeleien und Ackerbau.

Beresow. 1) Bezirk im N. des russ.-sibir. Gouvernements Tobolsk, hat 690789 qkm und 31459 E. An den Küsten des Eismeers wird Bernstein gefunden. - 2) Bezirksstadt im Bezirk B., an der Soswa, 42 km vor ihrer Mündung in den Ob, in kalter Ebene, größtenteils Tundra, unter 63° 55' nördl.Br., hat (1885) 2173 E., Post, 2 Kirchen, Kreisschule, Hospital und Gefängnis, bedeutenden Handel mit Pelzwerk, gedörrten und eingesalzenen Fischen (der größte Umsatz im Januar). B. wurde 1593 gegründet, um darin den Jassak (s. o.) zu erheben; seit Mitte des 18. Jahrh, war es Verbannungsort von Staatsverbrechern, wie Menschikow, Fürst Dolgorukij. 1782 wurde es Bezirksstadt.

Beresowsche Goldbergwerke, s. Beresowskij Sawod

Beresowfkij Sawod, Flecken im Kreis Jekaterinburg des russ. Gouvernements Perm, im Ural, 17 Km nordöstlich von Jekaterinburg, hat (1885) 10189 E., 3 Kirchen und ist Mittelpunkt der Beresowschen Goldbergwerke zwischen den Flüssen Pyshma, Isset und Beresowka (1754 eröffnet, 56 qkm groß). Der goldführende Gebirgsrücken ist 7,5 km lang, 4,3 km breit und nur zum geringsten Teile ausgebeutet; die Goldausbeute hat abgenommen, da man längs des Ufers der Beresowka Goldlager gefunden hat; 1887 waren nur noch fünf Bergwerke in Betrieb.

Bereszina, Fluß, s. Beresina.

Berethalom, ungar. Name der Groß-Gemeinde Birthelm in Siebenbürgen.

Berettini, Pietro, ital. Maler, s. Cortona.

Berettyo, Fluß in Ungarn, entspringt auf dem Ostabhange des Kupferbergs (Rézhegy) im Bihargebirge, wendet sich beim Eintritt in das ungar. Tiefland gegen Westen, bildet mit der Schnellen Körös den Morast Sárrét und mündet nach einem Lauf von 360 mm unterhalb Mezö Túr in die Körös, doch ist sein altes Flußbett infolge der Kanalisierungen und Abdämmungen im Unterlaufe großenteils wasserleer. Die Berettyó- Sümpfe werden hauptsächlich durch das Zusammenfließen der Gewässer des untern B. mit denen der bei Großwardein ausscheidenden Kleinen Körös (Abzweigung der Schnellen Körös) erzeugt.

Berettyo-Ujfalu (d. i. Berettyó-Neudorf),Groß-Gemeinde im ungar. Komitat Bihar, am B. und an der Linie Püspök-Ladány-Koloßvár der Ungar. Staatsbahnen, ist Sitz eines Bezirksgerichts und hat (1890) 6913 E., meist reform. Magyaren, Post, Telegraph, Weizen- und Maisbau und Viehzucht.

Berg, Bezeichnung für eine verhältnismäßig wenig ausgedehnte, entweder einzeln stehende oder durch Einschnitte von benachbarten Höhen getrennte Bodenerhebung in einer relativen Höhe von mindestens 200 m. Niedrigere Erhebungen werden Hügel genannt, doch hält sich der Sprachgebrauch nicht immer an diese Grenze. Man unterscheidet am B. drei Teile, einen untersten, den Fuß, einen obersten, den Gipfel oder Scheitel, und den dazwischen liegenden Rumpf. Der Fuß hebt sich selten deutlich vom Sockel ab, meist ist er von Anhöhen umlagert, welche in der Regel aus vom B. herabgefallenem Material bestehen. Die Gestalt des B. hängt von der Art des Materials und dem Grade der Verwitterung (s. d.) ab. Flachere Gipfel nennt man Platten, einen B. mit horizontaler Platte, Tafelberg, bei größerer Neigung Lehnberg; ist der Scheitel sanft gewölbt, so gebraucht man die Ausdrücke Kopf, Kuppe, Koppe, Kulm, Belch, Ballon; bei allmählich zulaufender Spitze Hutberg, Dach oder Krone. Eine eigenartige Gestell haben die vulkanischen B. (s. Vulkane). Form und Benennung der die Wasserscheide bildenden First- oder Rückenlinie sind im kleinen dieselben wie bei den Gebirgen (s. d.). Beim Rumpf ist wichtig die Neigung oder Böschung, die nach Graden des Winkels gemessen wird, der die Böschungsfläche zur Horizontalen bildet. Sie ist gewöhnlich geringer als 45°; ist die Neigung größer, so spricht man von einer Wand. Oft ist die Böschung nicht gleichförmig, sondern unterbrochen durch ebene Absätze, Stufen oder Terrassen. Die Neigungsverhältnisse eines B. werden am klarsten dargestellt durch das Profil (s. d.). Infolge der Erosion (s. d.) sind die Flanken des B. zerrissen durch Thäler, Schluchten, Spalten, Klüfte u. s. w. Bei Angabe der Höhe eines B. ist zu unterscheiden zwischen der absoluten und der relativen; erstere ist der Abstand der Spitze vom Meeresniveau, letztere der vom Fuße des B. über die Methode der Messung s. Höhenmessung. Eine Mehrzahl von der Entstehung nach zusammengehörigen B. ist ein Gebirge (s. d.).

Berg, polit. Partei, s. Bergpartei.

Berg, vormals ein selbständiges Herzogtum (Ducatus Montensis), jetzt ein Teil der preuß. Rheinprovinz, wird im W. durch den Rhein von dem ehemaligen Erzstift Köln geschieden und grenzt im S. an die Grafschaft Sayn. Im O. grenzt es an Nassau-Siegen oder den jetzigen Siegener Kreis, an das Herzogtum Westfalen und an die Grafschaft Mark; im N. an das Herzogtum Cleve, und der Rhein trennt es von dem Fürstentum Mors. Es ist das wichtigste Fabrikland Deutschlands, und namentlich das Wupperthal mit Elberfeld und Barmen zeichnet sich durch seine industrielle Thätigkeit aus. Seit dem Anfang des 11. Jahrh. tritt hier ein Geschlecht der Herren und Grafen von B. auf, welche als Vögte der Klöster Werden, Deutz und Siegburg ein nicht unbedeutendes Territorium zusammenbrachten. Die Söhne des Grafen Adolf IV. von B. teilten es um 1180; Engelbert erhielt B. und Eberhard Altena. Durch Heirat kam das Land hierauf, nach dem Erlöschen des gräflich berg. Mannsstamms, 1219 zu-^[folgende Seite]