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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Buturlinowka - Bützow

Er starb 21. Okt. 1849. Seine wichtigsten Werke sind: "Relation de la campagne en Italie 1799" (Petersb. 1810) und das anonym erschienene "Tableau de la campagne de 1813 en Allemagne" (Par. 1815 u. ö.), "Précis des événements militaires de la dernière guerre des Espagnols contre les Français" (Petersb. 1819), "Geschichte des Einfalls Napoleons in Rußland 1812" (russisch, 2 Bde., ebd. 1829; dasselbe auch französisch u. d. T. "Histoire militaire de la campagne de Russie en 1812", 2 Bde., Par. 1824), "Geschichte der Unruhen in Rußland im Anfang des 17. Jahrh." (russisch, 3 Bde., Petersb. 1839 - 46).

Buturlinowka, auch Petrowskoje genannt, Flecken im Kreis Bobrow des russ. Gouvernements Woronesch, an der Osserda und der Straße nach Saratow, zieht sich 4 km längs derselben hin und hat (1890) 28899 E. (Kleinrussen), 4 Kirchen, 20 Gerbereien, 4 Kürschnereien, 86 Windmühlen sowie Schuhmacherei und 4 Jahrmärkte.

Butyl ist die Bezeichnung für das einwertige Radikal C_{4}H_{9} -, das wie bei den Butylalkoholen (s. d.) in vier isomeren Formen existieren kann.

Butylalkohol ist der gemeinsame Name für die vier isomeren einwertigen Alkohole (s. d.) von der Zusammensetzung C_{4}H_{9}(OH). Der normale B. oder das Propylcarbinol, CH_{3}·CH_{2}·CH_{2}·CH_{2}·OH, und der Isobutylalkohol oder das Isopropylcarbinol, (CH_{3})_{2}CH·CH_{2}·OH, sind primäre Alkohole, das Methyläthylcarbinol, (C_{2}H_{5}) (CH_{3})CHOH, ein sekundärer, das Trimethylcarbinol, (CH_{3})_{3}COH, ein tertiärer Alkohol. Am wichtigsten ist der Isobutylalkohol oder Gärungsbutylalkohol, der sich im Fuselöl des Kartoffelweingeistes findet und eine unangenehm riechende Flüssigkeit vom Siedepunkt 108° ist.

Butylchloral oder Crotonchloral,C_{4}H_{5}Cl_{3}O, entsteht durch die Einwirkung von Chlor auf Aldehyd und bildet eine ölige farblose Flüssigkeit, welche sich mit Wasser zu Butylchloralhydrat (Butyli Chloralum hydratum)oder Crotonchloralhydrat, C_{4}H_{5}Cl_{3}O·H_{2}O), verbindet. Letzteres bildet weiße, glänzende blätterige Krystalle von eigentümlichem Geruch und brennendem Geschmack, die in Wasser schwer, in Alkohol, Äther und Glycerin leicht löslich sind und bei 78° C. sieden. Das Butylchloralhydrat wird als anästhetisches Mittel gegen Neuralgien der Kopf- und Gesichtsnerven empfohlen.

Butylchloralhydrat, s. Butylchloral.

Butyrate, die Salze der Buttersäure (s. d.).

Butyrometer, Laktobutyrometer, Laktoskop, Galaktoskop, Instrument zur Bestimmung des Fettgehalts der Milch. Für genaueste Untersuchung eignet sich besonders das von Soxhlet erdachte Instrument. Kommt es auf absolute Genauigkeit jedoch nicht mehr an, so genügt das B. von Marchand, das allerdings nur bis zu einer Fehlergrenze von 0,2 bis 0,3 Proz. zulässig ist, aber wegen seiner Einfachheit und leichten.Handhabung sich in allen Milchwirtschaften nützlich erweist. Dieser Apparat besteht aus einem unten zugeschmolzenen Glasrohr, das einem Inhalt von je 10 ccm entsprechend drei Marken trägt und von der obersten Marke nach abwärts eine Skala, deren Grade je 0,1 ccm entsprechen. Beim Gebrauch füllt man das Rohr bis zur ersten Marke mit der zu untersuchenden Milch, darauf bis zur zweiten Marke mit Äther, verschließt mit einem guten, weichen Korke und schüttelt eine Minute lang möglichst kräftig, bis der Äther völlig mit der Milch gemischt ist. Daraus gießt man bis zur dritten Marke Alkohol von 91° Tr. zu, verschließt fest mit dem Korke und schüttelt wiederum sehr heftig um. Das verschlossene Rohr senkt man dann in Wasser von 40° C., läßt es hierin zehn Minuten lang stehen und kühlt es durch Eintauchen in kaltes Wasser. Man findet dann im obern Teil des Rohres scharf getrennt von der übrigen Flüssigkeit eine Ätherschicht, die alles Fett aufgenommen hat. Die Höhe dieser Schickt ist proportional dem Fettgehalt, und man hat die Größe derselben nur an der Skala abzulesen, um aus einer dem Instrument beigegebenen Tabelle den gesuchten Fettgehalt der Milch zu entnehmen. Andere Apparate, wie der Heusnersche Milchspiegel, beruhen auf optischen Eigenschaften der Milch, sind aber viel weniger genau. (S. auch Galaktometer.)

Butyrum (lat.), Butter.

Butyrum Antimonii, s. Antimonchlorür.

Butzbach, Stadt im Kreis Friedberg der Hess. Provinz Oberhessen, an der Linie Cassel-Frankfurt der Preuß. Staatsbahnen, in schöner Lage am Fuße des Taunus, hat (1890) 2772 E., in Garnison (230 Mann) die 3. und 4. Eskadron des 24. Dragonerregiments, Post zweiter Klasse, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Gießen); eine sehenswerte Stadtkirche mit mehrern für die Hess. Geschichte bedeutsamen Grabdenkmälern, ein von Landgraf Philipp von B. erbautes Schloß (jetzt Kaserne), ein Solms-Braunfelssches Schloß (jetzt Hess. Hausdomäne), höhere Bürger- und Mädchenschule, Vorschußverein; Strumpfwirkerei, Gerberei, Leimsiederei, Färberei, Fabrikation von Erdfarben und Sprengpulver und Jahrmärkte.

Butzen, kleine, meist unregelmäßige Lagerstätten von Erzen oder andern Mineralien.

Butzenscheiben nennt man runde Fensterscheiben von 10 bis 15 cm Durchmesser, die in der Mitte, wo die Pfeife des Glasbläsers gesessen hat, eine ziemlich starke Erhöhung, Butzen genannt, zeigen und auch am Rande erhaben sind. Die B., welche in Blei gefaßt bis zu Anfang unsers Jahrhunderts zu billigen Verglasungen benutzt wurden, haben neuerdings als Schmuck von Zimmern im altdeutschen Stil, auch wegen ihrer raumabschließenden Wirkung Verwendung gefunden. (S. auch Fenster und Glaserarbeiten.)

Butzer, Martin, s. Bucer.

Butzkopf (Phocaena globiceps Cuv.), s. Waltiere.

Bützow, Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, im frühern Fürstentum Schwerin, am Zusammenflusse der Warnow und Nebel und an der Linie Lübeck-Neubrandenburg-Strasburg und B.-Rostock (31,20 km) der Mecklenb. Friedrich-Franz-Eisenbahn, eine der schönsten und gewerbreichsten Städte des Landes, Sitz des Dominialamtes Bützow-Rühn und einer Forstinspektion, hat (1890) 5256 (2543 männl., 2713 weibl.) E. (139 Reformierte und 87 Israeliten), Post erster Klasse, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Güstrow), Dampfschiffahrtsverbindung mit Rostock auf der Warnow, eine prächtige, 1239-48 erbaute, 1855-58 renovierte gotische luth. Stadtkirche, eine reform. Kirche (die einzige im Lande), eine Synagoge, ein neues schönes Rathaus, ein ehemals bischöfl. Schloß, das jetzt zu Beamtenwohnungen dient, ein Centralgefängnis, ein Hospital, ein Realgymnasium (12 Lehrer, 7 Klassen, 155 Schüler), eine Bürger-, eine Gewerbe-, eine höhere Mädchenschule, Bierbrauereien, zwei Dampfpapierfabriken, eine Maschinenbau-^[Fortsetzung: folgende Seite]